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	<title>Firma Julius Zorn, Autor bei Presse-Lexikon</title>
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	<title>Firma Julius Zorn, Autor bei Presse-Lexikon</title>
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		<title>Juzo setzt Fokus auf Unfall-Prävention</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2024/12/06/juzo-setzt-fokus-auf-unfall-praevention/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Dec 2024 07:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Juzo unterstützt Paulinchen e.V. zum Tag des brandverletzten Kindes, hat seine Unfallpräventionskampagne erweitert und motiviert junge Patientinnen und Patienten mit neuen Bügelbildern für die Narbenversorgung. In der Weihnachtszeit drohen Verbrühungen und Verbrennungen durch Unfälle. Vor allem Kinder sind gefährdet. Juzo unterstützt auch in diesem Jahr Paulinchen e.V., die Initiative für brandverletzte Kinder, bei der Aufklärungsarbeit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><i>Juzo unterstützt Paulinchen e.V. zum Tag des brandverletzten Kindes, hat seine Unfallpräventionskampagne erweitert und motiviert junge Patientinnen und Patienten mit neuen Bügelbildern für die Narbenversorgung.</i></p>
<p>In der Weihnachtszeit drohen Verbrühungen und Verbrennungen durch Unfälle. Vor allem Kinder sind gefährdet. Juzo unterstützt auch in diesem Jahr Paulinchen e.V., die Initiative für brandverletzte Kinder, bei der Aufklärungsarbeit zum Tag des brandverletzten Kindes. Dieser steht 2024 unter dem Motto „Tee tut weh“. Über die heißen Gefahren der Weihnachtszeit informiert Juzo sowohl Endverbraucherinnen und -verbraucher als auch den Fachhandel.</p>
<p>Als Hersteller für Kompressionsversorgungen in der Narbentherapie klärt Juzo mit einer Online-Präventationskampagne gegen Verbrennungen, Verbrühungen und Verletzungen auf. Diese Kampagne wurde im Sommer 2024 auf drei Lebensbereiche erweitert – Küche, Bad und im Sommer draußen. Hier werden die Gefahrenquellen mit Illustrationen ansprechend dargestellt und hilfreiche Tipps zur Verhinderung von Unfällen gegeben – vor allem zum Schutz von Kindern.</p>
<p>Außerdem hat Juzo sein Sortiment an Bügelbildern für Narbenversorgungen erweitert. Die acht neuen Motive sprechen speziell ältere Kids und Teenager an, die durch Verbrennungen oder Verbrühungen verletzt wurden. Damit wird es den jungen Patientinnen und Patienten leichter gemacht, die Kompressionsversorgung jeden Tag zu tragen.</p></div>
<div class="pb-boilerplate">
<div>Über die Julius Zorn GmbH</div>
<p>Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Th&uuml;ringen) gegr&uuml;ndet und besch&auml;ftigt weltweit &uuml;ber 1.200 Besch&auml;ftigte. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa und Kanada bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit &uuml;ber 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualit&auml;t der Patientinnen und Patienten zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Daf&uuml;r produziert das Unternehmen innovative Produkte gr&ouml;&szlig;tenteils &bdquo;Made in Germany&ldquo; aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthop&auml;die wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandelsmarke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen u.a. f&uuml;r den medizinischen Fachhandel, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten f&uuml;r ambitionierte Sportlerinnen und Sportler und die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen f&uuml;r Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut fertigen die Mitarbeitenden bei Juzo fortschrittliche und individuelle L&ouml;sungen f&uuml;r mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de</p>
</div>
<div class="pb-company">
<div>Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:</div>
<p>Julius Zorn GmbH<br />
Juliusplatz 1<br />
86551 Aichach<br />
Telefon: +49 (8251) 9010<br />
<a href="http://www.juzo.de" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">http://www.juzo.de</a></div>
<div class="pb-contacts">
<div>Ansprechpartner:</div>
<div class="pb-contact-item">Laura Schultes<br />
Marketing Corporate<br />
Telefon: +49 (8251) 901-577<br />
E-Mail: &#108;&#097;&#117;&#114;&#097;&#046;&#115;&#099;&#104;&#117;&#108;&#116;&#101;&#115;&#064;&#106;&#117;&#122;&#111;&#046;&#100;&#101;
</div>
<div class="pb-links">
<div>Weiterführende Links</div>
<ul>
<li>
                        <a href="https://www.pressebox.de/pressemitteilung/julius-zorn-gmbh/Juzo-setzt-Fokus-auf-Unfall-Praevention/boxid/1227738" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">Originalmeldung der Julius Zorn GmbH</a>
                    </li>
<li>
                        <a href="https://www.pressebox.de/newsroom/julius-zorn-gmbh" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">Alle Stories der Julius Zorn GmbH</a>
                    </li>
</ul></div>
<div class="pb-disclaimer">Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.
            </div>
<p>        <img decoding="async" src="https://www.pressebox.de/presscorner/cpix/tp---10/1227738.gif" alt="counterpixel" width="1" height="1" /></p>
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		<item>
		<title>1. Földiklinik-Tage Hinterzarten</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2024/07/01/1-foeldiklinik-tage-hinterzarten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2024 11:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum ersten Mal fanden die Földiklinik-Tage am 7. und 8. Juni 2024 in Hinterzarten und am Titisee im Hochschwarzwald unter der Leitung von Dr. med. Tobias Bertsch, Dr. med. Michael Oberlin und Prof. Dr. med. Thomas Dieterle statt. Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Behandlung des Lymphödems wie auch des Lipödem-Syndroms und dass eine erfolgreiche [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-lexikon.de/2024/07/01/1-foeldiklinik-tage-hinterzarten/" data-wpel-link="internal">1. Földiklinik-Tage Hinterzarten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-lexikon.de" data-wpel-link="internal">Presse-Lexikon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Zum ersten Mal fanden die Földiklinik-Tage am 7. und 8. Juni 2024 in Hinterzarten und am Titisee im Hochschwarzwald unter der Leitung von <b>Dr. med. Tobias Bertsch</b>, <b>Dr. med. Michael Oberlin</b> und <b>Prof. Dr. med. Thomas Dieterle</b> statt. Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Behandlung des Lymphödems wie auch des Lipödem-Syndroms und dass eine erfolgreiche Behandlung eine interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen und Berufsgruppen erfordert. Diese Interdisziplinarität spiegelte sich auch in den einzelnen Vorträgen wider, in denen Referierende aus Deutschland, der Schweiz, Schweden und den USA die Komplexität und Vielfältigkeit des Faches unterstrichen.</p>
<p>Die 1. Földiklinik-Tage wurden mit einem Tribut an die Heimat des Europäischen Zentrum für Lymphologie, dem Schwarzwald, eingeläutet. Hier haben Prof. Dr. med. Etelka Földi und ihr Ehemann Prof. Dr. med. Michael Földi in den 1970er und 1980er Jahren die lymphologische Fachklinik gegründet. Heutzutage zählt die Földiklinik über 150 Betten, wo jährlich 1300 Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen werden und über 3000 ambulante Patientinnen und Patienten betreut werden.</p>
<p>Jürgen Gold und Annerose Zorn-West, beide Geschäftsleitung der Firma Juzo GmbH, freuten sich über die vielen Gäste aus Ärzteschaft, Therapie und Fachhandel. Das Symposium ging über zwei Tage und im Anschluss an das Vortragsprogramm bestand die Möglichkeit, die Földiklinik zu besichtigen und vor Ort an Workshops teilzunehmen.</p>
<p><b>Vortragsprogramm</b></p>
<p>„Die Geschichte der Földiklinik und der Földischule“ präsentierte <b>Dr. med. Martha Földi</b> mit ihrer Mutter und Gründerin der Földiklinik, <b>Prof. Dr. med. Etelka Földi</b>. Dr. med. Martha Földi leitete den Vortrag damit ein, dass die Historie der Földiklinik mit „denkenden Gehirnen und fühlenden Herzen, vorauseilenden Füßen und anpackenden Händen“, einer Liebesgeschichte und der Mission, die „Lymphologie in den Hochschwarzwald“ zu bringen, begonnen hätte. Prof. E. Földi ergänzte, dass sie bereits in den 1960er bis in die späten 1970er Jahre Grundlagenforschung zu den unterschiedlichen Ödemformen, Lymphabflussfunktionen und anderen Erkrankungen betrieben hätte, welche zu Lymphödemen führten. „Glückliche Unfälle“ hätten dazu geführt, dass Familie Földi Mitte der 1980er Jahre in Hinterzarten ihre Lymphklinik aufbauen und in den nächsten 40 Jahren erweitern konnte.</p>
<p>Da das Lymphödem eine chronische Krankheit sei und um Patientinnen und Patienten nach der Entlassung eine weitere stabile Versorgung zu ermöglichen können, sei bereits Anfang der 1980er Jahre die Földischule gegründet worden, welche seither Therapeutinnen und Therapeuten ausbilde.</p>
<p><b>Dr. rer. nat. Dr. med. René Hägerling</b>, Berlin, stellte die histologischen Grundlagen des Lymphödems und des Lipödem-Syndroms vor und was räumliche 3D-Untersuchungen lehren. Der Humangenetiker ging hierbei auf die Frage ein, was die genetischen Ursachen eines primären Lymphödems seien und was bei dieser Erkrankung im Gewebe passiere. Mit Hilfe der neuartigen 3D-Histologie basierend auf optischer Schnittbildgebung durch lichtblatt-mikroskopische Schichtbildaufnahmen könnten im Vergleich zu 2D-Verfahren auch gesamte Gefäßnetzwerke mit größerer Aussagekraft gezeigt werden.</p>
<p>Was bei der Therapie von Patientinnen und Patienten mit Lymphödem und Herzinsuffizienz beachtet werden müsse, erklärte <b>Prof. Dr. med. Thomas Dieterle</b>, Hinterzarten, anhand von Fallbeispielen aus der Földiklinik. Da bei der manuellen Lymphdrainage (MLD) und der Kompressionstherapie die Flüssigkeit im Körper näher an das Herz verlagert würde, erhöhten sich die Risiken bei Menschen mit Herzproblemen. Der Kardiologe führte weiter aus, dass Herzinsuffizienz keine absolute Kontraindikation für MLD und Kompressionstherapie sei. Mögliche Therapieentscheidungen würden an die Patientin bzw. den Patienten angepasst, nachdem aktuelle Symptomatik vor Beginn bestimmt wurde und die New York Heart Association-Klassifizierung erfolgte.</p>
<p>Über Probleme und physiotherapeutische Behandlungsansätze beim multikausal assoziierten Lymphödem informierten <b>Thomas Zähringer</b> und <b>Dr. med. Michael Oberlin</b>, beide Hinterzarten. Hierbei würde das multikausale Lymphödem durch eine langfristige Erhöhung der Lymphlast zu einer Dekompensation des Lymphabflusssystems und als Folge daraus zu einem chronischen Lymphödem führen. Zu der Entstehung multikausaler Lymphödeme würden insbesondere Adipositas, Polypharmazie, funktionelle CVI (chronisch venöse Insuffizienz), reduzierte Mobilität und ein erhöhtes Alter beitragen. Bei der Therapie multikausal assoziierter Lymphödeme müsse auf die Form und Konsistenz des Ödemgewebes, die Form der Beine, die Hautsituation (u. A. Falten, Mazerationen, Mykosen, Wunden), den Trainingszustand oder das allgemeine Verhältnis zu Sport geachtet werden. Die Referenten führten weiter die positiven Effekte von Bewegung, z. B. im Rahmen von Rehasport, auf und stellten fest, dass man nur im Team zum Therapieerfolg kommt.</p>
<p><b>Prof. Dr. med. Jodok Fink</b>, Freiburg, klärte über die „Chancen und Grenzen der bariatrischen Chirurgie bei Patientinnen und Patienten mit Adipositas und Lipödem oder Lymphödem“ auf. Da beide Krankheitsbilder eine häufige Koexistenz mit Übergewicht aufweisen würden, müsse man zwischen gesundem und ungesundem Übergewicht unterscheiden. Ungesundes Übergewicht verursache stark vergrößerte Fettzellen, welche als Entzündungsmediatoren auftreten und z. B. zur Fettspeicherung in der Leber führen könnten. Durch einen bariatrischen Eingriff könne das Gewicht der Patientinnen und Patienten reduziert werden, doch jener solle nicht isoliert durchgeführt, sondern interdisziplinär behandelt werden, um eine gesteigerte Lebensqualität bei den Betroffenen nachhaltig zu sichern.</p>
<p>Dass Patientinnen mit einem Genital-Lymphödem massive Einschränkungen der Lebensqualität in allen Bereichen erführen, erläuterte <b>Dr. med. Martha Földi</b>, Hinterzarten, in ihrem Vortrag über das „Genital-Lymphödem der Frau“. Dabei manifestiere sich das Lymphödem im äußeren Genital der Frau und trete ein- oder beidseitig und asymmetrisch auf. Zudem komme es zu lokalen Haut- und Gewebeveränderungen wie Lymphzysten, -fisteln, -horrhoe oder aber zu lebensgefährlichen Erysipelen. Da dem Krankheitsbild des Genital-Lymphödems leider kaum Daten zugrunde liegen, käme es oft zu der Differentialdiagnose Condylomata acuminata, was zu einer falschen Therapie und somit einer Verschleppung der Krankheit führe.</p>
<p>Die Physiotherapeutin<b> Elvira Albrecht, </b>Hinterzarten<b>,</b> ging anschließend auf die „Therapie des weiblichen Genital-Lymphödems“ ein. Die größten Herausforderungen für die Entstauungstherapie seien Unsicherheit und Scham auf beiden Seiten, den Genitalbereich zu behandeln bzw. behandeln zu lassen. Hier gelte es, eine Vertrauensbasis und gute Kommunikation mit der Patientin aufzubauen, um eine erfolgreiche MLD durchführen zu können. MLD-Schwerpunkte wären der Genitalbereich, Schamlippen und Mons Pubis. Man solle als Griff den stehenden Kreis nutzen und die Intensität anpassen.</p>
<p>Auch bei der Therapie des männlichen Genital-Lymphödems stelle die Scham die größte Herausforderung und Behinderung dar, so der Physiotherapeut<b> Thomas Zähringer</b>, Hinterzarten. Anders als bei dem weiblichen Genital-Lymphödem würde bei der Entstauungstherapie bereits mit Bandage-ähnlichen Griffen gearbeitet werden. Anschließend könne durch eine elastische Kompressionsbandage und einen Schaumstoffring eine stabile Basis für die weitere Kompression geschaffen werden, welche durch eine Bermudahose komprimiert und stabilisiert würde.</p>
<p>Ob bei einem Lymphödem nach einem Mammakarzinom alles komplikationslos sei, diskutierte <b>Stefan Hemm</b>, Saarbrücken. Nach dem Entfernen eines Mammakarzinoms könne ein Lymphödem im Arm, in der Thoraxwand oder auch im Brustbereich entstehen. Hier gelte es, die komplexe physikalische Entstauungstherapie wie auch Manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie und Hautpflege als Teil der Therapie anzuwenden. Der Physiotherapeut führte weiter aus, dass eine intensive Zentralvorbereitung sowie eine Vorbehandlung der „gesunden Seite“ des Betroffenen wichtig sei, damit anschließend der Lymphabfluss auf der kranken Seite erfolgen könne. Da viele Patientinnen und Patienten meist nur einseitig betroffen seien, eigneten sich bei der individuellen Kompressionstherapie vor allem sogenannte MAKs – Medizinische adaptive Kompressionssysteme.</p>
<p><b>Håkan Brorson, MD, Phd</b>, Malmö, Schweden, berichtete über seine 25-jährige Erfahrung bei der „vollständige[n] Reduzierung von Lymphödemen durch Liposuktion“. Das Ziel sei hier, durch Liposuktion das Fett an den betroffenen Körperstellen vollständig abzusaugen. Um jenes Ziel zu erreichen, werde ungefähr ein Jahr mit mehreren Behandlungen benötigt. Vor der Liposuktion sei es jedoch von essenzieller Wichtigkeit, das Lymphödem vollständig zu entstauen. Jene Art der Fettabsaugung zerstöre dabei keine Lymphgefäße und die Entstehung von Erysipelen werde bei dem Verfahren um ca. 70% verringert. Nach der vollständigen Reduktion des hypertrophierten Fettgewebes müsse der Betroffene 23 Stunden täglich die Kompressionsbekleidung tragen, um das Ergebnis zu erhalten. Dafür falle die Lymphdrainage und KPE weg. </p>
