Seit mehr als 50 Jahren vertraut RHODIUS Mineralquellen auf die Expertise von KHS. Aus ersten gemeinsamen Projekten entwickelte sich eine enge und gewachsene Partnerschaft, wie Hannes Tack, geschäftsführender Gesellschafter bei RHODIUS, betont: „KHS steht seit 1970 als verlässlicher Partner an unserer Seite. Das Team kennt unsere Ansprüche, Bedürfnisse und Räumlichkeiten ganz genau. Dieses Verständnis ist gerade bei hochkomplexen Projekten von großem Wert.“ Die langjährige Zusammenarbeit spiegelt sich auch in den zahlreichen Investitionsprojekten der vergangenen Jahre wider, bei denen RHODIUS bevorzugt auf Technologie von KHS vertraute. Mittlerweile betreibt der Getränkeproduzent und Lohnabfüller bekannter Marken wie Bluna und afri cola sechs KHS-Linien – drei für Dosen sowie jeweils eine für Keg, Glas- und PET-Flaschen.
Offen für neue Technologien und Verpackungslösungen
Beide Unternehmen verbinde laut Tack ein ausgeprägter Pioniergeist: „Wir stehen neuen Technologien und Verpackungslösungen sehr offen gegenüber. Für uns ist KHS der ideale Partner, um Innovationen auch im großen Stil umzusetzen. Dabei vertrauen wir zu 100 Prozent auf die technische wie menschliche Expertise des Unternehmens.“ Als es 2025 darum ging, Aluminiumflaschen mit Schraubverschluss in das Produktportfolio zu integrieren, fiel die Wahl daher erneut auf den Systemanbieter mit Hauptsitz in Dortmund.
Die Anforderungen an das Großprojekt waren anspruchsvoll – schließlich zählen RHODIUS und KHS zu den Vorreitern, die wiederverschließbare Aluminiumflaschen im Hochleistungsbereich auf den europäischen Markt bringen. In Japan sind die Behälter bereits seit vielen Jahren eine feste Größe im Verpackungsmarkt, in Europa aber kaum verbreitet. Dabei besitzen sie gegenüber anderen Getränkebehälterkonzepten klare Vorteile, wie Tack erklärt: „Viele Marken sind auf der Suche nach hochwertigen Alternativen, die sich in bestehende Kreislaufsysteme integrieren lassen und mit denen sie sich am Point of Sale vom Wettbewerb abheben können. Unsere Verpackungslösung bietet hier große Chancen, vor allem für Trendgetränke im RTD-Bereich wie Functional Drinks, Flavored Water und Energydrinks.“ Sie vereine laut Tack die hohe Funktionalität und den Komfort von wiederverschließbaren Flaschen mit der optischen wie haptischen Wertigkeit sowie den Recyclingeigenschaften von Aluminiumdosen. In Deutschland werden nach einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) mehr als 99 Prozent aller Getränkedosen recycelt, im europäischen Durchschnitt liegt die Quote bei 76 Prozent.
Pionierarbeit unter herausfordernden Rahmenbedingungen
Die neue Aluminiumflasche mit Schraubverschluss sollte nach den Vorstellungen von RHODIUS in eine KHS-Bestandslinie am Standort Burgbrohl integriert werden. Die klare Vorgabe: Der laufende Betrieb darf nicht gestört werden. Anspruchsvoll waren zudem die engen Platzverhältnisse und der ambitionierte Zeitplan von rund neun Monaten für die Integration.
Bei der Planung profitierte das KHS-Team erneut von seiner ausgezeichneten Kenntnis der Produktionsstätte und der langjährig gewachsenen Vertrautheit mit den Abläufen und Ansprechpartnern vor Ort. „Zu Beginn des Projektes haben wir viele Szenarien durchgespielt und die neue Verpackung gedanklich in verschiedene Linien integriert“, sagt KHS-Projektleiter Gerd Bodenheimer. Eine große Unterstützung war die 3D-Anlagenplanung des Komplettanbieters. „Wir konnten so jedes erdenkliche Szenario mit geringem Aufwand durchspielen, bereits existierende Anlagen versetzen und mögliche Neumaschinen integrieren.“
Erfolgreicher Umbau bestehender Dosenlinie
Die Wahl fiel schließlich auf eine bereits produzierende KHS-Dosenlinie mit einem Output von bis zu 50.000 Behältern pro Stunde. Dafür investierte RHODIUS in neue Abräum-, Füll-, Etikettier- und Inspektionstechnik. Für die Abfüllung wurde ein ungewöhnlicher Weg gewählt: Statt eines klassischen Dosenfüllers kommt der Innofill Glass DNRF von KHS in der Linie zum Einsatz. „Wir haben uns bewusst für einen Langrohrfüller entschieden. Das Langrohr bringt das Getränk schonend knapp über dem Behälterboden ein, verdrängt den Sauerstoff nach oben und sorgt so für optimale Sauerstoffwerte im Produkt“, erläutert Thomas Hüser, Technischer Vertrieb bei KHS. Dank volumetrischer Durchflussmessung kann der Glasfüller ein breites Spektrum ohne Qualitätsverlust abfüllen – für einen großen Getränkeproduzenten und Lohnabfüller wie RHODIUS unverzichtbar.
