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Nexofoam zeigt auf der FAKUMA einen weltweit einzigartigen biobasierten Partikelschaum für die industrielle Anwendung

Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT zeigt auf der Fachmesse FAKUMA in Friedrichshafen am Stand 2104 in Halle B2 von 12. bis 16. Oktober 2026 aktuelle Entwicklungen aus der Kunststofftechnik. Am Stand vertreten ist auch das jüngst aus dem Forschungsinstitut heraus ausgegründete Unternehmen Nexofoam mit einem weltweit einzigartigen, vollständig biobasiertem Partikelschaum (EPLA) für die industrielle Anwendung.

Die Messepräsentation des Fraunhofer ICT stellt Werkstoff- und Prozesslösungen in den Mittelpunkt, die neue Möglichkeiten für Leichtbau, Mobilität und technische Anwendungen eröffnen. Die Exponate verdeutlichen das Zusammenspiel von Materialentwicklung und Verarbeitungstechnologien für die Industrie.

Mit EPLA bringt das jüngst aus dem Fraunhofer ICT ausgegründete Unternehmen Nexofoam einen weltweit einzigartigen, vollständig biobasierten Partikelschaum in die industrielle Anwendung. Die patentierte Technologie wurde am Fraunhofer ICT entwickelt, Nexofoam überführt sie in den Markt. EPLA verbindet eine nachhaltigere Materialbasis mit der bewährten Verarbeitungslogik von EPS – ohne Prozessbruch.

Als echte Drop-in-Lösung ist EPLA für bestehende EPS-Verarbeitungsketten ausgelegt. Maschinen, Werkzeuge und Materialhandling können weiter genutzt werden, weder sind neue Anlagen noch grundlegende Prozessumstellungen erforderlich. Das minimiert Investitionen, technische Risiken und den Aufwand für die Umstellung. Nexofoam liefert EPLA als kompaktes, expandierbares Granulat. Die Expansion erfolgt erst beim Verarbeiter – für geringes Transportvolumen, effiziente Logistik und eine einfache Integration in bestehende Abläufe.

EPLA wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und weist gegenüber EPS einen bis zu 80 Prozent geringeren CO₂-Fußabdruck auf. Zugleich erfüllt der Werkstoff zentrale industrielle Anforderungen: Wärmeleitfähigkeit von 29 bis 33 mW/(m·K), Brandklasse E gemäß EN ISO 13501, Recyclingfähigkeit und biologische Abbaubarkeit.

Das junge Unternehmen Nexofoam macht die Innovation des Fraunhofer ICT marktfähig. Partikelschaumverarbeiter können einen wirtschaftlich attraktiven Weg zu nachhaltigeren Produkten beschreiten, ohne auf bewährte Prozesse und Isolationsleistung zu verzichten.

Werkstoffentwicklung für den reECONIC: PLA-Compound und Rezyklate für Nutzfahrzeuge

Auf der FAKUMA präsentiert das Fraunhofer ICT außerdem das Frontziergitter des reECONIC-Demonstrators der Daimler Truck AG. Das Bauteil basiert auf einem am Fraunhofer ICT entwickelten PLA-Compound und zeigt, wie biobasierte Kunststoffe für anspruchsvolle Anwendungen im Nutzfahrzeugbereich eingesetzt werden können.

Der reECONIC ist ein Müllsammelfahrzeug, das im Rahmen des gleichnamigen Projekts mit einem hohen Anteil an rezyklierten und nachwachsenden Rohstoffen entwickelt wurde. Neben dem Frontziergitter entwickelte das Fraunhofer ICT auch Recyclingmaterialien für Fließpressteile, die in weiteren Fahrzeugbereichen, unter anderem im Radkasten und im Bereich des Armaturenbretts, zum Einsatz kommen.

Die Arbeiten verdeutlichen das Potenzial nachhaltiger Kunststoffwerkstoffe für hochwertige technische Anwendungen und leisten einen Beitrag zur Umsetzung von Kreislaufwirtschaftskonzepten im Fahrzeugbau.

Funktionsintegrierte Motorkühlung durch Umspritzen duroplastischer Formmassen

Im Forschungsprojekt PerKuel (»Kosteneffiziente Performancesteigerung von Elektromotoren und Batterien durch Kunststoff«) entwickelt das Fraunhofer ICT Lösungen für den Einsatz duroplastischer Formmassen in funktionsintegrierten Kühlsystemen elektrischer Antriebe. Auf der FAKUMA wird ein umspritzt ausgeführtes Motorteilsegment gezeigt, das den spritzgießtechnischen Ansatz im anwendungsnahen Umfeld demonstriert.