<p>Über die „Möglichkeiten und Grenzen der Lymphgefäßchirurgie“ informierte <b>Prof. Dr. med. Nicole Lindenblatt</b>, Zürich, Schweiz. So sei es durch die Mikro- und Supermikrochirurgie möglich einen sogenannten dermal backflow bei kaputten Lymphgefäßen wieder herzustellen, indem diese in andere Gefäße, z. B. in Venen abgeleitet werden. Dieses Verfahren sei wenig bis kaum invasiv und gleichzeitig sehr effektiv. Anhand von Videobeispielen zeigte Prof. Lindenblatt wie präzis die Arbeit bei lymphovenöser Anastomosen sei.</p>
<p>Der Chirurg <b>Dr. med. Hans-Walter Fiedler</b>, Soest, erklärte in seinem Vortrag, dass das Lipödem-Syndrom keine lymphologische Erkrankung sei. So hätten Patientinnen mit einem Lipödem oder mit einer Lipohypertrophie keine vermehrten Wassereinlagerungen und eine normale Lymphgefäßmorphologie. Nach Dr. Fiedler stehe eine professionelle Beratung zum Lifestyle- und Selbstmanagement im Therapiemittelpunkt, genauso wie das Schmerzmanagement, um die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern, nicht jedoch MLD.</p>
<p>Die Psychotherapeutin <b>Gabriele Erbacher</b> und <b>Dr. med. Tobias Bertsch</b>, beide aus Hinterzarten, präsentierten die neue Lipödem-Syndrom-S2k-Leitlinie. In dieser sei nun festgehalten, dass es keine Stadieneinteilung zu den Beschwerden des Lipödems gebe. Das Leitsymptom sei der Schmerz der Patientinnen, welchen es zu behandeln gelte. Zudem sei die psychische Belastung nicht zu unterschätzen, die wiederum zu einem stärkeren Schmerzempfinden führe. Allerdings hätten 80 % der Betroffenen bereits vor der Erkrankung am Lipödem-Syndrom an psychischen Belastungen und Störungen gelitten. Wichtiger Teil der Therapie bleibe neben Physio- und Bewegungstherapie, Ernährungsberatung, Selbstmanagement etc. sowie die Kompression.</p>
<p>„Alles Lipödem oder was? Erfahrungen aus der phlebologischen Praxis“ präsentierte die Fachärztin für Allgemeinmedizin <b>Dr. med. Erika Mendoza</b>, Wunstorf, anhand von Fallbeispielen aus ihrem Berufsalltag. In der Praxis sehe es so aus, dass viele Patientinnen und Patienten desinformiert und verwirrt wären und leider oft eine Fehldiagnose erhielten. Die Aufgabe der behandelnden Ärztin bzw. des behandelnden Arztes sei hier, auf die Betroffenen einzugehen und über die Symptome ausführlich zu sprechen, um andere Krankheiten auszuschließen und eine adäquate Therapieform finden zu können.</p>
<p>Zum Abschluss des ersten Tages stellte <b>Guenter Klose</b>, Lafayette, CO, USA, die „Patientin mit Lipödem-Syndrom in der Physiotherapiepraxis“ in den Vereinigten Staaten vor. Dort habe sich der sogenannte Befunderhebungsbogen durchgesetzt, welcher allgemeine Patienteninformationen, Beschwerden und Symptome erfasse wie Gewicht, Körpergröße, BMI, Weight-Hip-Ratio, Weight-Hight-Ratio, Schmerzempfinden, Erysipele, aber auch Fragen zum sozialen und emotionalen Zustand, dem Alltagsleben sowie zur Mobilität und Motivation der Betroffenen stellt. Die Ausdauer und Trainierbarkeit der Patientinnen werde durch einen sogenannten sechs Minuten-Spaziergang festgestellt und auch in den USA würde bei der Therapie auf gesunde Ernährung und körperliche Aktivität geachtet, damit die Betroffenen eine Steigerung in ihrer Lebensqualität erfahren.</p>
<p>Die wissenschaftliche Leitung der 1. Földikinik-Tage in Hinterzarten lud anschließend zum gemeinsamen Abendessen und Austausch ein.</p>
<p><b>Vortragsprogramm am Samstag, 08.06.2024</b></p>
<p>Den zweiten Tag des Symposiums eröffnete <b>Prof. Dr. med. Nestor Torio</b>, Freiburg, mit seinem Vortrag „Möglichkeiten und Limitationen der Liposuktion beim Lipödem-Syndrom“. Angesichts der in den letzten Jahren steigenden Anzahl an OP-Angeboten und der damit verbundenen Falschinformationen aus Medien wie dem Internet sei eine kritische Haltung sehr wichtig. Die Erwartung an den OP-Erfolg seien oft zu hoch. Die Evidenz gelte es zu steigern. Seine zentrale Frage, ob eine Liposuktion beim Lipödem immer sinnvoll sei, verneinte der plastische Chirurg. Bei starkem Übergewicht sei immer zuerst die morbide Adipositas zu behandeln.</p>
<p>In seinem interaktiven Referat zum Thema „Komplexe Entstauungstherapie beim Kopf-Hals-Lymphödem – Mühe ohne Erfolg?“ zeigte <b>Dr. med. Meier-Lenschow</b>, Freising, welche Ursachen und Therapiemöglichkeiten es für Lymphödeme im Kopf-Hals-Bereich gibt. Die häufigsten Gründe seien Krebserkrankungen und -therapien. Rund 70 % der Behandelten hätten nach einer Krebstherapie im Bereich des Kopfes und Halses ein Lymphödem entwickelt. Der für die Lebensqualität so wichtige Schluckvorgang sei dadurch oft stark eingeschränkt, wie in einem endoskopischen Video zu sehen war. Als wirksame Therapien nannte der HNO-Arzt Akupunktur, submentale Liposuktion, Low Level Laser, Eigentherapie, Kompressionsbinden, KPE und einen operativen Lymphgefäßersatz.</p>
<p><b>Sandra Völler</b>, Osnabrück, stellte „ASEK: Initiales Entstauungskonzept in strukturschwachen Versorgungsregionen“ vor. Eine regional schwache Versorgungsstruktur für Lymphödeme überlaste die Wartezimmer der Gefäßchirurgie durch Lymphödem-Betroffene. Die Einrichtung einer Lymphsprechstunde und einer stationären Patientengruppe einmal im Monat hätte die Situation für alle erleichtert. Bei ASEK stehe die Entstauungsphase als initiale Behandlung im Fokus. Nach acht Tagen mit Labordiagnostik, IPK und MLD, Kompressionsbandagierung, Bewegungsbad und Gymnastik in der Gruppe, Atemtraining, Ernährungsberatung und -protokoll, Ausmessen und Bestrumpfung würden die Patientinnen und Patienten mit Infos zum Selbstmanagement und über ein Überleitungsmanagement in die ambulante Therapie entlassen.</p>
<p><b>Oliver Gültig</b>, Aschaffenburg, gab einen Einblick in die „Innovation Kompression in der ambulanten Therapie“. Denn gerade mit der Mikromassage-Mobilisation seien sehr gute Entstauungserfolge zu erzielen. Die große Materialvielfalt von Schaumstoffbinden über hochdichte und wellige Schaumstoffe bis hin zu Lymphpads ermögliche eine individuelle Versorgung. Die objektiven Vorteile seien eine hohe Mikromassage-Wirkung, eine hohe Stiffness trotz Mittelzugbinden und Druckerhalt über den Tag. Die Patientinnen und Patienten würden sich über einen angenehmen Druck, eine hohe Beweglichkeit und einen guten Halt ohne Rutschen freuen. MAKs und Nachtlösungen seien sinnvolle Ergänzungen, so der Lymphtherapeut.</p>
<p>In die Welt der „Stolpersteine der Flachstrick-Kompressionstherapie in der GKV-Welt“ entführte das Auditorium <b>Ralph Martig</b>, Freiburg. Auch wenn die Qualität und Wirksamkeit der Leistungen dem allgemein anerkannten Stand der Medizinerkenntnisse zu entsprechen hätten, müssten Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein. Vertraglich verbunden seien die bzw. der Versicherte mit der Krankenversicherung und das Sanitätshaus mit der Versicherung. Eingereicht würde immer ein „Sandwich“ aus Antrag der Betroffenen und Kostenvoranschlag auf Basis der Verträge zwischen Versicherung und Sanitätshaus. Der Prokurist und kaufmännische Leiter eines Sanitätshauses betonte zum Abschluss, dass auf dem Hilfsmittel-Rezept immer Diagnose, Bezeichnung nach Maßgabe des Hilfsmittelverzeichnisses, Anzahl und Konfiguration stehen müssten.</p>
<p>Die Veranstaltung überzeugte durch namhafte Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Schweiz und den USA. Sie ließen mehr als 330 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien den Lymphkliniktag als praxisrelevante Fortbildung erleben.</p>
<p>Mit großer Freude kündigten die Kongress-Verantwortlichen die 2. Földiklinik-Tage am 16. und 17. Mai 2025 an. Am nächsten Symposium im Hochschwarzwald können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf internationale Referierende mit Themen rund um das Lymphödem und dessen Therapie freuen.</p>
<p>Mehr zu den Veranstaltungen der Juzo Akademie finden Sie unter <a href="http://www.juzo.de/akademie" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">juzo.de/akademie</a>.</div>
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<div>Über die Julius Zorn GmbH</div>
<p>Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Th&uuml;ringen) gegr&uuml;ndet und besch&auml;ftigt weltweit &uuml;ber 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa, Kanada und Brasilien bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit &uuml;ber 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualit&auml;t der Behandelten zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Daf&uuml;r produziert das Unternehmen innovative Produkte &ndash; gr&ouml;&szlig;tenteils &bdquo;Made in Germany&ldquo; &ndash; aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthop&auml;die wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen f&uuml;r den medizinischen Fachhandel, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten f&uuml;r ambitionierte Sportlerinnen und Sportler sowie die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen f&uuml;r Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeitet die Belegschaft bei Juzo an innovativen und individuellen L&ouml;sungen f&uuml;r mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de</p>
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		<title>9. Lymphkliniktag Wolfsberg</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2024/05/15/9-lymphkliniktag-wolfsberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 May 2024 15:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 19. und 20. April 2024 fand der 9. Lymphkliniktag Wolfsberg im KUSS Kongress &#38; Eventcenter in Wolfsberg, Österreich, unter der Leitung von Prim. Dr. med. Christian Ure, em. Prim. Dr. med. Walter Döller und OÄ Dr. med. Berit Seeland statt. Die Behandlungsmöglichkeiten und -maßnahmen der konservativen Therapie des Lymphödems standen zur Diskussion und es [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-lexikon.de/2024/05/15/9-lymphkliniktag-wolfsberg/" data-wpel-link="internal">9. Lymphkliniktag Wolfsberg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-lexikon.de" data-wpel-link="internal">Presse-Lexikon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Am 19. und 20. April 2024 fand der 9. Lymphkliniktag Wolfsberg im KUSS Kongress &amp; Eventcenter in Wolfsberg, Österreich, unter der Leitung von <b>Prim. Dr. med. Christian Ure, em. Prim. Dr. med. Walter Döller </b>und<b> OÄ Dr. med. Berit Seeland</b> statt. Die Behandlungsmöglichkeiten und -maßnahmen der konservativen Therapie des Lymphödems standen zur Diskussion und es galt aufzuzeigen, wie sie mit chirurgischen Maßnahmen kombiniert werden können. Ergänzend referierten die Vortragenden aus Österreich, Belgien, Deutschland und Italien darüber, welche Konzepte und Therapien bewährt sind, welche neuen Ansätze es in der Medizin und Forschung gibt und wie sich diese mit den Teilhabezielen der Patientinnen und Patienten vereinen lassen.</p>
<p>Der Lymphkliniktag wurde mit einem Rückblick auf dessen Entwicklung eingeläutet. Die Veranstaltung hat mal ganz klein mit 30 bis 40 Personen begonnen. Im Laufe der Jahre sei der Bedarf, sich über das Lymphödem und dessen Therapie auszutauschen, kontinuierlich gewachsen. Seit diesem Jahr findet der Lymphkliniktag in den Kongresssprachen Deutsch, Englisch und Französisch statt, so dass Gäste aus insgesamt 12 Ländern begrüßt werden konnten. Jürgen Gold, Geschäftsführer der Firma Juzo, freute sich über die vielen Gäste aus Ärzteschaft, Therapie und Fachhandel.</p>
<p>Das Symposium war in drei Themenschwerpunkte unterteilt. Im Anschluss an das Vortragsprogramm gab es die Möglichkeit, die Lymphklinik Wolfsberg zu besuchen und vor Ort Einblicke in die Praxis zu erhalten.</p>
<p><b>I. Physikalische, konservative Therapie</b></p>
<p><b>Univ.-Prof. Dr. med. Richard Crevenna, MBA, MMSc, </b>Wien, Österreich, hatte seinen Vortrag zu den Möglichkeiten der physikalischen Medizin aus Sicht des Allgemeinen Krankenhauses vorab per Video eingereicht. Der Präsident der österreichischen Lymph-Liga stellte die Bestandteile der Rehabilitation von Empowerment und Psychologie Tele-Rehabilitation vor und forderte eine interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit.</p>
<p><b>Prim. Dr. med. Gert Apich</b>, Klagenfurt, Österreich, zeigte anhand von Messdaten aus Wolfsberg und Klagenfurt die unterschiedlichen Möglichkeiten der ambulanten und der stationären lymphologischen Rehabilitation auf. Im Rahmen einer Lymphstudie wurden Blutwerte vor und nach der manuellen Lymphdrainage (MLD) miteinander verglichen, um die Resultate der Drainage zu</p>
<p>verdeutlichen. Zur Verbesserung der Lymphangiomotorik, Schmerzkontrolle und Lebensqualität kämen neben der MLD auch verschiedene Kompressionsversorgungen, additive physikalische Therapien sowie Mechanotherapie und Bewegungstherapie zum Einsatz.</p>
<p><b>Prim. Dr. med. Roland Celoud, S.F.E.B.PRM., </b><b>MSc</b>, Horn, Österreich, zeigte die Vorzüge der neuen ICF-Codierung gegenüber der bisher üblichen ICD-Codierung der WHO. ICD gebe lediglich Aufschluss über die Körperfunktionen und -strukturen. Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) berücksichtige hingegen auch die Folgen von Krankheiten in Bezug auf Körperfunktionen, Aktivitäten und Teilhabe. Darum sei die ICF der Schlüssel zur Erfassung und Dokumentation der individuellen Rehabilitations- und Partizipationsziele.</p>
<p>In einer Liveschaltung aus der Charité – Universitätsmedizin Berlin präsentierte <b>PD Dr. med. Anett Reißhauer</b>, Leitung Arbeitsbereich physikalische Medizin, aktuelle Studienergebnisse zu Kompression und Bewegung beim Lymphödem. Im Bereich der Kompressionsbandagierung wurde ein neues Polstermaterial aus Schaumstoff untersucht, welches die Druckverteilung optimiere und gegenüber dem in der Praxis häufig verwendeten Wattematerial sogar ökologischer und ökonomischer sei. Medizinische adaptive Kompressionssysteme (MAK) seien eine sinnvolle Ergänzung der Kompressionstherapie, die eine flexiblere und individuellere Versorgung der Patientinnen und Patienten ermöglichen würde.</p>
<p>Zum Thema „Drücke unter verschiedenen Kompressionsversorgungen“ informierte <b>Prof. Jean-Paul Belgrado, PhD</b>, Brüssel, Belgien, und zeigte Stärken und Schwächen unterschiedlicher Druckmessmethoden auf. Besonders interessant sei der Unterschied im subjektiven Empfinden von Kompressionsdruck und Wasserdruck. Bei einer Wassertiefe von einem Meter entstehe ein nicht spürbarer Druck von bis zu 100 mmHg. Dieser Druck würde bei Kompressionsversorgungen sogar als schmerzhaft und gefährlich eingestuft. Beim Tragen von Kompressionsbekleidung im Wasser addiere sich der Kompressionsdruck der Versorgung und der Wasserdruck.</p>
