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Vertrauen per Klick: TÜV SÜD führt Zertifizierungszeichen für den Digital Battery Passport ein

Mit dem Digital Battery Passport (DBP) wird die Vision eines transparenten, nachhaltigen und sicheren Produktlebenszyklus in Europa erstmals verbindliche Realität. TÜV SÜD reagiert auf die steigenden Anforderungen aus der EU-Batterieverordnung und führt ein eigenes Zertifizierungszeichen für den DBP ein. Ziel ist es, Herstellern, Marktteilnehmern und Behörden eine verlässliche Orientierung in einem komplexen regulatorischen Umfeld zu bieten und Vertrauen in digitale Produktdaten messbar zu machen.

Der Digital Battery Passport ist die erste verpflichtende Ausprägung des übergeordneten Konzepts des Digital Product Passport (DPP), das im Rahmen der EU-Ökodesign-Verordnung (Ecodesign for Sustainable Products Regulation, ESPR) etabliert wurde. Während der DPP als generischer Rahmen für produktbezogene, digitale Lebenszyklusdaten dient, schafft die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 erstmals konkrete und rechtsverbindliche Anforderungen für eine spezifische Produktgruppe.

Seit dem 18. August 2023 gilt die Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten und ersetzt die bisherige Batterierichtlinie. Sie deckt den gesamten Lebenszyklus von Batterien ab – von der Herstellung über die Nutzung bis hin zum Recycling – und verpflichtet alle beteiligten Wirtschaftsakteure zur Einhaltung umfassender Nachhaltigkeits-, Sicherheits- und Transparenzanforderungen.

Der Battery Passport: Mehr als Daten

Der Digital Battery Passport ist ein strukturierter, digitaler Datensatz, der umfangreiche Informationen zu Batterien bereitstellt. Dazu zählen unter anderem: 

  • Herkunft, Materialzusammensetzung und CO₂-Fußabdruck 
  • Leistungs- und Haltbarkeitsdaten sowie die erwartete Lebensdauer 
  • Informationen zu Recyclingfähigkeit und Kreislaufwirtschaft
  • Sicherheits- und Konformitätsnachweise (inkl. CE-Kennzeichnung)

Nicht alle Daten sind von Beginn an verpflichtend. Einzelne Datenpunkte hängen noch von ausstehenden delegierten Rechtsakten und Durchführungsrechtsakten ab und werden künftig schrittweise eingeführt1. Die Daten sind dabei nach Zugriffsrechten gestaffelt – von öffentlich zugänglichen Informationen bis hin zu sensiblen Daten für Behörden und Benannte Stellen. Der Passport umfasst sowohl statische als auch dynamische Daten, die über den gesamten Lebenszyklus hinweg aktuell gehalten werden müssen.

Komplexität schafft Bedarf nach unabhängiger Prüfung

Mit der zunehmenden Digitalisierung regulatorischer Anforderungen steigt auch die Komplexität: Unterschiedliche Rechtsakte, hohe Anforderungen an die Datenqualität, die ITSicherheit und die Interoperabilität sowie die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Aktualisierung stellen Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen.

Ein zentrales Problem ist dabei das sogenannte „Assurance Gap“: Softwareanbieter können die Konformität ihrer Lösungen nicht unabhängig nachweisen, während Hersteller als Inverkehrbringer die volle rechtliche Verantwortung tragen. Ohne eine neutrale, prüfbare Instanz fehlt es dem Markt an Vertrauen, sodass die Umsetzung verzögert wird.

TÜV SÜD setzt auf geprüfte Vertrauenswürdigkeit

Mit dem neuen Zertifizierungszeichen für den Digital Battery Passport adressiert TÜV SÜD genau diese Lücke. Das Prüfzeichen basiert auf einer Bewertung relevanter regulatorischer und technischer Anforderungen. Der Assessment-Scope umfasst:

1. Relevante Anforderungen der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 an den Digital Battery Passport, einschließlich anwendbarer ergänzender Rechtsakte und offizieller Umsetzungshinweise.

2. Ausgewählte technische Anforderungen des Digital-Product-Passport-Rahmens gemäß der EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR), soweit diese auf die technische Umsetzung des Digital Battery Passport anwendbar sind.

3. Anforderungen an Cybersecurity, Datenintegrität und Vertrauenswürdigkeit.

4. Anforderungen an die Interoperabilität auf Grundlage der relevanten harmonisierten DPP-Standards.

Damit berücksichtigt die Bewertung sowohl die regulatorischen Grundlagen des Digital Battery Passport als auch wesentliche Anforderungen an die sichere und interoperable Bereitstellung und Verarbeitung der digitalen Produktdaten. „Der Battery Passport ist weit mehr als eine ITLösung – er ist ein sicherheitsrelevantes, reguliertes System. Mit unserem Zertifizierungsansatz schaffen wir die notwendige Vertrauensbasis für den Markt“, erklärt Christian Theeck, Business Line Manager Energy bei TÜV SÜD.

Schlüsseltechnologie für die Kreislaufwirtschaft

Der Digital Battery Passport gilt als Wegbereiter für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im Batteriebereich. Er schafft Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette, unterstützt die Einhaltung von Nachhaltigkeitszielen und ermöglicht neue datenbasierte Geschäftsmodelle. Gleichzeitig ist er erst der Anfang: Im Rahmen des Digital Product Passport werden weitere Produktgruppen folgen. Damit entwickelt sich der DBP zu einem zentralen Instrument der europäischen Industriepolitik.

Vom Compliance-Zwang zum Wettbewerbsvorteil

Mit dem Digital Battery Passport wandelt sich regulatorische Compliance zu einem strategischen Erfolgsfaktor. Unternehmen, die frühzeitig auf geprüfte und zertifizierte Lösungen setzen, sichern sich Marktzugang und das Vertrauen von Kunden, Partnern und Behörden. TÜV SÜD positioniert sich dabei als verlässlicher Partner für unabhängige Prüfung und Zertifizierung und macht digitale Produkttransparenz erstmals messbar und vertrauenswürdig.

Weitere Informationen: 

1  Guidance Document: Digital Batteries Passport – data points by category

Über TÜV SÜD

Im Jahr 1866 als Dampfkesselrevisionsverein gegründet, ist TÜV SÜD heute ein weltweit tätiges Unternehmen. Mehr als 30.000 Mitarbeitende sorgen an über 1.000 Standorten in rund 50 Ländern für die Optimierung von Technik, Systemen und Know-how. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, technische Innovationen wie Industrie 4.0, autonomes Fahren oder Erneuerbare Energien sicher und zuverlässig zu machen. tuvsud.com/de

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