Krummen Kerzers und Lidl Schweiz ebnen den Weg für den LNG-Antrieb

Der Ruf nach einer Reduktion der Umweltbelastung wird immer lauter, auch in der Logistikbranche und bei den Nutzern von Transportdienstleistungen. In vielen europäischen Ländern begann sich zuletzt flüssiges Erdgas LNG als Alternative zum Diesel zu etablieren, denn der CO2-Ausstoß ist um 10 bis 15 Prozent tiefer, Stickoxide um 35 Prozent geringer und Feinstaub entfällt fast komplett. Die Schweiz jedoch blieb diesbezüglich auf der Landkarte ein weißer Fleck, denn es fehlen schlicht die Tankstellen. Um die Vorteile von LNG gleichwohl zu nutzen, hat das bekannte Transport- und Logistikunternehmen Krummen Kerzers AG mit dem Detailhändler Lidl Schweiz das Projekt "LNG – Brücke in die Zukunft" gegründet, das auch den Aufbau der benötigten Tankinfrastruktur umfasst. Und das Projekt stößt auf großes Interesse in der Branche, wie der Andrang an der gemeinsamen Informationsveranstaltung vor Vertretern von Logistikunternehmen zeigt, die am Mittwoch in Weinfelden stattfand.

Nachhaltiges Handeln verlangt nach Taten, die weiterführen. Entsprechend heißt das Firmen-Kredo von der Krummen Kerzers AG "Wir tun mehr" und das hat dazu geführt, dass man sich im letzten Jahr der Initiative Lean & Green Switzerland angeschlossen hat. Teilnehmende Firmen, zu der auch Lidl Schweiz gehört, verpflichten sich, ihren CO2-Ausstoß innerhalb von fünf Jahren messbar um 20 Prozent zu reduzieren. Dazu stellt man in der Firmenzentrale in Kerzers, Kanton Freiburg, auf drei Pfeiler ab. Zum einen auf ein gezieltes, kontinuierliches Chauffeurtraining, das Verbrauch und Sicherheit verbessern soll. Dann auf eine Optimierung der Transportplanung, um Umwege und Leerfahrten zu minimieren. Und als dritte Säule kommt jetzt die Umstellung eines Teils der Lastwagenflotte auf LNG dazu.

Peter Krummen, Inhaber und Geschäftsführer von Krummen Kerzers, sieht LNG aber nicht als ungewisses Abenteuer: "Jede neue Lösung, die in der Transportbranche Einzug hält, muss sich am Diesel messen." Die Erfahrungen im Ausland und die eigenen Berechnungen zeigen, dass trotz heute noch höherer Anschaffungskosten bei entsprechender Kilometerleistung neben dem ökologischen Gewinn mit jedem LNG-Lastwagen für den Transporteur auch ökonomisch ein Plus herausschaut.


Wie sich in zehn Jahren die technischen Antriebslösungen für die Transport- und Logistikbranche präsentieren, ist heute nicht absehbar. Peter Krummen sieht LNG vor allem als Zwischenschritt, als Brücke in die Zukunft: "Mit LNG lässt sich heute sofort etwas tun. Die Technik ist vorhanden und erprobt." Die erzielte Schadstoffreduktion von Krummen Kerzers ist für Lidl Schweiz von großer Bedeutung, wie Georg Kröll, CEO von Lidl Schweiz an der Infoveranstaltung ausführt, denn die Sparte Transport ist für 30 Prozent der CO2-Bilanz von Lidl Schweiz verantwortlich. Um den Betrieb der Lastwagen überhaupt möglich zu machen, sind im Raum Kerzers/Estavayer und am Lidl-Verteilzentrum in Weinfelden je eine LNG-Tankstelle geplant. Eine dritte Tankstelle wird von der Firma Translait, einem weiteren Partner des LNG-Projektes, in Gunzgen errichtet. Alle drei Standorte werden öffentlich zugänglich sein, um jedem möglichen LNG-Lastwagen ein Nachtanken zu gestatten. Somit verschwindet die Schweiz als weißer Fleck in der LNG-Landkarte und der gemeinsame Effort verbessert den ökologischen Fußabdruck von Transportfirma und Detailhändler nachhaltig.

Über die Krummen Kerzers AG

Die Krummen Kerzers AG ist ein international tätiger Transport- und Logistikdienstleister mit Hauptsitz in Kerzers im Kanton Fribourg sowie einer Niederlassung in Pratteln bei Basel. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf die Konzeption und Umsetzung von individuellen Transportdienstleistungen in den Bereichen Food und Pharma. Darüber hinaus bietet die Krummen Kerzers AG auch weitere Dienstleistungen an, z.B. im Bereich Lagerlogistik. Das Unternehmen verfügt aktuell über 100 ziehende Einheiten. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 170 Mitarbeiter und erzielte mit der Transport-Sparte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von rund 30 Millionen Franken.

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