Im Mittelpunkt steht dabei das Umspritzen von Funktionselementen zur Realisierung effizienter thermischer Anbindungen auf engstem Bauraum. Duroplaste ermöglichen aufgrund ihrer elektrischen Isolation und mechanischen Stabilität den Einsatz in sicherheitskritischen Bereichen der Elektromobilität und unterstützen gleichzeitig eine hohe Funktionsintegration im Bauteil.

Das Fraunhofer ICT arbeitet im Projekt insbesondere an der material- und prozesstechnischen Auslegung sowie der Charakterisierung der eingesetzten duroplastischen Formmassen für das Umspritzen komplexer Motorkomponenten.

Thermoformen von PBS-Schaumfolie für nachhaltige Leichtbau-Trays

Die geschäumte PBS-Folie dient als Ausgangsmaterial für die Entwicklung thermogeformter Leichtbaustrukturen aus biobasierten Polymeren. Die erfolgreiche Umformung zu dreidimensionalen, funktionsfähigen Strukturen belegt das Potenzial des Materials für innovative Thermoformanwendungen.

Im Fokus steht die Erschließung neuer Prozesspfade für geschäumte, biobasierte Thermoplaste im Thermoformen. Dadurch ergeben sich Potenziale für ressourceneffiziente, leichte und anwendungsorientierte Verpackungs- und Schutzbauteile.

Die Arbeiten verdeutlichen die Möglichkeiten, biobasierte Schaumfolien in etablierten Umformprozessen einzusetzen und damit alternative Materialsysteme für Verpackungsanwendungen zu erschließen.

Thermoplastische Gehäuse für Aktuatoren in Luftfahrt-Anwendungen

Das LuFo-VI-2-Vorhaben »DIMENSION« verfolgt eine Wertsteigerung im Bereich der Flugzeugfracht- und -passagiertüren durch innovative Lösungen für verschiedene technische, operative und systematische Aspekte.

Das Forschungsprojekt setzt sich das Ziel, vollelektrische Passagiertüren weiterzuentwickeln und auf einen höheren technologischen Reifegrad zu heben.

Fraunhofer beteiligt sich an diesem Vorhaben mit der Entwicklung und Prüfung eines modernen Leichtbauaktuators für eine Automatisierung der Tür. Das besondere Augenmerk des Fraunhofer ICT liegt auf der Entwicklung des Kunststoffgehäuses, welches Aspekte des Leichtbaus, und wirtschaftliche Überlegungen in sich vereint. Besondere Herausforderungen stellen thermische Spannungen, Thermomanagement und die Integration funktionaler Bauteilsitze.

Als Zwischenergebnis ist bereits ein PPS-Spritzgussgehäuse entstanden, welches bereits gemeinsam mit Scherdel Wiesauplast umgesetzt wurde.

Über Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT

Die Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Deutschland ist eine der führenden Organisationen für anwendungsorientierte Forschung. Im Innovationsprozess spielt sie eine zentrale Rolle – mit Forschungsschwerpunkten in zukunftsrelevanten Schlüsseltechnologien und dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Industrie zur Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts und zum Wohle unserer Gesellschaft. Seit ihrer Gründung als gemeinnütziger Verein im Jahr 1949 nimmt sie eine einzigartige Position im Wissenschafts- und Innovationssystem ein.

Mehr als 30 000 Mitarbeitende an 74 Instituten und selbstständigen Forschungseinrichtungen in Deutschland erarbeiten das jährliche Finanzvolumen von 3,6 Mrd. €. Davon entfallen 3,2 Mrd. € auf das zentrale Geschäftsmodell von Fraunhofer, die Vertragsforschung. Im Vergleich zu anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen bildet die institutionelle Förderung durch Bund und Länder mit maximal einem Drittel lediglich das Fundament des Kernbereichs Vertragsforschung. Sie ist die Basis für wegweisende Vorlaufforschung, die in den kommenden Jahren für Wirtschaft und Gesellschaft von Bedeutung sein wird.

Das entscheidende Alleinstellungsmerkmal ist der hohe Anteil an Wirtschaftserträgen. Er garantiert die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie sowie die stetige Marktorientierung der Fraunhofer-Forschung. Bei der Vertragsforschung wirbt Fraunhofer mindestens zwei Drittel im Wettbewerb ein, aus Aufträgen der freien Wirtschaft sowie durch öffentliche Projektfinanzierung. Im Jahr 2025 beliefen sich allein die Wirtschaftserträge auf 966 Mio. €.

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