Tagung an der Hochschule „Digitalisierung verändert alles – und was bei uns?“ untersuchte Auswirkungen der Digitalisierung auf Wirtschaft und Gesellschaft

"Digitalisierung verändert alles – und was bei uns?" lautete der Titel einer Tagung an der Hochschule Koblenz, an der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Tag lang die Digitalisierung in ihrer Auswirkung auf Gesellschaft und Wirtschaft betrachteten. Der Einladung zu dieser Kooperationsveranstaltung der Regionalkreise der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ), des European Six-Sigma-Clubs (ESSC-D), der IHK Koblenz, der Wirtschaftsförderung am Mittelrhein, der Modellfabrik Koblenz und des Interdisziplinären Instituts für Digitalisierung (IIFD) der Hochschule Koblenz waren rund 100 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland gefolgt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Veranstaltung nahmen die Gelegenheit gerne wahr, in kleineren thematischen Gruppen mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten die speziellen Auswirkungen auf ihr Unternehmen, auf Managementsysteme und auf künftige unternehmerische Entscheidungen zu vertiefen und zu diskutieren. "Dieser Veranstaltung ist es gelungen, mit einem Blick von oben die größere Perspektive zu skizzieren, um Handlungsoptionen, Risiken und Entwicklungschancen für Unternehmer, Führungskräfte und Entscheider deutlich zu machen", betonten Prof. Dr. Bert Leyendecker vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Koblenz und DGQ-Regionalkreisleiterin Sabine Pehl, die die Tagung gemeinsam leiteten. Neben dem fachlichen Austausch sorgte die Tagung für reges Netzwerken mit vielen branchenübergreifenden Kontakten.

Im ersten Teil der Tagung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Vorträgen eine Einführung in die Thematik. Dr. Benedikt Sommerhoff von der DGQ Frankfurt sprach zum Thema "Was müssen wir für die Digitalisierung können? – Das DGQ Kompetenzmodell Digitalisierung". In seiner Keynote gelang es ihm, die qualitätsrelevanten Herausforderungen der Welt 4.0 systematisch darzustellen: "Die DGQ hat ein Kompetenzmodell Digitalisierung entwickelt, das Orientierung für die Kompetenzentwicklung geben soll. Es ermöglich einen Soll-Ist-Abgleich auf Organisation-, Team- und Individualebene." Anschließend referierte Prof. Dr. Walter Wincheringer vom Fachbereich Ingenieurwesen der Hochschule Koblenz über "Prozessoptimierungen am Digitalen Zwilling einer hoch verketteten Produktionslinie". Dabei stellte er ein virtuelles Simulationsmodell der Produktion – den Digitalen Produktions-Zwilling – vor, welches Optimierungsmöglichkeiten aufzeigt und deren Wirkung auch exakt bewerten lässt.


Im zweiten Teil der Veranstaltung fanden in zwei Runden jeweils drei parallele Workshops statt, zwischen denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer je nach persönlicher Interessenlage wählen konnten. Für einen sehr guten Überblick über die Thematik sorgte der Workshop "Kickstart Digitalisierung – Die ersten Schritte der digitalen Transformation" von Christoph Szedlak und Prof. Dr. Holger Reinemann (beide Hochschule Koblenz, Kontaktstelle Digitalisierung). "Ebenso individuell wie die einzelnen Unternehmen sind auch deren Schritte in die digitale Zukunft", erklärte Reinemann, "der grobe Rahmen ist jedoch für alle gleich." Andere Workshops thematisierten beispielsweise den Umgang mit Cyber-Angriffen, mit Cloud-Modellen und mit Big Data oder skizzierten die Bedeutung von Digitalisierung bei Lean Management, Six Sigma und anderen Optimierungsstrategien. Im Rahmen des Workshops "Digitalisierung und Qualität" diskutierte Dr.-Ing. Jan Kukulies (PRS Technologie Gesellschaft mbH) anhand von praktischen Fallbeispielen, welche Chancen die Digitalisierung für das Qualitätsmanagement beinhaltet und wie Unternehmen darauf angemessen reagieren können.

Wie viel Start-up-Mentalität in ihnen steckt, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung im abschließenden Vortrag "Innovation-Start-Up Mentalität" von Christian Els (sentin GmbH) ergründen. "Die Unterschiede in der Mentalität zwischen Startups und etablierten Unternehmen ist teilweise sehr ausgeprägt, wenn man aber eine Kooperation anstrebt, können beide Unternehmensformen davon profitieren", so Els.

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