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Bessere Diagnose dank KI-gestützter Kontrastverstärkung

Gerade in der Neurologie ist die Magnetresonanztomographie (MRT) aus der Diagnostik nicht mehr wegzudenken: Sie bildet das Gehirn detailliert ab und macht krankhafte Veränderungen wie Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Tumore oder neurodegenerative Erkrankungen zuverlässig sichtbar.

Bei Diagnostik und Behandlung von primären und sekundären Hirntumoren ist eine präzise Bildgebung ausschlaggebend: Sie ermöglicht die frühzeitige Detektion und Charakterisierung von Tumoren, die genaue Abgrenzung von Tumorgewebe sowie die Beurteilung von Tumorgröße, Ausdehnung und eine Einschätzung der Malignität. Ein großer Vorteil bietet die Kombination aus kontrastmittelgestützter Bildgebung und KI-gestützten Analyseverfahren. Sie kann dazu beitragen, subtile Veränderungen sichtbar zu machen – was wiederum die diagnostische Sicherheit erhöht. Dadurch können Therapieentscheidungen gezielter getroffen, Behandlungsverläufe besser überwacht und die Versorgung von Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessert werden.

Um die diagnostische Aussagekraft von kontrastverstärkten MRT-Untersuchungen zu maximieren und damit die Bildgebung zu verbessern, hat Subtle Medical in Zusammenarbeit mit Bracco Imaging die KI-gestützte Software AiMIFY entwickelt. Dr. Sascha Däuber, Leiter Radiologie bei Bracco, erklärt, wie AiMIFY funktioniert.

Herr Dr. Däuber, wie verbessert AiMIFY die Bildqualität bei kontrastverstärkten Gehirn-MRTs konkret?
Gadoliniumhaltige Kontrastmittel verbessern die Darstellung krankhaft veränderten Gewebes im MRT, indem sie sich insbesondere in Bereichen mit gestörter Blut-Hirn-Schranke anreichern und dort das Signal verstärken. Dadurch werden beispielsweise Tumore und  Entzündungen besser sichtbar. AiMIFY nutzt diese kontrastverstärkten Signale, erkennt die betroffenen Gewebebereiche und verstärkt deren Darstellung zusätzlich, ohne dass weiteres Kontrastmittel verabreicht werden muss.    

Welche Vorteile bietet AiMIFY gegenüber einer höheren Gabe von Gadolinium-Kontrastmitteln?
Gadoliniumbasierte Kontrastmittel sind Arzneimittel, deren Einsatz stets unter sorgfältiger Abwägung von medizinischem Nutzen und potenziellen Risiken für den Patienten erfolgen sollte. Daher sollten sie nur dann und in der geringstmöglichen wirksamen Dosierung verabreicht werden.

Darüber hinaus werden Gadoliniumkontrastmittel nach der Anwendung wieder ausgeschieden und gelangen teilweise in die Umwelt. Im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft arbeitet Bracco daher an innovativen Lösungen zur Reduktion des Gadolinium-Einsatzes und seiner Umweltauswirkungen. Neben AiMIFY bietet Bracco ein Kontrastmittel mit dem Wirkstoff Gadopiclenol an. Dieser ist derzeit der einzige nicht organspezifisch zugelassene Wirkstoff, der bei empfohlener Dosierung eine Reduktion der Gadoliniummenge um 50 Prozent ermöglicht. Darüber hinaus befindet sich eine weitere Technologie in der Entwicklung, die die Freisetzung von Gadolinium in die Umwelt nach der Ausscheidung über den Urin der Patienten deutlich verringern soll.

Für welche klinischen Anwendungen oder Krankheitsbilder ist AiMIFY besonders geeignet?
AiMIFY ist für alle Kontrastmittel-MRTs im Gehirn erprobt und zugelassen und ist besonders hilfreich, um sehr kleine oder nur schwach Kontrastmittel aufnehmende Gewebe, z. B. Tumorgewebe oder Entzündugen besser sichtbar zu machen.

Wie lässt sich AiMIFY in bestehende radiologische Workflows und MRT-Systeme integrieren?
Die Integration in den Workflow erfolgt nahtlos, also nahezu unsichtbar. Das System „klinkt“ sich zwischen den Scanner und den PACS-Arbeitsplatz und verstärkt dabei den Kontrast des Bildes, und sendet die bearbeiteten Bilder zeitnah zur Befundung.

Was ist der konkrete Nutzen von AiMIFY für Radiologen und Patienten?
AiMIFY befindet sich derzeit im Übergang von Pilotanwendungen hin zum routinemäßigen klinischen Einsatz in ausgewählten Einrichtungen. Erste Pilotzentren haben die Lösung bereits in den langfristigen Regelbetrieb übernommen. Die bisherigen Erfahrungen aus der klinischen Praxis sind sehr ermutigend. Radiologen berichten, dass die Verstärkung des Kontrastmittelsignals durch AiMIFY zu einer besseren Erkennbarkeit von Läsionen und deren Abgrenzbarkeit im Gehirn führt und somit die Therapieplanung unterstützen und gegebenenfalls verbessern kann.

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