<p><b>Prof. Dr. med. Karsten Knobloch, FACS</b>, Hannover, erklärte, dass die Stoßwellentherapie kongenial in der Therapie des sekundären Lymphödems einzusetzen sei, da es das VEGF-C Protein simuliere und damit nebenwirkungsfrei die Lymphangiogenese anrege. Studien zeigten, dass jene Therapieform die klassische Lymphödemtherapie nach lymphmikrochirurgischen Eingriffen ergänzen könne und dadurch Volumenreduktion, positive Auswirkungen auf die Elastizität der Haut sowie eine verbesserte Hautdicke erzielt würden.</p>
<p>Den Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und dem Kohärenzsinn, bestehend aus den drei Faktoren Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit, stellte <b>Katharina Loibnegger-Traußing, MSc</b>, Wien, Österreich, vor. Die Psychologin präsentierte zudem eine Studie, die ergab, dass Patientinnen und Patienten ihre eigene körperliche Gesundheit besser einschätzen könnten, je höher ihr Kohärenzsinn sei. Da die psychische und körperliche Gesundheit stark miteinander verbunden seien, sollte in Behandlungsgesprächen der Kohärenzsinn der Betroffenen besonders gestärkt werden.</p>
<p>Das Team des 9. Lymphkliniktages Wolfsberg lud anschließend zum gemeinsamen Abendessen und Austausch ein.</p>
<p><b>II. Diagnostik und Therapie kindlicher Lymphödeme</b></p>
<p>Der zweite Tag startete mit der Diagnostik und Therapie kindlicher Lymphödeme unter dem Vorsitz von <b>Dott. Alberto Onorato, PhD</b>, Udine, Italien, und <b>Andrzej Szuba, MD, PhD</b>, Breslau, Polen. Dabei wurde auf die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu Genetik und Malformationen eingegangen. Abschließend kritisierten die Vorsitzenden das Fehlen einheitlicher Standards zur Diagnosestellung und Behandlung von Lymphödemen bei Kindern in vielen Ländern.</p>
<p><b>Prof. Jean-Paul Belgrado, PhD</b>, Brüssel, Belgien, erörterte die Problematik von konventionellen Diagnosetechniken bei Kindern mit Lymphödem, da jene nicht immer verlässlich seien. Der Referent stellte alternative Untersuchungsmöglichkeiten vor und empfahl, diese zu kombinieren. So könne eine gesicherte Diagnosefindung stattfinden.</p>
<p>In seinem Vortrag zu genetischen Aspekten zeigte <b>Prof. Miikka Vikkula, MD, PhD</b>, Brüssel, Belgien, dass das primäre Lymphödem genetisch heterogen sei und lymphatische Malformationen sporadisch auftreten könnten. Auffällig sei zudem, dass bei 88 % der weiblichen und nur bei 23 % der männlichen Patienten ein Lymphödem entstehe, wenn monogenetische Veranlagungen vorlägen.</p>
<p>Welche Besonderheiten es bei der ambulanten Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Lymphödem zu beachten gebe, vermittelte <b>Eva-Maria Streicher</b>, München. Dabei hob die Physio- und Ödem-Therapeutin die Relevanz der 5. Säule der komplexen physikalischen Entstauungstherapie (KPE), des Selbstmanagements, hervor, wobei dieses meist von den Eltern ausgeführt würde. Dabei sei die aktive Einbeziehung der Kinder genauso wichtig wie die ausführliche Schulung der Eltern, um die Motivation der kleinen Patientinnen und Patienten zu fördern.</p>
<p><b>Prof. Laurence M. Boon, MD, PhD</b>, Brüssel, Belgien, präsentierte neue Therapien bei Lymphatischen Malformationen. Dabei sei eine multidisziplinäre Zusammenarbeit notwendig, da konventionelle Behandlungen wie Sklerotherapie, Phlebografie oder chirurgische Eingriffe an ihre Grenzen stößen. Anschließend bestätigte sie die Wirksamkeit des Medikaments Sirolimus anhand einer durchgeführten Studie.</p>
<p><b>III. Comorbiditäten und Differntialdiagnosen</b></p>
<p>Den dritten Teil des Symposiums startete<b> Univ. Prof. Dr. med. Lars-Peter Kamolz, MSc, </b>Graz, Österreich, mit seinem Vortrag zur Behandlung von Verbrennungen bei Kindern und Jugendlichen. Hier beschrieb er, dass eine der häufigsten Ursachen für Verbrühungen und Verbrennungen bei Kindern der Kontakt mit Haushaltsgegenständen wie z. B. der Herdplatte oder dem Stromkabel sei. Das Ausmaß der Verletzung sei dabei von der Temperatur, Lokalisation, Ausdehnung, Tiefe und der Verbrennungsart abhängig. Um Problemen bei der Narbenbildung vorgreifen zu können, würden in der Praxis Kompressionstherapie, Kortison-Injektionen, Silikonprodukte etc. zum Einsatz kommen.</p>
<p><b>Dr. med. Gabriele Faerber</b>, Hamburg, fokussierte sich auf den Lebensstil und die Ernährung. Die Adipositas beeinflusse die lymphatische Funktion und verursache eine Verschlechterung aller Arten von Lymphödemen. Neben der spezifischen Lymphtherapie sei eine Ernährungs- und Lebensstilintervention notwendig, um die Hyperinsulinämie und die chronische Inflammation zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Eine ketogene Ernährung sei laut Dr. med. Faerber einen Versuch wert und könne sowohl bei Lymphödemen als auch bei Adipositas empfohlen werden.</p>
<p><b>Dr. med. Bianca-Karla Itariu, PhD</b>, Wien, Österreich, erklärte in ihrem Vortrag, dass bei Lymphödem und Adipositas zwei Welten aufeinanderträfen. Bei Patientinnen und Patienten mit beiden Krankheitsbildern würden sich beide reziprok bedingen und den Verlauf verkomplizieren. Die Referentin führte weiter aus, dass trotz neuer Leitlinien zum konservativen Management von Adipositas noch weiterer Forschungsbedarf bestehe, da es noch viele Fragen und Unklarheiten zu den komplexen Hintergründen beider Krankheiten gebe.</p>
<p>In seinem Vortrag „Lymphödem und Comorbiditäten – Diagnostik und Therapiemöglichkeiten bei komplexen Fällen“ stellte <b>Andrzej Szuba, MD, PhD</b>, Breslau, Polen, unterschiedliche Fallbeispiele von Begleiterkrankungen vor. Des Weiteren klärte der Mediziner über Mythen zu Kontraindikationen von Kompressionstherapie auf, da diese tatsächlich, neben der Wundpflege, zu den wichtigsten Behandlungsmethoden gehöre.</p>
<p>In ihrem Vortrag zum transversalen Druck stellten <b>Dr. med. Alfred Obermayer </b>und<b> Ing. Reinhard Bauer</b>, beide aus Melk, Österreich, ihre sogenannte „Sackerl-Theorie“ vor. Hierbei würde der transversale Druck durch Gravitation, welche durch die lymphpflichtige Last entstehe, hervorgerufen. Als konservative Therapieform informierten die beiden Referenten über die Kompressionstherapie mittels Wasser, die durch ein Dynamic Hydrostatic Compression System umgesetzt würde.</p>
<p>Zum Abschluss des dritten Themenblocks präsentierte <b>Assoc.-Prof. Dr. med. Giacomo Rossitto</b>, MD, PhD, Padua, Italien, die „lymphatische Homöostase bei cardio-reno-vaskulären Erkrankungen“. Dabei stellte der Kardiologe Studienergebnisse zum Vorkommen von Natrium im Körper vor und demonstrierte, dass eine klare Differenzierung zwischen Schwellungen bei Herzinsuffizienz und Lymphödemen nicht immer möglich sei.</p>
<p>Die Veranstaltung überzeugte durch namhafte Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Österreich, Italien und Belgien. Sie ließen mehr als 250 internationale Teilnehmende aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen, Belgien, Kroatien, Tschechien, Italien, Slowakei, Slowenien, Spanien und Ungarn den Lymphkliniktag als praxisrelevante Fortbildung erleben. Mit großer Freude kündigten die Kongress-Verantwortlichen den 10. Lymphkliniktag am 25. und 26. April 2025 an. Am nächsten Symposium in Wolfsberg werde der Fokus auf Innovation in Diagnose und Theraphie wie auch auf Informationen zu der neuen Leitlinie Lipödem und der noch in Bearbeitung stehenden S3-Leitlinie Lymphödem liegen.</p>
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		<item>
		<title>13. Münchner Lymph-Symposium</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2023/08/09/13-muenchner-lymph-symposium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Aug 2023 07:24:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-lexikon.de/2023/08/09/13-muenchner-lymph-symposium/" data-wpel-link="internal">13. Münchner Lymph-Symposium</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-lexikon.de" data-wpel-link="internal">Presse-Lexikon</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Am 22. Juli 2023 veranstaltete die Juzo Akademie unter der wissenschaftlichen Leitung von <b>Dr. med. Michaela Knestele</b>, Kaufbeuren, in der Münchner Wappenhalle das 13. Münchner Lymph-Symposium. Unter dem Leitthema „Ödeme in verschiedenen Lebensphasen“ wurden die vier Kapitel Kindheit, Adoleszenz, Erwachsenenalter und Senium besprochen. Zum Auftakt der Veranstaltung standen erblich bedingte Ödeme und Therapie-Optionen bei Kindern mit lymphatischen Malformationen im Fokus. Im Anschluss wurden Lipödeme bei Teenagern und Störungen des Essverhaltens bei Jugendlichen thematisiert. Der dritte Teil widmete sich dem erwachsenen Behandelten. Hier wurden Ödeme durch Bewegungsmangel, Ödeme bei onkologischen Erkrankungen und die Auswirkungen eines Ödems auf die Erwerbstätigkeit beleuchtet. Im abschließenden Themenblock wurden die Herausforderungen der Kompressionstherapie bei älteren Menschen sowie bei der Wundversorgung in der Palliativpflege umfassend besprochen.</p>
<p><b>I. Kindheit </b></p>
<p>Der Humangenetiker und Arzt <b>Dr. rer. nat. Dr. med. René Hägerling</b>, Berlin, eröffnete das Vortragsprogramm. Als Einstieg in die Phase der Kindheit widmete sich sein Vortrag den genetischen Grundlagen hereditärer Lymphödeme und Lymphgefäßmalformationen. Neben defekten Lymphgefäßklappen und einem disruptierten Lymphgefäßnetzwerk gäbe es noch viele weitere mögliche Ursachen lymphatischer Dysfunktionen. In der Molekulargenetik gleiche die Diagnostik der Ursache der Suche nach einem einzelnen Tippfehler, der sich in einer Bibliothek versteckt, die mit 46 Bücherregalen mit je 23.000 Büchern bestückt ist. Dennoch sei es mit Hilfe der Genetik heutzutage möglich in rund 30 bis 40 % der Fälle zu einer Diagnose zu kommen. Um die jeweilige Unterform des Lymphödems zu finden, nutze man die gegenwärtige Klassifikation nach Cornell et al. Genetische Diagnostik komme zum Beispiel im Rahmen eines Kinderwunsches, pränataler Diagnostik oder der Zusammenstellung einer geeigneten Therapie zum Einsatz.</p>
<p>Die Ursachen für Ödeme bei Kindern beleuchte <b>Prof. Dr. med. univ. Markus Rauchenzauner</b>, Vogtareuth. Auch er betonte, wie wichtig die Suche nach der Ursache eines Ödems sei und welchen Beitrag die Genetik dabei zukünftig leisten könne. Er zeigte die Unterschiede zwischen dem nephrotischen und dem nephritischen Syndrom auf, welche häufig die Ursache von Ödemen im Kindesalter seien. Als weitere Ursache nannte er die Zöliakie. Diese Unverträglichkeit des Dünndarms gegenüber Gluten äußere sich bei Kindern durch häufigen Kopfschmerz und Bauchschmerzen. Eine Diagnose sei ohne Biopsie gut über die Blutdiagnostik möglich. Zur Behandlung diene eine Ernährungsumstellung. Generell sei bei Kindern eine erhöhte Aufmerksamkeit geboten, wenn Wachstumsstörungen vorlägen. Bei Säuglingen sei es wichtig, das propere Erscheinungsbild nicht mit einem Ödem zu verwechseln.</p>
<p>Über die Behandlung von Kindern mit lymphatischen Malformationen sprach der Internist und Angiologe <b>Prim. Dr. med. Christian Ure</b>, Wolfsberg, Österreich. Vorab berichtete er, dass im Sommer viele Kinder zur dreiwöchigen stationären Rehabilitation in Wolfsberg wären. Nach ISSVA würden vaskuläre Anomalien in die drei Gruppen vaskuläre Tumore, vaskuläre Malformationen und komplexe kombinierte vaskuläre Malformationen unterteilt. Fast 90 % der Lymphödeme hätten sekundäre Ursachen, nur 1 von 6.000 Kindern käme mit einem primären Lymphödem zur Welt. Anamnese, Inspektion und Palpation seien die Grundlage für eine Diagnose. In der OMIM-Datenbank seien neun häufige Ursachen vermerkt, bei denen man die Gen-Loki kenne. Bei der ICD-10-Codierung würden hereditäre Lymphödeme mit einer Q-Nummer und spontane Mutationen wie andere sekundäre Lymphödeme mit einer I-Nummer gekennzeichnet.</p>
<p>Welche Besonderheiten es bei der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) bei Kindern zu beachten gebe, vermittelte <b>Eva-Maria Streicher</b>, München. Dabei hob die Physio- und Ödem-Therapeutin die Relevanz der 5. Säule der KPE, dem Selbstmanagement, hervor. Konkret ersetze die Schulung der Eltern das Selbstmanagement der Kinder, auch wenn dies in der Heilmittelversorgung bisher leider nicht vorgesehen sei. Spezielle Vorsicht sei bei Kindern unter dem 2. Lebensjahr beim Druck erforderlich. Bei Kleinkindern reiche ein Druck von 9 mmHg aus, um das Gewebe zu reanimieren. Früher wurden Kinder unter dem 2. Lebensjahr nicht behandelt. Heute nutze man diesen prägenden Zeitraum, in dem man bereits viel Gutes tun könne. Beim Komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) könne zum Beispiel eine sofortige Lymphdrainage die Veränderung komplett stoppen und helfe so einen langen Leidensweg zu vermeiden.</p>
<p>Der Vortrag von <b>Prof. Dr. med. Nicole Lindenblatt</b>, Zürich, widmete sich den operativen Möglichkeiten bei lymphatischen Malformationen, die zukünftig auch bei Kindern zum Einsatz kommen könnten. Zuerst erläuterte sie den Teufelskreis zwischen Ödem und Adipositas/Fettablagerung, den es zu durchbrechen gelte. Grundsätzlich komme die Lymphovenöse Anastomose (LVA) eher bei sekundären Lymphödemen in Betracht, während Lymphknotentransfers eher bei primären Lymphödemen eingesetzt würden. Sie zeigte verschiedene Entnahmestellen für Lymphgefäße mit ihren Vor- und Nachteilen für den Gefäß- und Gewebetransfer und verschiedene Roboter-assistierte Operationsmöglichkeiten. Die rekonstruktive Lymphchirurgie erhöhe die Lebensqualität und sei damit auch bei Kindern eine wichtige Option.</p>
<p><b>II. Adoleszenz </b><br />
Seinen Vortrag rund um das Lipödem bei Teenagern eröffnete <b>Prof. Dr. med. Christian Taeger</b>, München, mit der Feststellung, dass sich die Ursachenforschung leider noch immer in den Kinderschuhen befinde. Bei Studien hapere es allgemein schon daran, geeignete Probanden zu finden, da eine eindeutige Diagnose fehle. Den Eingriff mittels Power-Assisted Liposuktion sei zwar nicht im Teenageralter, jedoch in einem frühen Stadium der Erkrankung anzuraten. Dabei sei es wichtig auf einen Schlag möglichst viel Fett abzusaugen, denn die Prozedur sei nicht unendlich wiederholbar. Die Fettabsaugung sei darum kein Anfängereingriff, sondern solle nur von erfahrenen Fachleuten ausgeführt werden. Bei der Lymphovenösen Anastomose (LVA) plädierte er für den Grundsatz Qualität vor Quantität: So sei eine perfekt geplante und sorgfältig durchgeführte Anastomose mehr wert als viele einzelne Anastomosen.</p>
<p>In ihrem Vortrag „Wenn ,Ess-Kapaden´ ins Gewicht fallen“ beleuchtete die Psychotherapeutin <b>Gabriele Erbacher</b>, Hinterzarten, die Zusammenhänge von Essverhalten, Adipositas und Lymphödemen. Dabei stellte sie klar, dass nicht jede Adipositas zwangsweise mit einer Essstörung verbunden sei. Typische Essstörungen seien Stress-, Frust- und Lustessen, Fressattacken und Grazing, bei dem ohne echtes Hungergefühl unzählige Mini-Mahlzeiten verzehrt werden. Die Ursachen liegen häufig in der Psyche. Schon im Säuglingsalter würde die Nahrungsaufnahme mit Nähe und Geborgenheit assoziiert. Zudem sei das Gehirn so programmiert, dass Essen als Ausweg aus Problemsituationen empfunden werde, was Essstörungen begünstige. Gerade bei jungen Mädchen würde die Waage häufig zum Messinstrument für den Selbstwert und, Essstörungen seien häufig auch ein SOS der Seele. Ihr Fazit: Essanfälle seien Lösungsversuche der Psyche und deren Ursachen ließen sich gut behandeln.</p>
<p><b>III. Erwachsenenalter </b><br />
