Der Endpunkt hinter der Zahl
Maßgeblich für die Obergrenze ist ein konkreter Schaden: die periphere Nervenschädigung, die bei langfristig hoher Zufuhr beschrieben ist. Die EFSA hält in ihrer Bewertung fest, dass die Bevölkerung in der EU diesen Wert im Regelfall nicht erreicht – mit Ausnahme derjenigen, die regelmäßig hochdosierte Vitamin-B6-Präparate einnehmen. Damit benennt die Behörde den Expositionsweg: nicht das Essen, sondern die Kapsel.
Ein zweiter Punkt der Bewertung wird selten zitiert. Die EFSA hat ihre Höchstmenge für Vitamin B6 als Nährstoff festgelegt und dabei nicht zwischen den chemischen Formen unterschieden. Ein Verweis auf eine vermeintlich verträglichere Form begründet daher keine höhere Dosierung.
Warum das gängige Argument nicht trägt
Das in Sieben eingesetzte Vitamin B6 liegt als Pyridoxal-5′-Phosphat vor, kurz P5P – der aufwendigeren und teureren Form. In der Vermarktung solcher Präparate wird regelmäßig damit geworben, P5P müsse vom Körper nicht erst umgewandelt werden und wirke deshalb direkter.
Diese Begründung beschreibt den Weg durch den Darm nicht korrekt. Phosphorylierte Formen von Vitamin B6 werden vor der Aufnahme entphosphoryliert; aufgenommen wird die freie, nicht phosphorylierte Form, die im Körper anschließend wieder phosphoryliert wird. Das Office of Dietary Supplements der US-amerikanischen National Institutes of Health beschreibt es so: Phosphorylierte Formen des Vitamins werden entphosphoryliert, und der Pool an freiem Vitamin B6 wird durch passive Diffusion aufgenommen. Der Umwandlungsschritt entfällt also nicht – er findet an anderer Stelle statt.
„Bei dieser Menge ist die Form nicht die wichtige Entscheidung. Die wichtige Entscheidung ist die Menge", sagt P. Lu, Geschäftsführer von DR. COMOI.
Was über Vitamin B6 gesagt werden darf
Für Vitamin B6 ist in der Europäischen Union eine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen: Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei. Diese Angabe beschreibt eine Körperfunktion. Sie ist keine Aussage über eine Lebensphase, über bestimmte Beschwerden oder über deren Linderung. Für die in der Rezeptur enthaltenen Pflanzen bestehen in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben.
Wie die Dosierung zustande kam und welche Rolle die Darreichungsform dabei spielt, ist ausführlich in Vitamin-B6-Dosierung und die Form P5P dargestellt. Dieselbe Prüfung hat DR. COMOI auf einen weiteren Nährstoff angewandt und dabei begründet, warum einem eisenhaltigen Produkt kein Vitamin C zugesetzt wird. Welche Angaben Anbieter pflanzlicher Rohstoffe belegen können sollten, behandelt der Beitrag fünf Fragen an jeden Anbieter.
Die Rezeptur Sieben befindet sich in der Herstellung; der redaktionelle Wissensbereich unter drcomoi.de ist frei zugänglich.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise und dienen nicht der Heilung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Wer Präparate mit hohen Vitamin-B6-Mengen einnimmt, sollte dies ärztlich begleiten lassen.
DR. COMOI ist eine Marke der Brandsstock GmbH mit Sitz in Hamburg und stellt Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzen der chinesischen Materia Medica her. Die Rezepturen werden in Deutschland hergestellt und kombinieren pflanzliche Bestandteile mit Nährstoffen, für die in der Europäischen Union zugelassene gesundheitsbezogene Angaben bestehen. Unter drcomoi.de betreibt DR. COMOI einen redaktionellen Wissensbereich zu Quellenlage, Herkunft und Zusammensetzung.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
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