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Gartenvögel: Meldungen zum Haussperling gehen 2026 um neun Prozent zurück, während der Buchfink bundesweit um 14 Prozent zulegt

Die bundesweite Zählung der Gartenvögel hat 2026 ein zweigeteiltes Ergebnis geliefert. Der Naturschutzbund Deutschland hat das Endergebnis der Aktion am 26. Mai 2026 veröffentlicht, gezählt wurde vom 8. Mai bis zum 10. Mai 2026. Laut dieser Auswertung meldeten rund 56.000 Menschen aus mehr als 38.000 Gärten weit über eine Million Tiere. Bei den Finken fällt die Bilanz besser aus als befürchtet, bei Sperlingen und Luftjägern setzt sich der Rückgang fort. Welche Arten außerhalb der Siedlungen unter Druck stehen, zeigt eine Übersicht über bedrohte Wildtierarten in den Alpen.

Welche Arten im Mai 2026 deutlich seltener gemeldet wurden

Der Haussperling bleibt der am häufigsten gemeldete Vogel und verliert trotzdem. Nach Angaben des Naturschutzbunds ging die Zahl seiner Meldungen gegenüber 2025 um neun Prozent zurück, beim Feldsperling um sechs Prozent. Beide Arten gelten als eng an menschliche Siedlungen gebunden.

Noch stärker fällt der Rückgang bei den Arten aus, die an Gebäuden brüten und sich von Insekten ernähren. Laut derselben Auswertung wurden Mauersegler um 24 Prozent seltener gemeldet, Mehlschwalben um zwölf Prozent. Der Naturschutzbund nennt als mögliche Ursachen fehlende Insekten, Sanierungen ohne Rücksicht auf Nester und eine verspätete Rückkehr aus den Winterquartieren.

„Wenn ausgerechnet die Arten verschwinden, die seit Jahrhunderten mit uns unter einem Dach leben, ist das kein Randbefund. Der Spatz misst den Zustand der Stadt genauer als jede Klimabroschüre“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wie stark die Zahl der Tiere je Zählort seit 2018 gesunken ist

Der langfristige Trend liegt unter den jährlichen Schwankungen einzelner Arten. Nach Angaben des Naturschutzbunds wurden 2018 im Schnitt noch 33,79 Tiere je Garten oder Park gemeldet, 2026 waren es 28,43. Das entspricht einem Rückgang von rund 16 Prozent innerhalb von acht Jahren.

Der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz erhebt die Aktion gemeinsam mit dem Naturschutzbund und meldete für Bayern einen eigenen Tiefstand. Laut der Zwischenbilanz des Landesbunds vom 10. Mai 2026 beteiligten sich knapp 5.650 Menschen aus rund 4.000 Gärten und meldeten mehr als 100.000 Tiere. Der Schnitt lag dort bei 25,7 Tieren je Garten, während die Zahl von zehn verschiedenen Arten je Garten unverändert blieb.

Warum die Finken 2026 für eine leichte Entwarnung sorgen

Die Finken hatten in den Vorjahren stark unter einer Infektionskrankheit gelitten. Laut dem Naturschutzbund wurde der Buchfink 2026 bundesweit 14 Prozent häufiger gemeldet als im Vorjahr, der Grünfink legte um drei Prozent zu. Das spricht dem Verband zufolge dagegen, dass sich eine neue größere Infektionswelle mit Trichomonaden anbahnt.

Trichomonaden sind einzellige Erreger, die sich vor allem an Futter- und Wasserstellen verbreiten. Der Naturschutzbund rät deshalb zu Futtersäulen statt offener Schalen und zu täglich gewechseltem Wasser. Der Grünfink wird nach Angaben des Verbands über die Jahre hinweg dennoch seltener gemeldet als früher.

Wie sich einzelne Arten gegenüber dem Vorjahr verändert haben

Die Auswertung weist für jeden der gemeldeten Gartenvögel einen Vergleich zum Vorjahr aus. Der Naturschutzbund veröffentlicht diese Werte bundesweit sowie nach Bundesländern und Landkreisen.

Sechs Artenbefunde aus dem Endergebnis zeigen die Spannweite. Die Prozentwerte beziehen sich jeweils auf die Zahl der Meldungen im Vergleich zum Jahr 2025:

  • Der Buchfink legte um 14 Prozent zu.
  • Der Grünfink kam auf ein Plus von drei Prozent.
  • Der Haussperling verlor neun Prozent.
  • Der Feldsperling verlor sechs Prozent.
  • Die Mehlschwalbe gab um zwölf Prozent nach.
  • Der Mauersegler verlor 24 Prozent.

Die Amsel blieb dagegen weitgehend stabil. Nach Angaben des Naturschutzbunds wurde sie 2026 ähnlich häufig gemeldet wie 2025, größere neue Einbrüche zeichnen sich bei dieser Art derzeit nicht ab.

Wo eine Zählung durch Freiwillige an ihre Grenzen stößt

Eine Mitmachaktion liefert Meldungen, keine Bestandszahlen. Gezählt wird, was Teilnehmende in einer Stunde von einem festen Platz aus sehen, und das Ergebnis hängt vom Wetter, von der Tageszeit und von der Zahl der Meldenden ab. Der Naturschutzbund gleicht die Werte deshalb mit den Daten des Dachverbands Deutscher Avifaunisten ab, der das systematische Vogelmonitoring in Deutschland koordiniert.

Für den international geregelten Artenschutz gelten wiederum eigene Listen mit eigenen Kriterien, die mit Meldezahlen aus Gärten nichts zu tun haben. Wie diese Systematik aufgebaut ist, erklärt eine Einordnung der internationalen Artenschutzliste.

Im September 2026 liegt das nächste Zwischenergebnis noch nicht vor. Die folgende bundesweite Zählung findet nach Angaben des Naturschutzbunds vom 8. Januar bis zum 10. Januar 2027 statt und erfasst dann die Vögel des Winterhalbjahrs.

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