Die Vorgehensweise bei der Differentialdiagnose des adulten Ödems aus internistischer Sicht schilderte <b>Dr. med. Sören Sörensen, </b>Landshut. Dafür wählte er den Fall einer Patientin mit diversen Nebenerkrankungen, die verschiedene Medikamente einnehme. Als drei systemische Ursachen für Ödeme zähle er erhöhte Kapillarpermeabilität, erhöhten hydrostatischen Kapillardruck und erniedrigten onkologischen Druck auf. Eine Herz- oder Niereninsuffizienz führe häufig zu Beinödemen. Insgesamt litten fast zwei Millionen Menschen in Deutschland unter einer Nierenschwäche und auch die Zahl der an Diabetes Erkrankten sei in den vergangenen Jahren um 20 % gestiegen. Generell sei Bewegung eine wichtige Säule der Therapie. Das gelte selbst für Behandelte mit Herzinsuffizienz, soweit diese stabil sei.</p>
<p>Physiotherapeutin <b>Karin Schiller-Moll</b>, Aachen, beschrieb, welche Handlungsoptionen es bei Ödemen durch Bewegungsmangel gebe. Als Gründe für einen Bewegungsmangel nannte sie Gelenkversteifungen, Traumata, Schmerzen, Adipositas, aber auch neurologische oder psychische Erkrankungen wie Angstzustände. Da die Ursachen breit gestreut seien, sei es wichtig individuell zu agieren. Im Fallbeispiel einer MS-Patientin mit Gangstörung hätten die KPE und Kompression zu einer deutlichen Verbesserung der Trittsicherheit und Beweglichkeit geführt. Ein weiteres Fallbeispiel beschreibt einen Patienten, der das Haus überhaupt nicht mehr verlassen habe. Auch in diesem Fall hätten trotz Herzinsuffizienz mit Entstauung und Kompression schrittweise Erfolge erzielt werden können. Für eine erfolgreiche Therapie sei es wichtig realistisch zu bleiben und kleine Schritte mit erreichbaren Etappenzielen zu definieren.</p>
<p>Über Ödeme bei onkologischen Erkrankungen referierte <b>Dr. med. Barbara Netopil</b>, Königstein i. T. Unter den onkologischen Erkrankungen, die mit einer Ödematisierung in Verbindung stünden, sei das Mammakarzinom mit 26 % am häufigsten, gefolgt von Genitalkarzinomen bei Männern mit 19 % und Frauen mit 7 %. Bei Mammakarzinom hätten eine frühere Diagnostik und weniger radikale operative Eingriffe zu einer Reduktion postoperativer Lymphödeme der Arme geführt. Eine Bestrahlungstherapie erhöhe zwar das Risiko der Ödementstehung, reduziere jedoch das Rezidivrisiko. So entwickelten rund 25 % der Frauen im Anschluss an die Bestrahlung ein Mammaödem. Auch bei schweren Prostatakarzinomen, die eine radikale OP erforderten, komme es bei 45 % zu einer anschließenden Ödembildung.    </p>
<p>Über die Beurteilung der Erwerbsfähigkeit von Ödempatientinnen und -patienten informierte <b>Dr. med. Jeanette Marell</b>, Bad Nauheim. In der Versorgungsmedizin-Verordnung seien die einzelnen Erkrankungen und Einschränkungen mit den jeweiligen Prozentangaben zum Grad der Behinderung (GdB) geregelt. Zu beachten sei, dass sich Einschränkungen durch verschiedene Krankheitsbilder nicht aufsummierten. Bei der Beurteilung werde nur die Gesamteinschränkung berücksichtigt. Ab 50 % GdB spreche man von einer Schwerbehinderung. Ein Lymphödem ohne wesentliche Funktionseinschränkung habe einen GdB von 0-10 %, ein Lymphödem mit stärkerer Umfangsvermehrung (größer als 3 cm) einen GdB von 20-40 %. Trete eine Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit auf, liege der GdB bei 50-70 %, und wäre die betroffene Gliedmaße gebrauchsunfähig, liege dieser bei 80 %. Umfangsvermehrungen und Fibrosen sollten erfasst und angegeben werden. In Puncto Erwerbstätigkeit würden zwei Beurteilungen abgegeben. Die A-Beurteilung beziehe sich auf die letzte ausgeübte Tätigkeit, die B-Beurteilung auf eine allgemeine Erwerbsfähigkeit.</p>
<p><b>IV. Senium</b><br />
Die wissenschaftliche Leiterin des Symposiums<b> Dr. med. Michaela Knestele</b>, Kaufbeuren, gewährte bewegende und aufschlussreiche Einblicke zum Management von Ödemen in der Palliativ-Versorgung. Bei sterbenskranken Menschen werde in der Ödembehandlung nur noch das umgesetzt, was die Lebensqualität positiv beeinflusse, den Alltag erleichtere oder auf persönlichen Wunsch der Behandelten erfolge. Viele Behandelte wollten auch gar nicht mehr behandelt werden, was die Situation zusätzlich erschwere. Das Vertrauensverhältnis zur physiotherapeutischen Fachkraft sei häufig für die Behandelten immens wichtig, so dass die manuelle Entstauung oft auch wegen des Körperkontaktes und zum Reden geschätzt werde. Als Fazit stellte Frau Dr. Knestele fest, dass sowohl die manuelle Lymphdrainage als auch eine Versorgung mit Kompression die palliative Arbeit unterstützen könnten.</p>
<p>Über Fallstricke in der Kompressionstherapie des älteren Menschen berichtete <b>Dr. med. Ulrich Eberlein</b>, Coburg. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland steige weiter und läge bei Frauen bereits bei über 83 Jahren und erreiche auch bei Männern fast schon 79 Jahre. Damit verbunden spielten Komorbiditäten, Polypharmazie und eine eingeschränkte Mobilität eine immer größere Rolle im Therapiealltag. Um die Adhärenz zu steigern, sei eine passgenaue Versorgung maßgeblich. Eine niedrige Kompressionsklasse und Anziehhilfen könnten die Therapietreue zusätzlich erhöhen. Außerdem spiele die Aufklärung eine entscheidende Rolle. So sollten Behandelte wissen, dass die Kompression die Beschwerden verringere und zur Vorbeugung eines Ulcus cruris diene. Allgemein gelte für ältere Menschen das Motto „Es sei wichtiger den Jahren mehr Leben zu geben als dem Leben mehr Jahre.“</p>
<p>Im direkten Anschluss nutzten zahlreiche Gäste die Möglichkeit, am Workshop „Die Kraft der Pumpe“ teilzunehmen. Darin wurde ein differenziertes Muskelaufbautraining zur Steigerung des venösen und lymphatischen Rückstroms vorgestellt. Kraft-Training verbessere die Muskelpumpe. Die Gelenkpumpe entfalte ihre volle Wirkung erst bei endgradiger Bewegung. Wichtigste Erkenntnis: Die Muskel- und Gelenkpumpe seien von der Pumpleistung dem Herz nicht unterlegen und könnten einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung des venösen und lymphatischen Rückflusses leisten.</p>
<p>Die Veranstaltung überzeugte durch namhafte Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ließen die über 250 Gäste in der Wappenhalle das 13. Münchner Lymph-Symposium als praxisrelevante Fortbildung erleben. Die Vorbereitungen für das 14. Münchner Lymphsymposium am 06.07.2024 laufen schon wieder auf Hochtouren.</p>
<p>Mehr zu den Veranstaltungen der Juzo Akademie finden Sie unter <a href="http://www.juzo.de/akademie" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">juzo.de/akademie</a>.</div>
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<div>Über die Julius Zorn GmbH</div>
<p>Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Th&uuml;ringen) gegr&uuml;ndet und besch&auml;ftigt weltweit &uuml;ber 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa, Kanada und Brasilien bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit &uuml;ber 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualit&auml;t der Behandelten zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Daf&uuml;r produziert das Unternehmen innovative Produkte &ndash; gr&ouml;&szlig;tenteils &bdquo;Made in Germany&ldquo; &ndash; aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthop&auml;die wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen f&uuml;r den medizinischen Fachhandel, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten f&uuml;r ambitionierte Sportlerinnen und Sportler sowie die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen f&uuml;r Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeitet die Belegschaft bei Juzo an innovativen und individuellen L&ouml;sungen f&uuml;r mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de</p>
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Juliusplatz 1<br />
86551 Aichach<br />
Telefon: +49 (8251) 9010<br />
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		<title>Juzo Familientag</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2023/07/24/juzo-familientag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jul 2023 09:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>111 Jahre Juzo &#8211; Am 15. Juli feierte das familiengeführte Unternehmen vor allem den herzlichen Zusammenhalt, das erstklassige Teamwork und die gemeinschaftlichen Erfolge aller Angestellten. Das Besondere am Familientag: Neben der großen Juzo Familie waren auch die Familienmitglieder und engsten Vertrauten der Belegschaft willkommen. Diese konnten die Firma Julius Zorn GmbH und den jeweiligen Arbeitsplatz [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">111 Jahre Juzo &#8211; Am 15. Juli feierte das familiengeführte Unternehmen vor allem den herzlichen Zusammenhalt, das erstklassige Teamwork und die gemeinschaftlichen Erfolge aller Angestellten. Das Besondere am Familientag: Neben der großen Juzo Familie waren auch die Familienmitglieder und engsten Vertrauten der Belegschaft willkommen. Diese konnten die Firma Julius Zorn GmbH und den jeweiligen Arbeitsplatz ihrer Angehörigen vor Ort entdecken.</p>
<p>Neben Klaus Metzger, dem Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg, statteten auch Bürgermeister Klaus Habermann sowie der Bundestagsabgeordnete Maximilian Funke-Kaiser dem Juzo Familientag einen Besuch ab.</p>
<p>Ein großes Highlight waren erwartungsgemäß die Führungen durch den laufenden Produktionsbetrieb. Hier konnten die Gäste live miterleben, wie die medizinischen Hilfsmittel wie Kompressionsstrümpfe, Bandagen und Orthesen hergestellt werden. Spannend dabei ist, wie bei Juzo gleichermaßen modernste, computergesteuerte Produktionsverfahren und traditionelle Handwerkskunst zum Einsatz kommt. So erfolgt das Ketteln, einem Verfahren zum Verbinden zweier Gestrickteile mit einer flachen, elastischen Naht, noch heute von Hand an über 50 Jahre alten Maschinen.</p>
<p>Im extra eingerichteten Museum warteten zahlreiche Ausstellungsgegenstände aus über 100 Jahren Juzo Historie auf geschichtsinteressierte Besucherinnen und Besucher. Nebenan im Werkskino feierte der Juzo Historienfilm seine Premiere.</p>
<p>An diversen Ständen rund um das große Festzelt wurde fürs leibliche Wohl und Abkühlung in Form von Eis und kühlen Getränken gesorgt. Außerdem konnte man sich bei weiteren Attraktionen wie der „Lebenden Musikbox“, im Strickworkshop und am “Hau den Lukas” amüsieren.</p>
<p>Am Familientag wurde selbstverständlich auch an die kleinen Gäste gedacht. So konnte sich der Juzo Nachwuchs beim Kinderschminken und auf der Hüpfburg vergnügen. Während ein Ballonkünstler aus Luftballons witzige Tiere knotete, konnten die jungen Gäste beim Malen mit Julius, dem Juzo Kinder-Maskottchen, selbst kreativ werden.</p>
<p><b>Juzo ist familiär gestrickt</b></p>
<p>“Wir unterstützen uns gegenseitig, können immer aufeinander bauen und sind im wahrsten Sinne des Wortes familiär gestrickt. Schließlich sind wir nicht nur ein waschechtes Familienunternehmen, wir sind im Herzen allesamt eine große Familie.” Das ist ein zentraler Wert der Firma.</p></div>
<div class="pb-boilerplate">
<div>Über die Julius Zorn GmbH</div>
<p>Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Th&uuml;ringen) gegr&uuml;ndet und besch&auml;ftigt weltweit rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa, Kanada und Brasilien bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit &uuml;ber 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualit&auml;t der Patientinnen und Patienten zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Daf&uuml;r produziert das Unternehmen innovative Produkte &ndash; gr&ouml;&szlig;tenteils &bdquo;Made in Germany&ldquo; &ndash; aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthop&auml;die wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen f&uuml;r den medizinischen Fachhandel, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten f&uuml;r ambitionierte Sportlerinnen und Sportler und die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen f&uuml;r Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeiten die Juzo Belegschaft an innovativen und individuellen L&ouml;sungen f&uuml;r mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de</p>
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<p>Julius Zorn GmbH<br />
Juliusplatz 1<br />
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Telefon: 08251901318<br />
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                    </li>
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		<title>8. Lymphkliniktag Wolfsberg</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2023/07/13/8-lymphkliniktag-wolfsberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 06:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[adipositas]]></category>
		<category><![CDATA[bonn]]></category>
		<category><![CDATA[han?]]></category>
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		<category><![CDATA[therapiekriterien]]></category>
		<category><![CDATA[wiederer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 14. und 15. April 2023 fand der 8. Lymphkliniktag Wolfsberg unter der wissenschaftlichen Leitung von em. Prim. Dr. med. Walter Döller, Wolfsberg, Österreich, statt. Der diesjährige Lymphkliniktag stand unter dem Leitthema „Lymphödem &#8211; Lipödem – Adipositas &#8211; Der Wert biometrischer Daten“. Wie Kongressleiter und Abteilungsvorstand der Lymphklinik im Landeskrankenhaus Wolfsberg, Österreich, Prim. Dr. med. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Am 14. und 15. April 2023 fand der 8. Lymphkliniktag Wolfsberg unter der wissenschaftlichen Leitung von <b>em. Prim. Dr. med. Walter Döller</b>, Wolfsberg, Österreich, statt. Der diesjährige Lymphkliniktag stand unter dem Leitthema „Lymphödem &#8211; Lipödem – Adipositas &#8211; Der Wert biometrischer Daten“. Wie Kongressleiter und Abteilungsvorstand der Lymphklinik im Landeskrankenhaus Wolfsberg, Österreich, <b>Prim. Dr. med. Christian Ure</b>, in seinem Programm-Vorwort bereits angekündigt hatte, sei der Nachweis einer Effizienz der eingesetzten Mittel aufgrund der Herausforderungen bei der Versorgungsqualität und der Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems eine durchaus nachvollziehbare Forderung an die Gesundheitsdienstleister. Leider sei der Wert biometrischer Daten, die für die Diagnostik und Outcome-Dokumentation bei Lymphödem, Lipödem und Adipositas erhoben würden, nicht immer eindeutig woraus sich ein breites Diskussionsspektrum ergibt.</p>
<p>Unterteilt war der im Wolfsberger Veranstaltungszentrum Kuss stattfindende Kongress in die Abschnitte Diagnostik und Messmethoden, Konservative Therapiekriterien und Chirurgische Therapiekriterien. Im Anschluss an die Vorträge folgten eine Führung durch die Lymphklinik und ein Workshop zur Sichtbarmachung der Lymphgefäße mittels ICG (Indocyaningrün)</p>
<p><b>1. Diagnostik und Messmethoden </b></p>
<p>Vorsitz des ersten Themenblocks hatten <b>Prof. Jean-Paul Belgrado, PhD</b>, Brüssel, Belgien, und <b>Dr. med. Klaus Schrader</b>, Hof.</p>
<p>Bereits hier wurde die Notwendigkeit einer Standardisierung bei Messungen von Lymphödemen aufgezeigt.</p>