Der Umbau der Abräumer erforderte ebenfalls ungewöhnliche Lösungsansätze. Sowohl der Bestands- als auch der neue Abräumer KHS Innopal AS 1 HZ wurden kurzerhand in das Untergeschoss der Produktionshalle verlegt. Des Weiteren wurden in diesem Zuge zwei Dosenfüller voneinander entkoppelt. Durch die neue Anordnung werden sowohl die Dosen als auch die Aluminiumflaschen für alle Anlagen im leeren Zustand an einer Stelle angeliefert. Eine zentrale Aufgabe war der Transport der leeren Behälter zur darüberliegenden Abfülllinie. Im Vakuumtransport des KHS-Partners H.F. Meyer fand sich schließlich die optimale Lösung.
Pilotprojekt für den europäischen Markt
Die Aluminiumflaschen mit Schraubverschluss bezieht RHODIUS bereits lackiert aus Japan, einem wichtigen Produktionsstandort für diese Verpackungslösung. „Die Technologie, leichte, wiederverschließbare Aluminiumflaschen herzustellen, beherrschen nur wenige Produzenten weltweit. Leider gibt es in Europa derzeit keinen einzigen Hersteller“, sagt Tack. Mit der neuen Investition treibt RHODIUS die Erschließung des europäischen Marktes voran und setzt gleichzeitig Impulse für eine stärkere regionale Produktion.
Aus rechtlichen Gründen erfolgt die Anlieferung der in Japan lackierten Behälter ohne Pfandlogo. Die Applikation des DPG-Logos stellt RHODIUS mithilfe des KHS-Etikettierers Innoket Neo sicher. Gleichzeitig schafft die Maschine zusätzliche Flexibilität: Die abgefüllten Behälter können individuell gestaltet und mit kundenspezifischen Etiketten versehen werden. Gerade für einen Lohnabfüller bietet das erhebliche Vorteile. Für die abschließende Qualitätskontrolle sorgt das Etiketten-Prüfsystem KHS Innocheck LIS. Es kontrolliert mittels Kamera, ob Etiketten vorhanden sind und an der vorgesehenen Stelle sitzen.
Ziele erfolgreich umgesetzt
Die Inbetriebnahme der umgebauten Linie erfolgte im Juli 2026. „Von der Planung über die Montage bis zur Inbetriebnahme liefen alle Prozesse reibungslos. Normalerweise dauert ein Projekt in dieser Größenordnung mehr als ein Jahr. Dass wir den Umbau in neun Monaten während des laufenden Betriebs umgesetzt haben, ist eine enorme Leistung aller Beteiligten“, lobt Tack.
Um einen nahtlosen Übergang zum Betrieb zu sichern, waren die RHODIUS-Mitarbeitenden bei der Montage und Inbetriebnahme hautnah dabei. Das KHS-Team schulte die Bediener direkt an der Anlage. Darüber hinaus finden gezielte Fortbildungen im Bereich Instandhaltung statt. Für kleinere Wartungen und Instandhaltungen kommt das KHS-Fernwartungssystem ReDiS zum Einsatz. Die Kombination aus Schulungen vor Ort und digitalen Angeboten unterstützt Bedienung, Instandhaltung und kontinuierlichen Anlagenbetrieb.
Die umgestaltete Linie hat ihre ursprüngliche Leistung von jeweils bis zu 50.000 Flaschen pro Stunde wieder erreicht und die ersten verkaufsfähigen Produkte verarbeitet. RHODIUS füllt zunächst die eigene Wassermarke im Format 400 ml und eine Halloween-Sonderedition der Marke Bluna ab. Weitere Produktlaunches sind für Ende des Jahres geplant. „Zudem sind wir derzeit in vielversprechenden Gesprächen mit nationalen wie internationalen Marken für eine Zusammenarbeit. Und mit jeder Kollaboration kommen wir unserem Ziel, die Getränke- und Verpackungsindustrie Europas um eine innovative und hochwertige Behälterlösung zu bereichern, einen Schritt näher.“
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Die KHS Gruppe ist einer der weltweit führenden Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen in den Bereichen Getränke und Liquid Food. Zur Unternehmens-gruppe zählen neben der Muttergesellschaft (KHS GmbH) diverse ausländische Tochtergesellschaften mit Produktionsstandorten in Ahmedabad (Indien), Waukesha (USA), Zinacantepec (Mexiko), São Paulo (Brasilien) und Kunshan (China). Hinzu kommen zahlreiche internationale Verkaufs- und Servicebüros. Am Stamm-sitz in Dortmund sowie in ihren weiteren Werken in Bad Kreuznach, Kleve, Worms und Hamburg stellt die KHS moderne Abfüll- und Verpackungsanlagen für den Hochleistungsbereich her. Die KHS Gruppe ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der im SDAX notierten Salzgitter AG. 2025 realisierte die Gruppe mit 5.769 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund 1,649 Milliarden Euro.
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