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GDCh würdigt herausragende Verdienste um die Chemie

In Bremen findet vom 17. bis 20. September 2026 die 134. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) statt. Traditionell trägt die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) mit einer wissenschaftlichen Sitzung und der Verleihung der Liebig-Denkmünze zu der Veranstaltung bei. Preisträger ist in diesem Jahr Professor Dr. Dr. h.c. Peter H. Seeberger, Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam. Im Rahmen der Veranstaltung zeichnet die GDCh außerdem Professor Dr. Erhard Meyer-Galow als Ehrenmitglied aus. 

Mit der Liebig-Denkmünze, die mit 7 500 Euro dotiert ist, würdigt die GDCh herausragende Leistungen auf dem gesamten Gebiet der Chemie. Seeberger erhält die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Beiträge zur Kohlenhydratchemie. Wegweisend sind seine Arbeiten zur Assemblierung und Sequenzierung von Polysacchariden – langkettigen Zuckermolekülen – sowie zur Bildgebung einzelner Polysaccharide. Diese Fortschritte bilden das Fundament der aufstrebenden molekularen Glykobiologie, also der Erforschung zuckerbasierter Biomoleküle.

Seebergers Forschung entfaltet weitreichende biomedizinische und gesellschaftliche Wirkung. Sie führte zur Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika, Materialien und Analysemethoden. Zudem erschließen seine Fortschritte in der Wirkstoffsynthese neue Herstellungsverfahren für wichtige Medikamente.

Peter H. Seeberger schloss 1989 sein Chemiestudium an der Universität Erlangen-Nürnberg ab und promovierte 1995 in Biochemie an der University of Colorado at Boulder, USA. Nach Aufenthalten am Sloan-Kettering-Institut für Krebsforschung in New York, USA, und am Massachusetts Institute of Technology (MIT), USA, war er von 2003 bis 2009 Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich, CH, sowie von 2003 bis 2014 Affiliate Professor am Burnham Institute, La Jolla, USA. Seit 2009 ist er Direktor der Abteilung Biomolekulare Systeme am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam, sowie Professor für Chemie an der Freien Universität Berlin. Seit 2011 ist er zudem Honorarprofessor an der Universität Potsdam, seit 2021 Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn. Seeberger ist Gründungsdirektor und Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Großforschungszentrum Center for the Transformation of Chemistry (CTC) in Delitzsch und Merseburg. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Richard-Willstätter-Preis (2025) und die Emil-Fischer-Medaille (2020) der GDCh. Seeberger ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie Fellow der Royal Society of Chemistry.

Die Preisverleihung findet am 19. September statt. Direkt im Anschluss wird außerdem Professor Dr. Erhard Meyer-Galow zum Ehrenmitglied der GDCh ernannt. Mit der Ehrenmitgliedschaft würdigt die GDCh Meyer-Galows Verdienste um die Förderung der Chemie und sein Engagement für die Ziele der Gesellschaft. Er wirkte über Jahrzehnte an der Schnittstelle zwischen Chemie und Markt und führte die GDCh 1998/1999 als Präsident. Er initiierte die Vereinigung Chemie und Wirtschaft (VCW) und setzte sich für den Studiengang Wirtschaftschemie ein. Auf seine Initiative entstand an der Universität Münster die erste Stiftungsprofessur dieser Art in Deutschland.

Beruflich war Meyer-Galow Vorstandsmitglied der VEBA AG sowie Vorstandsvorsitzender der Hüls AG, der Stinnes AG und der Brenntag AG. Am 28. Juli 1998 wurde er an der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster, zum Honorarprofessor ernannt und erhielt am 20. Oktober 1998 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Von 2019 bis 2021 amtierte er als Präsident der Humboldt-Gesellschaft. Am 28. Juni 2021 wurde er zum Ehrenmitglied der EuChemS-Arbeitsgruppe Ethik in der Chemie ernannt. Seit 2021 ist er Honorarkonsul von Bhutan und seit 2026 Mitglied des Beirats der Deutschen Gesellschaft für Energie- und Informationsmedizin. In Münster lehrte er viele Jahre Wirtschaftschemie. Zudem stiftete er die Meyer-Galow-Stiftung für Wirtschaftschemie, die seit 2012 unter dem Dach der GDCh jährlich den mit 10 000 Euro dotierten Meyer-Galow-Preis für Innovation und Nachhaltigkeit verleiht.

Über den Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit rund 28 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie vergibt zahlreiche international angesehene Preise, darunter die Liebig-Denkmünze, die erstmals 1903 vergeben wurde. Unter den Ausgezeichneten befinden sich zahlreiche spätere Nobelpreisträger: Adolf von Baeyer, Paul Ehrlich, Fritz Haber, Carl Bosch, Max Planck, Friedrich Bergius, Hans Fischer, Feodor Lynen, Karl Ziegler und Gerhard Ertl. Die höchste Auszeichnung, die die GDCh vergibt, ist die Ehrenmitgliedschaft. Sie wird Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen verliehen, die sich herausragende Verdienste um die Förderung der Chemie und um die Ziele der GDCh erworben haben.

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