<p><b>Prof. Jean-Paul Belgrado, PhD</b>, Brüssel, Belgien, eröffnete die Vortragsreihe mit dem Thema „Technische Neuerungen in der Messung biometrischer Daten“ und erläuterte, dass diverse Faktoren ausschlaggebend für das Ergebnis bei einer Lymphfluoroskopie seien. Dazu gehörten Kriterien wie z. B. die Injektionsstelle des Fluoreszenzmittels, die anschließende Aktivität des/der Patient*in – ruhig sitzen oder schnell gehen – sowie die Umgebungstemperatur. Diese Faktoren müsse man standardisieren, um die Resultate dieser bildgebenden Methode seriös vergleichen und dokumentieren zu können.</p>
<p>Der Humangenetiker und Arzt <b>Dr. rer. nat. Dr. med. René Hägerling</b>, Berlin, widmete sich der „Bedeutung molekulargenetischer Diagnostik für Diagnose und Therapie primärer Lymphödeme“. Anhand der Genetik zeigte er, dass „primäres Lymphödem nicht gleich primäres Lymphödem“ sei. Er betonte, wie wenig wir über mögliche Ursachen lymphatischer Dysfunktionen wüssten. Das menschliche Erbgut habe 46 Chromosomen, etwa 23.000 Gene und 3,27 Mrd. Basenpaare. In der Zytogenetik mache man sich auf die Suche nach einer Strukturveränderung, in der Molekulargenetik nach einem „Tippfehler“ – sprich nach einer Sequenzveränderung. Sowohl die Stufendiagnostik als auch die Differenzialdiagnostik sei von großer Bedeutung, auch bei der Einschätzung eines Wiederholungsrisikos zum Beispiel bei einem weiteren Kinderwunsch.</p>
<p>„Sonoelastographie: ein neues Werkzeug zum Nachweis der Gewebeelastizität bei Lymphödemen?“ – dies diskutierte <b>Dott. Alberto Onorato, PhD</b>, Udine.</p>
<p>Sein Kollege <b>PD Dr. med. Claus C. Pieper</b>, Bonn, ging näher auf die Bedeutung der MR Lymphangiographie im Vergleich zur Lymphszintigraphie beim Lymphödem zur Differentialdiagnostik, der Therapieplanung und Therapieerfolgskontrolle ein. Er plädierte für eine Etablierung eines Koordinatensystems zur besseren Evaluation.</p>
<p>In seinem Vortrag „Zielorientierte Rehabilitation: Der Stellenwert biometrischer Daten zur Erfassung der Funktionsfähigkeit nach ICF“ zeigte <b>EOA Dr. med. Klemens Fheodoroff</b>, Hermagor, Österreich, den Stellenwert biometrischer Daten auf, um das gesamte Spektrum von Rehabilitationsinterventionen abzubilden. Das gelte fürs Messen, Planen und Unterstützen.</p>
<p><b>II. Konservative Therapiekriterien</b></p>
<p>Der zweite Tag startete mit den konservativen Therapiekriterien unter dem Vorsitz von <b>Prim. Dr. med. Christian Wiederer</b>, Baden, Österreich, und Kongressleiter <b>Prim. Dr. med. Gert Apich</b>, Klagenfurt, Österreich.</p>
<p><b>Ao. Univ. Prof. Dr. med. univ. Erich Brenner</b>, Innsbruck, Österreich, ging dem Thema „BMI vs. WHtR (waist-to-height ratio) – Bedeutung und Widersprüchlichkeit bei unkritischer Anwendung biometrischer Daten“ auf den Grund. Er erläuterte die Vorteile der WHtR-Messung gegenüber herkömmlicher BMI-Werten.</p>
<p>Spannend war auch der Vortrag von <b>Univ.-Prof. Dr. Tim Hucho</b>, Köln, über den „Schmerz beim Lipödem – eine grundlegende, quantitativ sensorische Analyse“. Nach der Begriffserklärung der Weltschmerzorganisation sei Schmerz ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft sei oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben werde. Schmerz sei eine Emotion und entstehe im Gehirn, so der Schmerzforscher. Schmerz stamme aus den drei Quellen: die äußere physikalische, innere physiologische und psychosoziale Welt. Der Schmerz bleibe als gemeinsamer Nenner bei Lipödemen. In der QST Analyse hätte es keine Hinweise auf generelle entzündliche Veränderungen gegeben, aber es seien ein höherer Druckschmerz (PPT) und eine niedrigere Detektionsschwelle für Vibrationen (VDT) festzustellen.</p>
<p>Gesundheitspsychologin und klinische Psychologin<b> Katharina Loibnegger-Traußnig, MSc</b>, Wien, Österreich, schloss den zweiten Themenabschnitt mit einem Einblick in die aktuelle Studienlage zu „Psychometrische Daten – notwendige Ergänzung zu biometrischen Daten (Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile)“ ab. Nur so könne die Lebensqualität positiv beeinflusst werden. Die psychologische Behandlung sei kein „nice to have“. Eine fachlich fundierte und geprüfte Erfassung von psychischer Belastung sei dafür notwendig.</p>
<p><b>III. Chirurgische Therapiekriterien<br />
</b></p>
<p>Dem dritten und letzten Teil zu den chirurgischen Therapiekriterien saßen <b>em. Prim. Dr. med. Walter Döller</b>, Wolfsberg, Österreich, und <b>Assoc.-Prof. PD Dr. med. Chieh-Han John Tzou, MBA</b>, Wien, Österreich, vor.</p>
<p>Im ersten Vortrag beleuchtete <b>Univ. Prof. Dr. med. Gerhard Prager</b>, Wien, „Adipositas-assoziierte Lymphödeme – Entscheidungskriterien für Bariatrische Chirurgie“. Im Hinblick auf biometrische Daten bekräftigte er, „den Patienten in seiner Gesamtheit zu erfassen und nicht auf seinen BMI zu reduzieren!“</p>
<p><b>Dr. med. Jeremias Schmidt</b>, Bad Belzig, widmete seinen Vortrag dem Thema „Potential, Bedeutung und Anwendung biometrischer Daten bei der Indikationsstellung zur Liposuktion“.</p>
<p>Mit den „Entscheidungskriterien zur Lymph-Chirurgie und Indikatoren der Outcome-Daten“ befasste sich <b>Assoc.-Prof. PD Dr. med. Chieh-Han John Tzou, MBA</b>, Wien, Österreich.</p>
<p>Zum Abschluss der Vortragsreihe gab <b>Dr. med. Michael Oberlin</b>, Hinterzarten, einen Einblick in die Bedeutung und Grenzen der Erfassung biometrischer Daten in der Lymphologie.</p>
<p>Die Tagung wurde mit der Möglichkeit zur Besichtigung der Lymphklinik Wolfsberg beendet. Die Veranstaltung überzeugte durch namhafte Referent*innen aus Deutschland, Österreich, Italien und Belgien. Sie ließen mehr als 200 internationale Teilnehmende aus Österreich, Deutschland, Slowenien, Belgien, Italien, Tschechien, Polen, Kroatien, Slowakei und Ungarn den Lymphkliniktag als praxisrelevante Fortbildung erleben. Mit großer Freude kündigten die Kongress-Verantwortlichen den 9. Lymphkliniktag am 19. und 20. April 2024 mit dem Thema „Physikalische Therapie – komplex – complete – additiv – neue Trends“ an.</p>
<p>Mehr zu den Veranstaltungen der Juzo Akademie finden Sie unter <a href="http://www.juzo.de/akademie" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">juzo.de/akademie</a>.</p>
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<div>Über die Julius Zorn GmbH</div>
<p>Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Th&uuml;ringen) gegr&uuml;ndet und besch&auml;ftigt weltweit &uuml;ber 1.100 Mitarbeiter*innen. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa, Kanada und Brasilien bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit &uuml;ber 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualit&auml;t der Patient*innen zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Daf&uuml;r produziert das Unternehmen innovative Produkte &ndash; gr&ouml;&szlig;tenteils &bdquo;Made in Germany&ldquo; &ndash; aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthop&auml;die wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen f&uuml;r den medizinischen Fachhandel, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten f&uuml;r ambitionierte Sportler*innen und die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen f&uuml;r Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeiten die Mitarbeiter*innen bei Juzo an innovativen und individuellen L&ouml;sungen f&uuml;r mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de</p>
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<p>Julius Zorn GmbH<br />
Juliusplatz 1<br />
86551 Aichach<br />
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-lexikon.de/2023/07/13/8-lymphkliniktag-wolfsberg/" data-wpel-link="internal">8. Lymphkliniktag Wolfsberg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-lexikon.de" data-wpel-link="internal">Presse-Lexikon</a>.</p>
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		<item>
		<title>Preisverleihung „Innovationspreis Lymphologie“</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2023/06/26/preisverleihung-innovationspreis-lymphologie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jun 2023 14:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung und Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[adipositas]]></category>
		<category><![CDATA[bonn]]></category>
		<category><![CDATA[Juzo]]></category>
		<category><![CDATA[lipödem]]></category>
		<category><![CDATA[lymphödem]]></category>
		<category><![CDATA[lymphologie]]></category>
		<category><![CDATA[med]]></category>
		<category><![CDATA[mrt]]></category>
		<category><![CDATA[patienten]]></category>
		<category><![CDATA[patientinnen]]></category>
		<category><![CDATA[radiologie]]></category>
		<category><![CDATA[reißhauer]]></category>
		<category><![CDATA[schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[volumetriealgorithmus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.presse-lexikon.de/2023/06/26/preisverleihung-innovationspreis-lymphologie/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen des 12. Berliner Lymphologischen Symposiums verlieh das Unternehmen Julius Zorn GmbH zusammen mit dem Arbeitsbereich Physikalische Medizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin am 22.4.2023 den ersten „Innovationspreis Lymphologie“ an Dr. med. Jana Schäfer, Bonn, und ihre Arbeit zum Vergleich von KI-basierten MRT-Daten und optisch gemessenen 3D-Daten. Aus den 13 eingereichten Arbeiten wählte die internationale, hochkarätig [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-lexikon.de/2023/06/26/preisverleihung-innovationspreis-lymphologie/" data-wpel-link="internal">Preisverleihung „Innovationspreis Lymphologie“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-lexikon.de" data-wpel-link="internal">Presse-Lexikon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Im Rahmen des 12. Berliner Lymphologischen Symposiums verlieh das Unternehmen Julius Zorn GmbH zusammen mit dem Arbeitsbereich Physikalische Medizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin am 22.4.2023 den ersten <b>„Innovationspreis Lymphologie“</b> an <b>Dr. med. Jana Schäfer</b>, Bonn, und ihre Arbeit zum Vergleich von KI-basierten MRT-Daten und optisch gemessenen 3D-Daten.</p>
<p>Aus den 13 eingereichten Arbeiten wählte die internationale, hochkarätig besetzte Jury das Projekt von Dr. Jana Schäfer mit dem Titel „Evaluation eines KI-basierten Volumetriealgorithmus für MRT-Daten der unteren Extremitäten von Patienten mit Volumenvermehrungen der Beine im Vergleich zur optischen 3D Messtechnologie“. Der mit <b>5.000,- Euro</b> dotierte international ausgeschriebene Forschungspreis solle das Interesse an der Lymphologie stärken, so <b>Uwe Schettler</b>, Beiratsvorsitzender und ehemaliger, langjähriger Geschäftsführer der Julius Zorn GmbH. Zusammen mit <b>PD Dr. med. Anett Reißhauer</b>, Leitung Arbeitsbereich Physikalische Medizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin und wissenschaftliche Leiterin des Berliner Lymphologischen Symposiums, überreichte er die Urkunde stellvertretend an den Projektpartner <b>PD Dr. med. Claus C. Pieper</b>, Bonn. Dieser arbeitet mit Dr. med. Jana Schäfer in einer Arbeitsgruppe – Sektion für Minimal-invasive Lymphgefäßtherapie, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Bonn – und stellte die Arbeit dem Auditorium vor:</p>
<p><b>Inhalt, Ziel und Methodik der Studie</b><br />
Datenmessungen würden immer wichtiger und müssten dabei konsistent, objektiv, reproduzierbar, zielgenau und dokumentierbar sein. Am Universitätsklinikum Bonn seien eine KI-basierte Segmentierung und Volumetrie etabliert. Bei der MR-Lymphangiographie würde der Segmentierungsalgorithmus das Gesamtvolumen segmentieren und den subkutanen vom subfaszialen Raum separieren. Dabei würden Vergleiche der Fett- und Lymphvolumina – vor allem vor und nach einer Behandlung – klar visualisiert. Dies erleichtere die Kontrolle des Therapieerfolgs deutlich. Allerdings sei die MRT-Volumetrie bisher nicht systematisch evaluiert und validiert.</p>
<p>Ziel der prämierten Arbeit sei die Evaluation des MRT-Volumetriealgorithmus für das Gesamtvolumen der Beine im Vergleich zu einer validierten, optischen 3D-Messmethode bei Patient*innen mit Lymphödem, Lipödem und beinbetonter Adipositas. In der prospektiven Vergleichsstudie zwischen MRT und optischer, digitaler 3D-Messung sollen 60 Betroffene mit jeweiliger Diagnosestellung entsprechend der aktuellen Leitlinien teilnehmen. Die Studie sei auf 12 Monate angesetzt und solle eine Vielzahl an Daten erfassen, so Prof. PD Dr. med. Claus C. Pieper.</p>
<p>Für die Methodik seien ein MRT und ein 3D-Scan sowie eine Bioimpedanzanalyse zur Bestimmung der Körperzusammensetzung geplant. Die Auswertung werde hinsichtlich der Reproduzierbarkeit der MRT-Volumetrie, der Genauigkeit im Vergleich zur optischen 3D-Messung und potentieller Unterschiede zwischen den Krankheitsbildern und klinischen Parametern durchgeführt. Beginn der Studie sei im Mai 2023.</p>
<p>Uwe Schettler und PD Dr. med. Anett Reißhauer gratulierten Dr. Jana Schäfer zum Gewinn des Innovationspreises und wünschten viel Erfolg für die Studie.</p>
<p><b>Nächster Innovationspreis Lymphologie 2025</b></p>
<p>Auch 2025 wird die Julius Zorn GmbH in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Physikalische Medizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin den Innovationspreis Lymphologie vergeben. Die Auszeichnung richtet sich an alle, die sich mit Leidenschaft für den Fachbereich Lymphologie engagieren. Sie wird alle zwei Jahre im Rahmen des Berliner Lymphologischen Symposiums verliehen. Dazu gehört die Chance, die Arbeit einem fachkundigen Publikum zu präsentieren.</p>
<p>Eingereicht werden können innovative Leistungen und Beiträge im Bereich der Lymphologie aus den Sparten konservative und invasive Therapie, Forschung, Fortbildung, Publikation, Projekte oder Edukation in deutscher oder englischer Sprache.</p>
<p>Mehr zum Innovationspreis Lymphologie finden Sie unter juzo.de/juzo-innovation</p></div>
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<div>Über die Julius Zorn GmbH</div>
<p>Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Th&uuml;ringen) gegr&uuml;ndet und besch&auml;ftigt weltweit &uuml;ber 1.100 Mitarbeiter*innen. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa und Kanada bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit &uuml;ber 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualit&auml;t der Patient*innen zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Daf&uuml;r produziert das Unternehmen innovative Produkte &ndash; gr&ouml;&szlig;tenteils &bdquo;Made in Germany&ldquo; &ndash; aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthop&auml;die wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen f&uuml;r den medizinischen Fachhandel, &Auml;rzt*innen und Therapeut*innen, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten f&uuml;r ambitionierte Sportler*innen und die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen f&uuml;r Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeiten die Mitarbeiter*innen bei Juzo an innovativen und individuellen L&ouml;sungen f&uuml;r mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de</p>
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<li>
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<div class="pb-disclaimer">Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.
