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Dynamik im Wasserstoffhochlauf zurückgewinnen

Der Wasserstoff-Beirat Baden-Württemberg hat auf dem heutigen H2-Kolloquium in Stuttgart seine Empfehlungen vorgestellt. Insgesamt 14 Maßnahmen legen dar, welche Weichen gestellt werden müssen, damit der Wasserstoffhochlauf wieder an Fahrt gewinnt. Die Kernbotschaften: Die zu strikte Regulatorik auf EU- und Bundesebene bremst Investitionen aus. Vor allem die EU-Regularien des delegierten Rechtsaktes für grünen und Low Carbon Wasserstoff sollten gelockert werden, um die Produktionskosten zu senken und Investitionen zu ermöglichen. Aber auch die Nachfrage nach Wasserstoff müsse besser durch passende Förderinstrumente stimuliert werden. Bei H2-Infrastruktur und Technologiepolitik sieht der H2-Beirat Handlungsbedarf, um die bereits gute industrielle Basis für den Wasserstoffhochlauf zu erhalten.

Der Wasserstoff-Beirat Baden-Württemberg rät dazu, die bestehenden Nachfrageinstrumente wie z.B. die Klimaschutzverträge zu stärken und auf den Mittelstand anzupassen. Darüber hinaus sollen Investitionen in die Wasserstoffnetze abgesichert sowie Schutzmechanismen gegen unfaire Wettbewerbspraktiken und Billigimporte eingerichtet werden. Die Beirats-Vorsitzenden Prof. Dr. Markus Hölzle und Katrin Flinspach machten in Ihren Vorträgen während des H2-Kolloquiums mit rund 300 Fachteilnehmenden aus Baden-Württemberg und Europa deutlich, dass es weniger an fehlenden Technologien als an unzureichenden politischen Rahmenbedingungen scheitere. Es brauche jetzt ein klares, verlässliches und investitionsfreundliches Signal von Bund und EU. Nur so kann Wasserstoff zu einem zentralen Baustein für Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Wertschöpfung in Baden-Württemberg werden.

Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: „Die Empfehlungen des Wasserstoff-Beirats sind ein wichtiges Signal für den weiteren Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Sie zeigen, dass Baden-Württemberg seine Hausaufgaben macht und die richtigen Weichen stellt. Zugleich wird deutlich: Für mehr Tempo braucht es jetzt entschlossenes Handeln – vor allem auch auf Bundesebene. Mein herzlicher Dank gilt den Mitgliedern des Beirats und allen beteiligten Akteuren. Ihr Engagement für die Wasserstofftechnologien gibt wichtige Impulse nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts und die Sicherung der Arbeitsplätze von morgen.“

Der Beirat ist mit einem 23-köpfigen Expertengremium aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kommunen besetzt und berät die Landesregierung seit Dezember 2022. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg bestellt das Gremium. Die Plattform H2BW, die bei der Landesagentur e-mobil BW angesiedelt ist, koordiniert den Beirat. Als zentrale Anlaufstelle für Wasserstoffaktivitäten in Baden-Württemberg, unterstützt e-mobil BW dabei, die klima- und industriepolitischen Herausforderungen des Wasserstoffhochlaufs zu bewältigen und die Maßnahmen des Beirats auszugestalten.

Isabell Knüttgen, Leiterin Wasserstofftechnologien bei der e-mobil BW: „Baden-Württemberg ist Hightech-Standort für die Elektrolyseur-Entwicklung und -Herstellung sowie für Komponenten und Technologien entlang des Energieträgers Wasserstoff. Allein in unserem Cluster H2BW (ehemals Brennstoffzelle BW) sind entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette mehr als 220 Unternehmen und über 20 Forschungseinrichtungen im Land erfolgreich investiert. Das Beiratspapier bietet konkrete Empfehlungen, die wir gemeinsam mit den relevanten Akteuren auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene in den kommenden Monaten ausgestalten. Sie zielen darauf ab, eine höhere Nachfrage im eigenen Markt zu erzeugen, die Infrastruktur auszubauen und Investitionen für die Wirtschaft zu erleichtern.“

Hier die Veröffentlichung des Wasserstoff-Beirats Baden-Württemberg herunterladen!

Über die e-mobil BW GmbH

Die Landesagentur e-mobil BW begleitet die Transformation in Baden-Württemberg. Im Netzwerk mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand treibt sie die Industrialisierung und Markteinführung zukunftsfähiger Automotive- und Wasserstofftechnologien voran. Damit stärkt sie langfristig den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg und verfolgt eine regionale Strategie zur flächendeckenden Etablierung klimafreundlicher und vernetzter Mobilitäts- sowie Energietechnik in Baden-Württemberg.

Außerdem koordiniert sie verschiedene Netzwerke und Cluster-Initiativen zu Elektromobilität, Transformation der Automobilwirtschaft, Wasserstofftechnologien sowie zu digitalen und softwarebezogenen Querschnittsthemen im Automotive-Bereich. Rund 1.000 Akteure aus Industrie, Wissenschaft und öffentlicher Hand kommen in den Netzwerken und Clustern zusammen und gestalten so den Wandel im Automobilland Baden-Württemberg. Die e-mobil BW bündelt das Expertenwissen, vernetzt relevante Akteure und initiiert neue Projekte.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.e-mobilbw.de

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