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Auch der digitale Staat braucht einen Plan B

  • Studie: Nur sechs Prozent der erfassten Lösungen zielen auf Resilienz und Wiederanlauf 
  • Arvato Systems: Der Wiederanlauf beginnt vor dem Ausfall – wer weiß, was zuerst laufen muss und was es dafür braucht, bleibt handlungsfähig 

Deutschland erkennt Krisen und kann handeln. Doch die Kette dazwischen und danach ist brüchig. Das zeigt die Studie „Gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem 2030“ der Armed Forces Communications and Electronics Association (AFCEA) Bonn e. V. Sie wird heute beim Bonner IT-Dialog vorgestellt. Arvato Systems hat als strategischer Partner mit einem eigenen Beitrag mitgewirkt. Das IT-Unternehmen ordnet vor allem einen Befund ein: Auf die Zeit nach dem Ausfall ist Deutschland kaum vorbereitet. 

Für die Studie hat die AFCEA Bonn 50 Interviews ausgewertet und eine Online-Befragung mit 72 Teilnehmenden durchgeführt. Ein zentrales Ergebnis ist die sogenannte Verkettungslücke: Mehr als 80 Prozent der genannten Lösungen setzen an den beiden Enden der Kette an – beim Erkennen einer Lage und beim Handeln vor Ort. Für das Dazwischen, also Bewerten, Entscheiden und Koordinieren, gibt es kaum Angebote. 

Die Kette reißt auch am Ende 
Die Studie zeigt zudem, wo die Vorsorge aufhört: Das Angebot deckt vor allem den Anfang einer Krise ab, kaum jedoch ihr Ende. Die meisten Lösungen helfen, eine Lage vorzubereiten oder sie zu bewältigen. Was danach kommt, bleibt weitgehend ungeklärt – obwohl der Wiederanlauf der einzige Bereich ist, in dem der Bedarf das Angebot übersteigt. In den untersuchten Krisenfällen taucht der Wiederanlauf nur einmal auf: beim Stromausfall in Ludwigshafen, wo nach der Rückkehr des Stroms nichts von selbst wieder anlief. Die Vorsorge endet damit genau dort, wo Verwaltungen und Betreiber ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen müssen. 

Der Wiederanlauf beginnt vor dem Ausfall 

Arvato Systems leitet daraus eine klare Aufgabe ab. Der Wiederanlauf muss bekannt sein, bevor er gebraucht wird. Verwaltungen und Betreiber müssen wissen, welche Prozesse und Daten zuerst wieder laufen müssen, in welcher Reihenfolge und was sie dafür brauchen. „Die Frage ist nicht, ob digitalisiert wird, sondern ob digitale Prozesse auch Krisen überstehen. Im Notfall auch mit analogen Mitteln“, sagt Dr. Norbert Ahrend, Beratung öffentliche Auftraggeber bei Arvato Systems. 

Wie weit ein Ausfall über die Verwaltung hinaus wirkt, zeigt ein Beispiel aus dem Studienbeitrag von Arvato Systems: Kann eine Verwaltung vierzehn Tage lang keine Rechnungen bezahlen, geraten Unternehmen in Liquiditätsprobleme, im schlimmsten Fall bis zur Insolvenz. Trotzdem sind Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen vielerorts nicht so abgesichert, wie es ihre Bedeutung erfordert. Kritische Daten liegen lokal, bildlich gesprochen „unter der Kellertreppe“, und sind im Krisenfall nicht erreichbar. „Einen Wiederanlauf kann niemand improvisieren. Wer vorher weiß, was zuerst laufen muss und was es dafür braucht, bleibt handlungsfähig – auch wenn die Störung länger dauert“, so Ahrend.  

Eine Ebene tiefer: der Plan B 

Arvato Systems unterstützt öffentliche Auftraggeber dabei, Digitalisierung von Anfang an krisenfest zu machen. Dazu analysiert das Unternehmen Risiken und kritische Prozesse, baut ein Business Continuity Management nach ISO 22301 auf, sichert kritische Daten georedundant und testet den Wiederanlauf in Krisensimulationen. Wo digitale Wege nicht mehr tragen, greift eine physische Rückfallebene. Schwesterunternehmen im Bertelsmann-Konzern betreiben dafür georedundante Druckstraßen, die kritische Informationen drucken und physisch ausliefern können. Die Studie beschreibt diesen Ansatz mit den Worten: „Arvato Systems geht eine Ebene tiefer.“ Arvato Systems rät Verwaltungen zunächst dazu, festzulegen, welche Informationen so kritisch sind, dass sie auch physisch vorliegen müssen. Außerdem sei es wichtig, dass Verwaltungen ihre Zahlungsfähigkeit georedundant absichern, vor allem bei den Systemen für Haushalt, Kasse und Rechnungswesen, und Krisenszenarien ebenen- sowie ressortübergreifend üben. 

Über die Studie 

Die Studie „Gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem 2030“ der AFCEA Bonn e.V. untersucht, wie Deutschland unter hybrider Bedrohung handlungsfähig bleibt. Sie beruht auf 50 ausgewerteten Interviews, einer Online-Befragung und 172 erfassten Lösungen und leitet 30 Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern ab. Download ab 7.Oktober 2026: Home – AFCEA Bonn e.V. Einordnung von Arvato Systems: IT-Lösungen für den Öffentlichen Sektor | Arvato Systems

 

Über Arvato Systems

Arvato Systems unterstützt als international agierender IT-Spezialist namhafte Unternehmen bei der Digitalen Transformation. Ausgeprägtes Branchen-Know-how, hohes technisches Verständnis und ein klarer Fokus auf Kundenbedürfnisse zeichnen uns aus. Im Team entwickeln wir innovative IT-Lösungen, bringen unsere Kunden in die Cloud, integrieren digitale Prozesse und übernehmen den Betrieb sowie die Betreuung von IT-Systemen. Als Teil von Bertelsmann stehen wir auf dem soliden Fundament eines deutschen Weltkonzerns. Zugleich setzen wir auf unser starkes strategisches Partner-Netzwerk mit internationalen Top-Playern wie AWS, Google, Microsoft oder SAP. Wir machen die digitale Welt einfacher, effizienter und sicherer und unsere Kunden erfolgreicher. We Empower Digital Leaders. www.arvato-systems.de

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