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		<item>
		<title>12. Berliner Lymphologisches Symposium</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2023/06/15/12-berliner-lymphologisches-symposium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jun 2023 08:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[adipositas]]></category>
		<category><![CDATA[aszites]]></category>
		<category><![CDATA[cell]]></category>
		<category><![CDATA[kapp]]></category>
		<category><![CDATA[kompressionsstrümpfe]]></category>
		<category><![CDATA[kpe]]></category>
		<category><![CDATA[lipödem]]></category>
		<category><![CDATA[lyme]]></category>
		<category><![CDATA[lymphödem]]></category>
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		<category><![CDATA[nagel]]></category>
		<category><![CDATA[patienten]]></category>
		<category><![CDATA[power]]></category>
		<category><![CDATA[reißhauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ödeme in verschiedenen Lebensphasen“ lautete das Leitthema des 12. Berliner Lymphologischen Symposiums am 22.04.2023. Unter der wissenschaftlichen Leitung von PD Dr. med. Anett Reißhauer, Leitung Arbeitsbereich Physikalische Medizin, Charité-Universitätsmedizin Berlin, standen von der Genetik, Diagnostik und Behandlung lymphatischer Malformationen, über begleitende Haut- und Nagel-Erkrankungen bis zu rheumatisch, kardiologisch und nephrologisch verursachte Schwellungen im interdisziplinären Fokus. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-lexikon.de/2023/06/15/12-berliner-lymphologisches-symposium/" data-wpel-link="internal">12. Berliner Lymphologisches Symposium</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-lexikon.de" data-wpel-link="internal">Presse-Lexikon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>„Ödeme in verschiedenen Lebensphasen“ lautete das Leitthema des 12. Berliner Lymphologischen Symposiums am 22.04.2023. Unter der wissenschaftlichen Leitung von PD Dr. med. Anett Reißhauer, Leitung Arbeitsbereich Physikalische Medizin, Charité-Universitätsmedizin Berlin, standen von der Genetik, Diagnostik und Behandlung lymphatischer Malformationen, über begleitende Haut- und Nagel-Erkrankungen bis zu rheumatisch, kardiologisch und nephrologisch verursachte Schwellungen im interdisziplinären Fokus. In den Pausen zwischen den Vortragsblöcken boten Therapeut*innen die „Therapie zum Anfassen“. Erstmals wurde der „Lymphologische Innovationspreis“ verliehen. Nach den Vorträgen fanden am Nachmittag praxisnahe Workshops statt.</b></p>
<p>Vor dem ersten Themenblock präsentierte Prof. Dr. med. Dieter Blottner, Berlin, im „Journal Club – Blitzlicht aus der Forschung“ eine neue Struktur in der Hirnhaut, die im Tiermodell entdeckt worden sei. SLYM – subarachnoidal lymphatic-like membrane – befinde sich als separate Membran in der Arachnoidea bei Mäusen. Nachgewiesen worden sei dies über Live-cell imaging und Biolumineszenz. In SLYM würden immunkompetente und myeloide Zellformen residieren, was diese Schicht eng mit lymphatischen Zellen verknüpfe. SLYM-Rupturen könnten zur Verlangsamung des glymphatischen Flow führen. In früheren Forschungsarbeiten sei eine ähnliche Struktur beim Menschen nachgewiesen worden. Die ungeklärte Frage, ob diese Membran beim Menschen in der Mitte der Arachnoidea liege oder lediglich ein SLYM-vergleichbares arachnoidales Neurothel bzw. Mesothel sei, schmälere die Relevanz der Entdeckung nicht. Denn mit dieser Erkenntnis könnte Kopf-Lymphdrainage für Krankheiten wie Alzheimer, Multiple Sklerose oder auch Neuroinflammation bei Traumata möglicherwiese in der Zukunft auch eine Therapieform sein.</p>
<p><b>I. Lymphologie aus verschiedenen Blickwinkeln</b></p>
<p>Welche Aspekte bei manueller Medizin und Lymphologie zu berücksichtigen seien, präsentierte PD Dr. med. Norman Best, Weimar. Nach dem Abgrenzen von Manueller Therapie bzw. Medizin, Osteopathie und Chiropraktik zeigte er, dass eine ganzheitliche Betrachtung und Behandlung besonders wichtig seien. Der Lymphfluss am Bein müsse an der Hüfte durch eine Engstelle. Um das Ergebnis einer manuellen Lymphdrainage möglichst lange zu erhalten, sei ein entspannter Hüftbeuger essenziell. Auch die Nacken- und obere Rückenmuskulatur sowie das Zwerchfell sollten möglichst entspannt sein, um die Pumpfunktion zu optimieren und Stauungen zu vermeiden. Grundsätzliche Therapieprinzipien der manuellen Medizin seien die Normalisierung der Funktion peripherer Strukturen, Beseitigung der muskulären Dysbalance, Automatisierung der motorischen Kontrolle und auch die Schmerztherapie.</p>
<p>Dass das Lymphsystem mit anderen Systemen eng verzahnt sei, belegte Prof. Dr. med. Thomas Dieterle, Hinterzarten, in seinen Ausführungen über „Hydropische Dekompensation aus kardiologischer und nephrologischer Sicht“. Am Beispiel einer Lymphödem-Patientin mit zahlreichen Komorbiditäten zeigte er, wie Herz- und Nierenfunktion verknüpft seien. Das kardio-renale Syndrom bezeichne eine Gruppe von Erkrankungen, bei der das geschädigte Organ das Herz und/oder die Niere sein könne. Die Diagnostik der Pathophysiologie sei entscheidend für das weitere Vorgehen. Das Monitoring und die Therapieentscheidungen basierten auf der hämodynamischen Situation und dem Volumenstatus, möglichen Medikamenten(neben)wirkungen und Medikamententoxizität sowie der Nierenfunktion. Eine frühzeitige Erkennung und entsprechende Therapie der Organschädigung würden das kurz- und langfristige Ergebnis verbessern.</p>
<p>Mit der „Differentialdiagnose gelenknaher Schwellungen“ blickte Prof. Dr. med. Marina Backhaus, Berlin, über den lymphologischen Tellerrand hinaus. Die Rheumatologin leitete mit einem Fallbeispiel ein: Eine 65-jährige Patientin mit Schmerzen in mehreren Gelenken und gleichzeitig negativen Rheumafaktoren zeigte Ergüsse direkt in den Gelenken und sei mit einer peripheren Spondyloarthritis diagnostiziert worden. Zu unterscheiden seien entzündliche und nichtentzündliche Erkrankungen. Zu den entzündlichen würden rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritiden, Lyme Arthritis, Loefgren Syndrom und Gichtarthritis gehören. Patient*innen der rheumatoiden Arthritis profitierten von einer regelmäßigen manuellen Lymphdrainage, weil der Lymphfluss durch die Sklerosierung gestört sei.</p>
<p>„Haut- und Nagelmykosen – was der Lymphologe wissen sollte“, erklärte Prof. Dr. med. Markus Stücker, Bochum. Die häufigsten dermatologischen Komplikationen des Lymphödems seien Erysipel, Tinea pedum, Onychomykose und gramnegativer Fußinfekt. Bei einem Erysipel sollte vor allem bei Lymphödem-Patient*innen nach einem Pilz gesucht werden, der meist die Pforte für Bakterien wie Streptokokken sei. Die Einteilung der Nagelpilze bestimme die Therapie. So seien Nagellacke bei distolateraler subungualer und weißer superfizielle Onychomykose wirksam. Bei proximaler subungualer und totaler dystrophischer Onychomykose sei eine Kombination aus lokaler und Systemtherapie hilfreich. Ein gramnegativer Fußinfekt erfordere meist eine intravenöse Antibiose, so der Dermatologe. Eine Pilz-Therapie gehe immer drei bis vier Wochen über die klinische Symptomatik hinaus. Allgemeine Maßnahmen seien eine atraumatische Nagelabtragung, die Desinfektion der Schuhe, das Waschen der Strümpfe und Handtücher bei 60° C und evtl. zusätzlich zur Lokaltherapie eine Lasertherapie.</p>
<p>Im Anschluss folgte ein zweiter dermatologischer Vortrag zu Lymphödem und Hautpflege von Dr. med. Claas Ulrich, Berlin. Ein Lymphödem überdehne die Haut, weswegen von Anfang an Hautpflege sinnvoll und notwendig sei, damit die Schutzfunktion der Haut bewahrt bleibe. Vor allem hinsichtlich des gesteigerten Risikos eines ernstzunehmenden Erysipels oder einer Stauungsdermatitis sollte die Haut regelmäßig, am bestens abends mit einer speziellen Pflege mit wenigen Inhaltsstoffen eingecremt werden. Der Dermato-Onkologe rät zu einer 2- bis 5-prozentigen Urea-Konzentration. Obwohl die Entwicklung einer Kontaktsensibilisierung bei einer Ulcus-Therapie häufig sei, gebe es kaum Fälle von Allergien gegen Kompressionsstrümpfe. Dies seien eher Hautreizungen, die durch Hautpflege, einen Haftrand mit wenig Silikon-Hautkontakt (Noppenhaftband) und ein feinmaschiges Gestrick mit guter Feuchtigkeitsregulation zu lindern seien.</p>
<p><b>II. Kindliches Lymphödem</b></p>
<p>Über die genetische Situation bei primärem Lymphödem, Gefäßmalformationen und lymphatischen Malformationen referierte Dr. rer. nat. Dr. med. René Hägerling, Berlin. Lymphgefäßerkrankungen seien in der Regel bereits bei Geburt präsent und im Laufe des Lebens progredient. Eine frühzeitige Behandlung sei herausfordernd, aber wichtig, um das Fortschreiten einzudämmen. Die Auslöser von Gefäßmalformationen seien sehr vielseitig, so dass diese ein großartiges Anwendungsfeld für personalisierte Therapieansätze seien. Um bessere Therapien zu entwickeln, sei eine umfassende Diagnostik nötig – auch hinsichtlich der Genetik. Mögliche genetische Ursachen für eine lymphatische Dysfunktion seien fehlende Lymphklappen, mangelhafte Kommunikation unter den Zellen oder ein disruptiertes Lymphgefäßnetzwerk. In der Molekulargenetik gleiche die Diagnostik der Ursache der Suche nach einem Tippfehler in 23.000 Büchern. Dabei helfe heutzutage die Bioinformatik. Genetische Ursachen hätten hinsichtlich Therapie und Vererbung im Falle eines Kinderwunsches eine große Bedeutung.</p>
<p>Dr. med. Friedrich Kapp, Freiburg, gab einen Einblick in die „Klinik und Diagnostik lymphatischer Malformationen bei Kindern“. Gefäßanomalien würden eingeteilt in Gefäßtumore, die wiederum benigne Tumore, lokalaggressive und borderline Tumore sowie maligne Tumore beinhalten, und Gefäßfehlbildungen. Diese seien unterteilt in einfach, kombiniert und kombiniert mit anderen Anomalien. Die Kinder mit lymphatischen Malformationen würden unter Symptomen wie Schwellungen, Lymphvesikel, Blutungen, Lymphorrhoe, Infektionen, Pleuraergüsse, Aszites, Eiweißverlustenteropathie oder Lymphödemen leiden. Für die Diagnostik eigneten sich bei „einfachen“ lymphatischen Malformationen nach Anamnese und körperlicher Untersuchung eine Sonographie und ggf. Blutentnahme und MRT. Bei komplexen lymphatischen Anomalien seien nach einer erweiterten Basisdiagnostik eine MR-Lymphangiographie, Biopsie (Histologie und Genetik) und ggf. CT nötig.</p>
<p>Die Therapie von Malformationen bei Kindern beleuchtete Dr. med. Wolfgang Karl Matzek, Wien, Österreich. Er ist interventioneller Radiologe mit dem Schwerpunkt Gefäßfehlbildungen. Generell unterscheide man bei vaskulären Anomalien zwischen Tumoren und Fehlbildungen. Malformationen träten meist im Bereich der Zunge, des Gesichts und den Extremitäten auf. Eine Sonographische Untersuchung ergebe bei den meisten Entitäten exakte Befunde. Bei venösen Malformationen an den Extremitäten sei Kompression immer die erste Behandlungsoption. Eine interventionelle Therapie sei im Vergleich zur chirurgischen Behandlung nicht nur schonender, sondern könne auch die Läsionen gezielter behandeln. Bei den lymphatischen Malformationen unterscheide man makrozystische und mikrozystische Malformationen. Wobei es in der Therapie technisch-mechanisch oft fast nicht möglich sei, die vielen kleinen mikrozystischen Malformationen zu treffen.</p>
<p><b>„Innovationspreis Lymphologie“: Verleihung und Präsentation der prämierten Arbeit</b></p>
<p>Die zweite Symposiumshälfte eröffnete Uwe Schettler, Beiratsvorsitzender und ehemaliger, langjähriger Geschäftsführer der Julius Zorn GmbH, mit der Verleihung des ersten „Innovationspreis Lymphologie“. Das Unternehmen hatte den Preis zusammen mit dem Arbeitsbereich Physikalische Medizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin international ausgeschrieben. Aus den 13 eingereichten Arbeiten wählte die internationale, hochkarätig besetzte Jury das Projekt von Dr. med. Jana Schäfer, Bonn, mit dem Titel „Evaluation eines KI-basierten Volumetriealgorithmus für MRT-Daten der unteren Extremitäten von Patienten mit Volumenvermehrungen der Beine im Vergleich zur optischen 3D Messtechnologie“. Der mit 5.000,- Euro dotierte Forschungspreis solle das Interesse an der Lymphologie stärken, so Uwe Schettler. Zusammen mit PD Dr. med. Anett Reißhauer überreichte er die Urkunde an den Projektpartner PD Dr. med. Claus C. Pieper, Bonn, aus Dr. med. Jana Schäfers Arbeitsgruppe. Dieser stellte die Arbeit im Anschluss vor:</p>
<p>Am Universitätsklinikum Bonn seien eine KI-basierte Segmentierung und Volumetrie etabliert. Bei der MR-Lymphangiographie würde der Segmentierungsalgorithmus das Gesamtvolumen segmentieren und den subkutanen vom subfaszialen Raum separieren. Dabei würden Vergleiche der Fett- und Lymphvolumina – vor allem vor und nach einer Behandlung – klar visualisiert. Dies erleichtere die Kontrolle des Therapieerfolgs deutlich.</p>
<p>Ziel der prämierten Arbeit sei die Evaluation des MRT-Volumetriealgorithmus für das Gesamtvolumen der Beine im Vergleich zu einer validierten, optischen 3D-Messmethode bei Patient*innen mit Lymphödem, Lipödem und beinbetonter Adipositas. In der prospektiven Vergleichsstudie zwischen MRT und 3D-Messung sollen 60 Patient*innen mit jeweiliger Diagnose teilnehmen. Die Studie sei auf 12 Monate angesetzt und solle eine Vielzahl an Daten erfassen, so PD Dr. med. Claus C. Pieper.</p>
<p>Für die Methodik seien ein MRT, ein 3D-Scan sowie eine Bioimpedanzanalyse geplant. Die Auswertung werde hinsichtlich der Reproduzierbarkeit der MRT-Volumetrie, der Genauigkeit im Vergleich zur optischen 3D-Messung und potentieller Unterschiede zwischen den Krankheitsbildern und klinischen Parametern durchgeführt. Beginn der Studie sei im Mai 2023.</p>
<p>Uwe Schettler und PD Dr. med. Anett Reißhauer gratulierten Dr. Jana Schäfer zum Gewinn des Innovationspreises und wünschten viel Erfolg für die Studie.</p>
<p>Mit Dank für die gute Zusammenarbeit während der letzten zwölf Symposien und für die Unterstützung weiterer lymphologischer Forschungsprojekte an der Charité-Universitätsmedizin Berlin überreichte Uwe Schettler eine Spende über 5.000,- Euro – resultierend aus den Teilnahmegebühren – an PD Dr. med. Anett Reißhauer.</p>
<p><b>III. Freie Themen</b></p>
<p>Ein Update aus chirurgischer Sicht zu Lymphödem, Lipödem und Adipositas gab Prof. Dr. med. Christian Taeger, München. Die drei Entitäten müsse man gesammelt betrachten, da sie sich häufig überschneiden würden. Gerade beim Lipödem gebe es sehr häufig Überschneidungen mit Adipositas. Das Stadium 3 des Lipödems sei durch überhängende Hautlappen gekennzeichnet und wäre wenig verbreitet. Beim Lymphödem gebe es die Möglichkeit, Flussstörungen durch Fluoreszenzangiographie sichtbar zu machen. Das sei wichtig bei der Wahl einer geeigneten Lymphbahn für eine lymphovenöse Anastomose. An einem Dermal Backflow sei es möglich, sehr schonend einzugreifen. Beim Lipödem wäre die power-assisted Liposuktion ein echter Meilenstein. Die Liposuktion nehme viel Zeit in Anspruch, es sei jedoch wichtig, sorgfältig zu arbeiten, da das Gewebe mit jedem Eingriff stärker vernarbe.</p>
<p>Auch der Vortrag von Dr. med. Mario Marx, Radebeul, „Arm- und Brustlymphödem – operative Chancen“ widmete sich chirurgischen Möglichkeiten. Lymphödeme würden durch chirurgische Eingriffe verursacht. Da diese jedoch erst viel später aufträten, schenke man ihnen im Rahmen der Operation zu wenig Aufmerksamkeit. Bei Eingriffen in der Axilla würde durch die Vernarbung der Lymphkollektor „wie ein Gartenschlauch“ abgeknickt. Um das zu verhindern, könne man verhärtete Narbenplatten und Narbenstränge entfernen und die Axilla mit gut durchblutetem Eigengewebe auffüllen und reaugmentieren. Mit dieser Methode sei bei 70 % der Patient*innen eine deutliche Befundverbesserung möglich.</p>
<p>Über die Möglichkeiten und Herausforderungen bei Kompressionsversorgungen von Brust und Thorax sprach die Bandagisten-Meisterin Christine Hemmann-Moll, Bad Rappenau. Kompression am Thorax würde vor allem zur Ödemtherapie nach onkologischen Behandlungen und zur Narbentherapie eingesetzt. Dabei würde im Narbenbereich ein weicheres Material mit mittlerem Druck eingesetzt, das quasi rund um die Uhr getragen werde. Bei der Ödemtherapie liege der Fokus auf onkologischen Behandlungen, denn jede achte Frau erkranke im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom. Das seien allein in Deutschland rund 70.000 Fälle pro Jahr. Im Anschluss an die OP führten Schmerzen in der Brust, Spannungsschmerzen im Rücken, Narben und Ödeme zu einer Einschränkung der Lebensqualität. Eine sinnvolle Brust- bzw. Thoraxversorgung berücksichtige die Asymmetrie.</p>
<p>Die Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation und Physiotherapeutin Isabelle Hoffmann, Charité-Universitätsmedizin Berlin, stellte eine Studie zur Bedeutung der Bewegung bei primärem und sekundärem Lymphödem vor. Dabei habe eine Gruppe die Anleitung zu einem speziellen Übungsprogramm zur Unterstützung der Entstauung in der 2. Phase der KPE erhalten. Die Kontrollgruppe sei nicht mit einem Übungsprogramm ausgestattet worden.</p>
<p>Eine weitere Studie zu Medizinisch Adaptiven Kompressionssystemen (MAK) präsentierte die Leiterin des Symposiums PD Dr. med. Anett Reißhauer, Berlin. Diese gewännen zunehmend an Bedeutung, da die Kostenträger den Wert dieser Hilfsmittel erkannt hätten und diese jetzt rezeptiert werden könnten. Eine vorausgegangene Studie belege, dass die Selbstanlage von MAK sicher und ohne Nachjustieren druckstabil möglich sei. Die aktuelle Studie befasse sich mit der Wirksamkeit von MAK während der ersten Phase der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) mit täglicher manueller Lymphdrainage. Dabei werde geprüft, ob im direkten Vergleich der beiden Gliedmaßen mit MAK vergleichbare Effekte wie mit einer Bandagierung zu erzielen seien.</p>
<p><b>IV. Praxis-Seminare</b></p>
<p>Zusammen mit ihrem Team aus dem Arbeitsbereich Physikalische Medizin, Charité-Universitätsmedizin Berlin, präsentierte und diskutierte Dr. med. Christine Schwedtke zunächst klinische Fälle zu „Lymphödeme Stadium II und III mit komplikativen Verläufen“. Im zweiten Praxis-Seminar und dabei erstmals widmeten sich Dr. med. Max Liebl und sein Team, ebenfalls Arbeitsbereich Physikalische Medizin, Charité-Universitätsmedizin Berlin, dem „Kompressions-Labor“ und der Druckmessung bei den unterschiedlichen Kompressionsarten.</p>
<p>An lymphologisch interessierte Ärzt*innen, Therapeut*innen, medizinisches Personal und Versorgungsfachkräfte des medizinischen Fachhandels gerichtet, bot die Veranstaltung über Ländergrenzen hinweg viel Raum für Gespräche und Diskussionen untereinander und für das Kennenlernen von neuen Kolleg*innen mit gleichen Interessen. Das Symposium fand als hybride Veranstaltung mit über 220 Präsenz- und mehr als 110 Online-Teilnehmer*innen statt.</p>
<p>Dr. med. Anett Reißhauer kündigte bereits das nächste Lymphologische Symposium am 13.04.2024 in Berlin an.</p>
<p>Mehr zu den Veranstaltungen der Akademie finden Sie unter juzo.de/akademie.</p></div>
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<div>Über die Julius Zorn GmbH</div>
<p>Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Th&uuml;ringen) gegr&uuml;ndet und besch&auml;ftigt weltweit &uuml;ber 1.100 Mitarbeiter*innen. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa und Kanada bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit &uuml;ber 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualit&auml;t der Patient*innen zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Daf&uuml;r produziert das Unternehmen innovative Produkte &ndash; gr&ouml;&szlig;tenteils &bdquo;Made in Germany&ldquo; &ndash; aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthop&auml;die wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen f&uuml;r den medizinischen Fachhandel, &Auml;rzt*innen und Therapeut*innen, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten f&uuml;r ambitionierte Sportler*innen und die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen f&uuml;r Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeiten die Mitarbeiter*innen bei Juzo an innovativen und individuellen L&ouml;sungen f&uuml;r mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-lexikon.de/2023/06/15/12-berliner-lymphologisches-symposium/" data-wpel-link="internal">12. Berliner Lymphologisches Symposium</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-lexikon.de" data-wpel-link="internal">Presse-Lexikon</a>.</p>
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		<title>2. Münsteraner Gefäß-Symposium</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2023/06/02/2-muensteraner-gefaess-symposium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jun 2023 08:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Getreu dem Leitthema &#34;Die Vielfalt der Phlebologie praxisnah erleben&#34; fand am 25.03.2023 in inspirierender Atmosphäre das 2. Münsteraner Gefäß-Symposium statt. Die Veranstaltungsreihe „Xperience meets Enthusiasm – Begeisterung trifft Erfahrung“ hat zum Ziel, interessierte angehende Mediziner*innen aller Disziplinen mit erfahrenen Kolleg*innen zusammenzuführen.    Die Phlebologie ist ein attraktives Fach im interdisziplinären Kontext. Durch die Fachverankerung in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-lexikon.de/2023/06/02/2-muensteraner-gefaess-symposium/" data-wpel-link="internal">2. Münsteraner Gefäß-Symposium</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-lexikon.de" data-wpel-link="internal">Presse-Lexikon</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Getreu dem Leitthema &quot;Die Vielfalt der Phlebologie praxisnah erleben&quot; fand am 25.03.2023 in inspirierender Atmosphäre das 2. Münsteraner Gefäß-Symposium statt. Die Veranstaltungsreihe „Xperience meets Enthusiasm – Begeisterung trifft Erfahrung“ hat zum Ziel, interessierte angehende Mediziner*innen aller Disziplinen mit erfahrenen Kolleg*innen zusammenzuführen. <br />
 <br />
Die Phlebologie ist ein attraktives Fach im interdisziplinären Kontext. Durch die Fachverankerung in der Dermatologie, Angiologie und Gefäßchirurgie ist eine besondere Herausforderung, ihre vielfältigen Themen in kompakten Fortbildungsformaten unterzubringen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. med. Tobias Görge, Münster, wurden viele Facetten dieser Fachbereiche diskutiert. Dazu konnten fast 100 Präsenz- und über 70 Online- Teilnehmer*innen begrüßt werden. Die Veranstaltung überzeugte durch namhafte Referent*innen aus Deutschland, Österreich und Schweden.  <br />
 <br />
<b>I. Gefäßmedizin: Eine Einführung</b>  </p>
<p>Mit seinem Vortrag „Anatomie und Physiologie der Gefäßsituation des Beines – ein Meisterwerk der Natur verstehen“ eröffnete <b>ao. Univ.-Prof. Dr. med. univ. Erich Brenner</b>, Innsbruck, das Vortragsprogramm. Anschaulich stellte er den Bauplan und die Entwicklung des Arterien-, Venen- und Lymphsystems des Menschen vor. Darüber hinaus beschrieb der Anatom den Venenstern der Saphena Magna, die verschiedenen Klappen, das Saphena Kompartment und die Perforansvenen. Im Interstitium sorgten Gelbildner (Proteoglykane, Glykosaminoglykane) dafür, dass die Flüssigkeit aus den Kapillaren gebunden würde. Bei einem Lymphödem würde diese allerdings nicht mehr abgebaut und werde immer mehr. So entstünden Lymphödeme mit über 10 Litern als Gel gebundener Flüssigkeit. Wie Ernest Henry Starling bereits 1896 beschrieben habe, gebe es keine kapillare Filtration im Gleichgewichtszustand. </p>
<p><b>Prof. Dr. med. Birgit Kahle, </b>Lübeck, referierte zu einer Studie, die sich mit Varikosen, CVI und Lympherkrankungen im Kindes- bis jungen Erwachsenenalter befasst. Interessantes Ergebnis bezüglich der Varikosen sei, dass bereits 11- bis 12-Jährige zu 11 % retikuläre Varizen und zu 2,4 % Refluxe der Vena Saphena Magna aufwiesen. Die Refluxe gingen den klinisch sichtbaren Varizen zeitlich voraus. Digitale Photoplethysmographie sei bei Kindern und Jugendlichen weder zur Früherkennung noch zur Erkennung präklinischer Stadien der Varikose geeignet. Bei der Therapie seien eine strenge Indikationsstellung bei unklarer Relevanz und das Prüfen anderer Erkrankungsmuster nötig. Die Gefäß-Spezialistin stellte die erworbenen und die angeborenen Risikofaktoren für Thrombophilie gegenüber. Auffällig sei, dass bei Säuglingen die Nierenvenenthrombose am häufigsten sei und in der Pubertät die Beinvenenthrombose. Mit der Klassifikation primärer Lymphödeme im Kindesalter und der möglichen Diagnostik schloss Prof. Dr. med. Birgit Kahle ihren Vortrag ab.  </p>
<p>„Aktuelle Fälle: Wie hätten Sie entschieden?“ fragte <b>Dr. med. Jasmin</b><b> </b><b>Woitalla-Bruning</b>, Hamburg, und stellte vier interessante Fälle aus dem Klinikalltag vor. Am zweiten Tag nach der Venen-OP hätten auftretende Rötungen und ein allergisches Kontaktekzem auf eine Allergie hingedeutet. Ein umfangreicher Test hätte eine seltene Allergie gegen die Lokalanaästhesie bestätigt. Auch ein Fehler des medizinischen Personals wie eine abgebrochene Instrumentenspitze könne zu Komplikationen führen. Neben der operativen Entfernung seien eine offene Kommunikation mit den Patient*innen und die Rückmeldung an den Hersteller entscheidend. Bei unklaren Symptomen führten ein Denken über den Tellerrand hinaus, Hinterfragen des Offensichtlichen und weitere Befunde zur richtigen Diagnose. </p>
<p><b>II. Die Zirkulation dreht durch</b><b> </b></p>
<p>Den zweiten Teil des Symposiums läutete <b>Dr. med. Jana Schäfer</b>, Bonn, mit dem Vortrag „Kompression bei entzündlichen Erkrankungen “ ein. Sie erklärte die Wirksamkeit der Kompressionstherapie bei verschiedenen Diagnosen wie beispielsweise einem akuten Erysipel, Livedovaskulopathie, Psoriasis oder Erythema nodosum. Bei der Ulceration, Pyodema gangrenosum, solle mit niedriger Kompression gestartet werden. Bei einer Leukozytoklastischen Vaskulitis sei das Voranschreiten der Erkrankung mit Kompression zu verhindern. Auch das Ödem bei einer Necrobiosis lipoidica könne dank des positiven Effekts auf die Venen reduziert werden. Bei einer Sarkoidose, die die Lymphknoten betreffe, sei mit Kompression behandelbar. Ihre Erläuterungen untermauerte die Phlebologin und Dermatologin mit diversen Studienergebnissen. </p>
<p>Anschließend widmete sich <b>Prof. Dr. med. Rolf Mesters</b>, Münster, der „Verdachtsdiagnose Gerinnungsstörung – Infos aus der Praxis für die Praxis“. Jede*r Zehnte habe eine Gerinnungsstörung. Die drei Hauptrisikofaktoren für Thrombosen seien erhöhte Gerinnbarkeit, Gefäßwandverletzung und verlangsamter Blutfluss. Eine Thrombophilie-Diagnostik solle mit wenigen Ausnahmen wie dem Verdacht auf Antiphospholipidsyndrom nicht in der Akutsituation durchgeführt werden. Bei arteriellen Thromboembolien mit klassischen cardio-vasculären Risikofaktoren spielten thrombophile Raumforderungen eine untergeordnete Rolle. Thrombophile Diagnostik solle unter stabiler Antikoagulation erfolgen. Interferenzen durch Antikoagulantien seien hier speziell zu beachten. Bei unprovozierten venösen Thromboembolien riet der Hämostaseologe, das Krebsfrüherkennungsprogramm zu aktualisieren. Beim Antiphospholipidsyndrom, insbesondere triple-positiv, solle statt einer DOAK (direkte orale Antikoagulation) ein Vitamin K-Antagonist (Phenprocoumon oder Warfarin) eingesetzt werden.  </p>
<p>Mit dem Thema „Eine spannende Blick-Diagnose aus der phlebologischen Sprechstunde – seltene Erkrankungen oder selten erkannt?“ lenkte <b>Dr. med. Julia Schmitz</b>, Münster, den Fokus auf eine relativ seltene Erkrankung. Eine 12-jährige Patientin habe sich mit weißlichen Flecken an den Extremitäten, Schwellungen, Rötungen, Wärme und Juckreiz vorgestellt. Bei einem Stehtest hätte das Mädchen bereits nach 20 Sekunden erythematöse Maculae und eine livide Verfärbung gezeigt – Diagnose Bascule Syndrom. Zur Abklärung hinsichtlich eines Tachykardie-Syndroms werde der Tilt-Test empfohlen. Zur Therapie des Bascule Syndroms würden bei Bedarf Antihistaminika gegeben und eine leichte Kompressionstherapie angewendet.<b> </b></p>
<p><b>Dr. med. Carolin Mitschang</b>, Münster, gab dem Auditorium eine Einführung in das Thema der „Sklerotherapie – was, wie, wann, für wen?“. Wichtige Säule der Therapie bei Varizen sei die Sklerosierung. Sie sei das planvolle Ausschalten eines Venensegments durch gezielte Injektion eines Verödungsmittels. Durch den ausgelösten Venenwandschaden und die Thrombosierung folge eine gewollte Sklerosierung. Die Flüssig- oder Schaumsklerosierung erfolge in Deutschland mit Polidocanol, das im Liegen infiltriert werde. Die Kontrolle vor, während und 2-4 Wochen nach der Behandlung sei fester Bestandteil der Behandlung. Prinzipiell seien alle Arten von Varizen so behandelbar. Eine europäische Leitlinie nenne als Obergrenze für den Venendurchmesser 6 mm. Die Dermatologin/Phlebologin empfahl die Aufklärung der Patient*innen über die Nebenwirkungen. Schwerwiegende Komplikationen seien meist nur Einzelfälle. Häufig wären Matting (Entstehen von Besenreisern), kleine Hautnekrosen und Hyperpigmentierung, die nach bis zu 6 Monaten aber meist wieder verschwunden sei.  </p>
<p><b>III. Gefäßmedizin: Praktische Annäherung</b> </p>
<p>Mit seinem Vortrag „Venöse Thrombektomie – unsere Indikationen und Technik“ eröffnete <b>Dr. med. Ahmed Murtaja</b>, Münster, den dritten Programmteil. Die Antikoagulation verhindere den Fortschritt, die Embolisation und die Thrombusrezidive. Geeignete Behandlungsverfahren seien lokale Thrombolyse, mechanische Thrombektomie und pharmakomechanische Thrombektomie. Die Studienlage dazu sei eher schlecht. Die europäische Leitlinie überlasse den Behandelnden die Wahl der Therapie. Das A und O bei der venösen Thrombektomie sei die Patientenselektion. Nur junge Patient*innen mit geringer Blutung und frischer Klinik profitierten von diesem Eingriff. Behandlungsspezifische Risiken, insbesondere Blutungen, müssten beachtet und angesprochen werden. Eine effektive Entfernung des thrombotischen Materials solle innerhalb von 14 Tagen erfolgen. Eine Thrombektomie habe keinen Einfluss auf die Entscheidung und Dauer der Antikoagulation. Die Therapie solle interdisziplinär besprochen werden – abhängig vom Setting der Klinik.  </p>
<p>Krankenschwester und Wundexpertin<b> Kerstin Protz</b>, Hamburg, zeigte in ihrem Vortrag „Patienten-individuelle Kompressionstherapie – Entstauung effektiv und selbständig?“, dass sowohl Pflegekräfte als auch Ärzt*innen kaum in der Kompressionstherapie ausgebildet würden und sich somit keine Standards etablierten. Die Praxis gehe an der AWMF-Leitlinie deutlich vorbei. Die in Deutschland vorwiegend praktizierte Therapie mit Kurzzugbinden werde meist fehlerhaft ausgeführt. Nur 12 % der Behandelnden erwirkten einen therapierelevanten Druckwert. Die Binden verlören bereits nach 30 Minuten signifikant an Druck. Mehrkomponentensysteme und Medizinische adaptive Kompressionssysteme träfen den Druck besser, der Zeitaufwand zum Anlegen sei geringer und sie würden ein besseres Tragegefühl erzeugen. Ein Klettsystem ermögliche eine einfache Druckanpassung während der Entstauung und das Anlegen durch Patient*innen oder Angehörige.  </p>
<p>Welche Vor- und Nachteile die Arbeit als Klinik- und niedergelassene*r Arzt*Ärztin mit sich bringe, stellte <b>Dr. med. Andreas Dietrich</b>, Gmund am Tegernsee, in seinem Vortrag „Phlebologie in Klinik und Praxisalltag“ gegenüber. In der Klinik seien spannendere Fälle, interdisziplinäre Zusammenarbeit, größere finanzielle Sicherheit, weniger Verwaltungstätigkeit und Sicherheit bei Erkrankung oder Schwangerschaft von Vorteil, wechselnde Patienten, Schicht-/Wochenendarbeit, unflexible Arbeitszeiten, rigide Arbeitsstrukturen und eingeschränktes Leistungsprinzip durch Tarifverträge von Nachteil, so der Phlebologe. In den Praxen seien Autonomie, individuelle Abläufe, Aufbau eines Patientenstamms, mögliches höheres Einkommen, verschiedene Niederlassungsoptionen und kaum Schicht-/Wochenendarbeit positiv zu bewerten, hoher administrativer Aufwand, höhere Arbeitszeit, alleinige Verantwortung sowie wirtschaftliches Denken und Arbeiten eher negativ.  </p>
<p><b>Associate Prof. Lena Blomgren</b>, Karlskoga, Schweden, gab dem Auditorium einen Einblick in den momentanen nationalen Status: Phlebology: How we do it in Sweden. Bis vor zehn Jahren habe es hauptsächlich offene operative Eingriffe gegeben. Heute machten endovenöse Techniken den Hauptanteil aus. In Schweden herrsche eine Art „Postleitzahlen-Lotterie“, in der die Behandlung eines Krankheitsbildes von der Region abhängig sei. Es gebe weder eine Akkreditierung noch eine phlebologische Facharztausbildung. Eine Langzeit-Studie in der Region Skaraborg zeige, wie die Zahlen von Ulcus cruris und Varikose-Operationen deutlich reduziert werden könnten. Diese Erkenntnisse hätten zu mehr Lobby-Arbeit, zum Aufbau eines nationalen Registers für vaskuläre Operationen und eines Komitees für nationale Richtlinien geführt. Die vielfältigen Empfehlungen aus dieser Studie seien bisher nicht bindend. Noch nicht geklärt sei die Frage, ob eine Akkreditierung von Kliniken und Ärzten angemessen sei. </p>
<p><b>IV. Die Zukunft beginnt jetzt</b> </p>
<p>Mit dem Vortrag „Lipödem – Update Pathophysiologie und Implikationen der Leitlinie für die Praxis“ läutete <b>Dr. Dr. med. univ. Hans Bayer</b>, Bad Soden, den letzten Teil des Symposiums ein. Die Diagnose der chronischen Erkrankung sei rein klinisch und lasse sich festmachen an der Disproportion, dem Schmerz bzw. Schweregefühl, der Hämatomneigung, dem Ödem und dem Manifestationsalter, das durch hormonelle Umstellung geprägt sei. Stadium und Beschwerden würden nicht korrelieren. </p>
<p>Die kommende Leitlinie würde nicht mehr den BMI bis 34 als Voraussetzung zur Liposuktion bei Stadium III festlegen, sondern den Bauchumfang-Größen-Quotient BGQ bis 60 %. Eine neue kleine Schmerzstudie widerspreche der bisherigen Annahme, dass die inflammatorischen Prozesse den Schmerz verursachten. Der Druck löse laut Studie den Schmerz aus. Die Therapie beim Lipödem bestehe weiterhin aus gesunder Ernährung, Sport, Liposuktion, Kompression, manueller Lymphdrainage und psychologischer Unterstützung. Bei der Absaugung sei die Tumeszenz-Liposuktion Goldstandard der Therapie. </p>
<p>Über die „Operative Versorgung des Ulcus cruris – moderne Therapieansätze“ referierte <b>Dr. med. Dominik Schlarb</b>, Münster.  Mit Sekretomen von Plasma- und Fettzellen könne man durch Wachstumsfaktoren Wunden zum Abheilen bringen. Da sich im chronischen Wundgrund keine Rezeptoren für Wachstumsfaktoren mehr fänden, sei ein Débridement nötig. Die Shave-Therapie werde dabei als aktueller Ansatz empfohlen. Vor der Hauttransplantation würde das Gewebe dann noch per Unterdrucktherapie gereinigt. Danach folge eine Spalthautdeckung (0,2-0,3 mm bis 1:1,5 gemesht). Alternativen seien die Reverdin-Plastik, azelluläre Fischhaut und Keratinozytentransplantate. Es bleibe festzuhalten, dass es eigentlich nichts Neues und richtig Modernes gebe. Wichtig sei künftig die Reduktion der Wartezeit, bis nicht heilende Fälle operativ behandelt würden. Die aktuelle Leitlinie spreche von 12 Monaten, die Praxis zeige ca. 16 Jahre. </p>
<p>Über „Wirkweise, Chancen und Grenzen von Kaltplasma“ bei der Behandlung von chronischen und therapie-resistenten Wunden berichtete <b>Dr. med. Kristina Landscheidt</b>, Berlin. Thermisches und nicht-thermisches künstlich erzeugtes Plasma hätte über reaktive Stickstoff- und Sauerstoffspezies, UV-Strahlung und elektrische Felder positive Effekte: Granulation und Epithelisierung, Unterbrechung chronischer Entzündungsprozesse, Wirksamkeit sogar gegen multiresistente Keime, Erhöhung der Mikrozirkulation sowie verbesserte Nährstoff- und Sauerstoffversorgung. Plasma komme momentan zum Einsatz, wenn andere Behandlungen, auch operative Eingriffe nicht erfolgreich gewesen wären. Je nach Wundgrund sei das passende Gerät zu wählen. Die Wunde solle vorher mechanisch debridiert werden. Die aktuelle Leitlinie empfehle die Applikation zwei- bis dreimal pro Woche. Von Vorteil sei die einfache Handhabung ohne Lokalanästhesie, Kühlung und besondere Nachbehandlung, die Schmerzfreiheit und geringe Anwendungsdauer von ca. 2 Minuten. Es seien weitere Studien nötig, um die genaue Wirkweise zu klären und optimale Behandlungsregime zu erstellen. Bis dato sei die Behandlung keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.  </p>
<p>Wie die „Stammzellen-Therapie in der Wundheilung“ angewendet werde, zeigte <b>PD Dr. med. Andreas Kerstan</b>, Würzburg. Dermale Stammzellen enthielten den transmembranösen Rezeptor ABCB5<sup>+</sup> MSC. Dieser transportiere verschiedene Moleküle über die Membran, die wiederum hohe Menge Interleukin-1-Rezeptorantagonisten produzierten. So könne der Switch von M1- zu M2-Makrophagen im Wundbereich begünstigt werden. Zwei Studien an Menschen würden die Wirkweise der allogenen ex-vivo expandierten Zellen bestätigen, die über eine Lösung in die chronische Wunde eingeträufelt würden. Die ambulante Therapie von chronisch-venösen Ulzera mit Stammzellen sei genehmigt nach § 4b AMG (Kassenantrag) oder stationär über einen NUB-Antrag. Nach aktueller Datenlage gebe es keine sicherheitsrelevanten Aspekte. Eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Phase IIb-Studie (Allo-CVUIIb) laufe aktuell mit über 30 Studienzentren in Deutschland, um weitere Erkenntnisse zu erhalten.  </p>
<p>Bei seinen Schlussworten kündigte Prof. Dr. med. Tobias Görge bereits das nächste Münsteraner Gefäß-Symposium am 23.03.2024 an. </p>
<p>Mehr zu den Veranstaltungen der Akademie finden Sie unter <a href="http://www.juzo.de/akademie" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">juzo.de/akademie</a>. </div>
<div class="pb-boilerplate">
<div>Über die Julius Zorn GmbH</div>
<p>Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Th&uuml;ringen) gegr&uuml;ndet und besch&auml;ftigt weltweit &uuml;ber 1.100 Mitarbeiter*innen. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa und Kanada bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit &uuml;ber 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht die Lebensqualit&auml;t der Patient*innen zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Daf&uuml;r produziert das Unternehmen innovative Produkte &ndash; gr&ouml;&szlig;tenteils &bdquo;Made in Germany&ldquo; &ndash; aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthop&auml;die wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen f&uuml;r den medizinischen Fachhandel, &Auml;rzt*innen und Therapeut*innen, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten f&uuml;r ambitionierte Sportler*innen und die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen f&uuml;r Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeiten die Mitarbeiter*innen bei Juzo an innovativen und individuellen L&ouml;sungen f&uuml;r mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de</p>
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86551 Aichach<br />
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Teamleitung Marketing Corporate<br />
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		<title>7. Phlebologisches Symposium</title>
		<link>https://www.presse-lexikon.de/2023/03/31/7-phlebologisches-symposium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Julius Zorn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Mar 2023 05:57:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. November 2022 veranstaltete Juzo das 7. Phlebologische Symposium in Böblingen als hybride Fortbildung mit den Schwerpunktthemen: Differentialdiagnostik, invasive und physikalische Therapie sowie die Behandlungsformen bei chronischen Wunden. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. med. Anke Strölin und Dr. med. Dr. med. univ. Dominic Mühlberger wurde von namhaften Referent*innen ein interdisziplinärer Bogen gespannt [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Am 12. November 2022 veranstaltete Juzo das 7. Phlebologische Symposium in Böblingen als hybride Fortbildung mit den Schwerpunktthemen: Differentialdiagnostik, invasive und physikalische Therapie sowie die Behandlungsformen bei chronischen Wunden. Unter der wissenschaftlichen Leitung von <b>Prof. Dr. med. Anke Strölin</b> und <b>Dr. med. Dr. med. univ. Dominic Mühlberger</b> wurde von namhaften Referent*innen ein interdisziplinärer Bogen gespannt und dabei phlebologische Krankheitsbilder und ihre Behandlung aus unterschiedlichen medizinischen Perspektiven beleuchtet.</p>
<p>Zur Begrüßung und Einführung zeigte <b>Dr. med. Dr. med. univ. Dominic Mühlberger, Herne</b>, die Bedeutung von Venenleiden als Volkskrankheit auf. So seien insgesamt fast 20 % der Bevölkerung betroffen, wobei die Fallzahlen mit zunehmendem Alter sogar zunähmen. In Deutschland gäbe es jährlich zwischen 40.000 und 100.000 Sterbefälle durch eine Lungenembolie.</p>
<p>Mit dem Themenfeld „Venöse Diagnostik: Was macht Sinn, was ist Unsinn?“ startete <b>Dr. med. Jens Tesmann, Stuttgart, </b>das Vortragsprogramm. Nach wie vor seien das Gespräch mit den Patient*innen, die optische Begutachtung sowie das Ertasten die Basis für eine weitere Untersuchung. Schließlich stellte er Vor- und Nachteile verschiedener Diagnosemethoden vor. Seine Empfehlung für einen gelungenen Therapieauftakt: Im Zweifel sei ein getragener Kompressionsstrumpf der Klasse 1 wirksamer als ein Kompressionsstrumpf der Klasse 2, der nicht getragen werde, weil die Behandelten mit der Handhabung überfordert seien.</p>
<p>Im Vortrag „Phlebodynamometrie D-PPG, VVP: Mehr Fallstricke als Aussagekraft?“ beleuchtete <b>Dr. med. Jasmin Woitalla-Bruning, Hamburg</b>, funktionelle Untersuchungen bei einem Venenverschluss. Bei der Volumenmessung mittels Venenverschlussplethysmographie (VVP) könnten durch gezielte Kompression von Blutgefäßen Veränderungen des Widerstands erfasst werden. Mit D-PPG/LRR Systemen würden die Quantifizierung von Venenschwächen und deren hämodynamische Wirksamkeit mittels Licht- und Temperatursensoren ermöglicht. Die Phlebodynamometrie sei der Goldstandard der venösen Funktionsdiagnostik, so Dr. Woitalla-Bruning. Hier werde eine Vene am Fuß mit einem externen Druckwandler verbunden und der Druckabfall bei Belastung gemessen – mit und ohne Stauschlauch. In der Klinik sei die Duplexsonografie die bevorzugte Untersuchungsmethode. Bei allen Messverfahren solle darauf geachtet werden, das Personal gut zu schulen, um Anwendungs- und Messfehler zu vermeiden.</p>
<p>Über die Differenzierung von Lymph- und Lipödem referierte <b>Dr. med. Gabriele Faerber, Hamburg</b>. Die Differentialdiagnose von Lymphödem, Lipödem, Lipohypertrophie und Adipositas sei eine besondere Herausforderung, denn zum einen gibt es Mischformen und zum anderen kann zum Beispiel ein Lipödem zu einem sekundären Lymphödem führen. Der Druckschmerz als Indikator für ein Lipödem führe nicht immer zu einem eindeutigen Ergebnis, da die Schmerzempfindlichkeit von Patient*in zu Patient*in stark variiere. Beim Lymphödem sei eine frühe Differenzierung zur Adipositas wichtig, um so früh wie möglich eine Behandlung einzuleiten.</p>
<p>Einen „großen Blumenstrauß der Differentialdiagnostik“ präsentierte <b>Dr. med. Katrin Kofler, Biberach a. d. Riss</b> zu ihrem Thema „Periphere Ödeme: Schwellung ist nicht gleich Schwellung“. Anhand eines plakativen Beispiels eines 67-jährigen Patienten mit einer Schwellung am Knöchel zeigte sie auf, dass die Diagnostik bei Ödemen in alle Richtungen gehen solle. Denn zuletzt wurde bei dem Patienten eine kutane Spätmanifestation der Borreliose festgestellt. Der Zeckenbiss an der Stelle des Knöchels rief dessen Schwellung hervor. Diese Symptome können nach Monaten oder sogar Jahren auftreten. Frau Dr. med. Kofler betonte, dass es wichtig sei, immer alle Bereiche mit einzubeziehen und sich nicht nur auf die Venen zu fokussieren. Anschaulich erklärte sie danach die vielfältigen Ödemerkrankungen wie periphere Ödeme, Begleitödeme, chronisch-einseitige Ödeme, beidseitige Beinödeme, systemisch bedingte Ödeme, endokrin bedingte Ödeme, medikamentös bedingte Ödeme, aber auch zyklisch-prämenstruelle Ödeme.</p>
<p>Im Vortrag von <b>Dr. med. Dr. med. univ. Dominic Mühlberger, Herne</b>, wurden anhand einer Fallstudie die Vor- und Nachteile unterschiedlicher operativer Behandlungsoptionen aufgezeigt, die entweder auf Erhaltung oder Entfernung der Venen abzielen. Neben dem Überblick zu den gängigen Verfahren wie Crossektomie, Venen-Stripping und Extraluminale Valvuloplastie wurden die Ergebnisse diverser internationaler Studien vorgestellt.</p>
<p>„Endoluminale Methoden: Der Heißheit letzter Schluss?“ fragte <b>Dr. med. Karsten Hartmann, Freiburg</b>, in seinem Vortrag. Endovenöse Verfahren seien mit einigen abzuwägenden Nachteilen verbunden. Angesichts der heute vielfältigen Möglichkeiten der endoluminalen Behandlung empfahl Dr. med. Hartmann bei geschlängelten Rezidiven Laser oder Schaum-Sklerotherapie, bei großen Gefäßdurchmessern segmentale Radiofrequenzablation und bei sehr oberflächlichen Varizen Stripping. Allgemein ermögliche das Spektrum an bewährten und neuen Verfahren eine passgenaue Therapie – insbesondere in Kombination mehrerer Methoden.</p>
<p><b>Prof. Dr. med. Birgit Kahle, Lübeck</b>, beleuchtete den aktuellen Stand, verschiedene Methoden sowie den Stellenwert der Sklerotherapie. Die Verödungsbehandlung sei effizient, komplikationslos und eigne sich für alle Formen der Varikose. Neben verschiedenen Methoden wie Direktpunktion, Applikation per Kanüle und Butterfly wurde abgewogen, in welchen Fällen besser in flüssiger bzw. aufgeschäumter Form appliziert werden sollte. Allen Methoden sei gemein, dass eine Tagesdosis von 10 Millilitern nicht überschritten werden solle.</p>
<p>Im ersten Vortrag nach der Mittagspause zeigte <b>Bandagistin Veronika Schulz, Tübingen</b>, welche „Differenzierung in der Kompressionstherapie – Serie, Maß, rund, flach, Verordnung?“ wichtig sei. Zu unterscheiden seien Stütz- und Kompressionsstrumpf, Flach- und Rundstrick, Serie und Maßanfertigungen. Außerdem gab Veronika Schulz Tipps für die Verordnung von Zusätzen und die eventuell nötige Rücksprache mit dem*der Arzt*Ärztin.</p>
<p><b>Physiotherapeut Thomas Zähringer, Hinterzarten</b>, erklärte in seinem Vortrag zu Heilmittel vs. Hilfsmittel, dass sich manuelle Lymphdrainage und intermittierende pneumatische Kompression (IPK) nicht ausschließen müssten, sondern zum Wohle der Patient*innen ergänzend zum Einsatz kämen. Mit der Wunddrainage stellte der Physiotherapeut eine speziell an der Földiklinik praktizierte Technik vor, die den Wundrand drainiere und das Gewebe weicher mache. Außerdem schilderte er die Erleichterung der Behandlung durch die Nutzung medizinischer adaptiver Kompressionssysteme (MAK). Die Behandelten seien stets in die Behandlung einzubeziehen. Dafür zeige er beispielsweise Übungen mit der Faszienrolle, die selbst ausgeführt werden können.</p>
<p>Im folgenden Vortrag standen die medizinischen adaptiven Kompressionssysteme (MAK) erneut im Fokus. So präsentierte <b>Dr. med. Greta Zinser, Lübeck</b>, erste Forschungsergebnisse zur Behandlung des Erysipels mittels MAK. Dabei sei festgestellt worden, dass sich die Kompression positiv auf das Schmerzempfinden auswirke und sich somit das Allgemeinbefinden der Teilnehmenden verbessere.</p>
<p>Einen umfassenden Überblick zu chronischen Wunden aus dermatologischer Sicht vermittelte<b> Prof. Dr. med. Anke Strölin, Tübingen</b>. Man müsse sich beim Auffinden der Ursachen wie Sherlock Holmes auf Spurensuche begeben. Sie stellte rund ein Dutzend mögliche Indikationen und deren typische Anzeichen vor. Schritt für Schritt ließe sich abklären, ob eine Wunde durch Bakterien, Pilze, Parasiten, eine Entzündung oder andere Ursachen ausgelöst wurde. Ihre Checkliste für eine erfolgreiche Behandlung sei: schauen, analysieren, erkennen, verstehen, zweifeln und handeln.</p>
<p>Online zugeschaltet war <b>Prof. Dr. med. Tobias Görge, Münster</b>, mit seinem Thema „Jede Wunde verträgt Kompression – oder doch nicht?“. Im Bereich der phlebologischen Krankheitsbilder sei Kompression ein integraler Bestandteil der Therapie. Bei septischer Phlebitis, dekompensierter Herzinsuffizienz und fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) sei Kompression hingegen nicht angezeigt. Risiken für Kompressionsversorgung wären jedoch ausgeprägte nässende Dermatosen, Unverträglichkeit auf Kompressionsmaterial, schwere Sensibilitätsstörungen, fortgeschrittene periphere Neuropathie (Diabetes mell.) und chronische Polyarthritis. Prof. Görge wies darauf hin, dass eine gute Aufklärung der Patient*innen unerlässlich und eine engmaschige Kontrolle erforderlich sei. Er zog das Fazit, immer individuell zu betrachten, bei entzündlichen Erkrankungen eine gewissenhafte Risiko-Nutzen-Abwägung vorzunehmen, aber auch mutig zu sein und breit gefächert zu arbeiten.</p>
<p>Systematisch und übersichtlich präsentierte <b>Dr. med. Carolin Mitschang</b>, Münster online ihr Thema „Wunde und Wundauflagen: Die Qual der Wahl?“ Zu Beginn unterteilte sie Wunden in akute traumatische Wunden, iatrogene Wunden und chronische Wunden. Wobei es sich dann um eine chronische Wunde handle, wenn diese nach 8 Wochen noch nicht abgeheilt sei. Der Wundheilungsprozess durchliefe drei Phasen: Reinigungsphase, Granulationsphase und Epithelisierungsphase. Dr. Med. Mitschang führte durch eine große Anzahl von Produkten, die Ärzt*innen zur Verfügung stünden, um Wunden optimal zu versorgen.</p>
<p>Worauf es beim Einsatz von Kompression bei chronischen Wunden ankommt, vermittelte <b>Carina Heckel, Leitende Oberärztin am Wundzentrum Allgäu Kaufbeuren</b>. Ziele der Behandlung seien eine verbesserte Wundheilung sowie die komplette Abheilung der Wunde. Dazu müsse die Kompression individuell angepasst und die Behandelten bei der Entscheidung einbezogen werden. MAK seien zwar teurer, würden jedoch von den Patient*innen häufig besser angenommen als ein Kompressionsverband, da diese durch das richtige Bandagieren überfordert seien. </p>
<p>Über 250 Teilnehmer*innen waren in Präsenz und online mit dabei. Die wissenschaftliche Leitung kündigte das 8. Phlebologische Symposium für 4. November 2023 in Hannover an.</p></div>
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