Die Gegenbewegung findet außerhalb des Betriebsgeländes statt: Die Wegeunfälle stiegen um knapp ein Prozent auf 175.140. Sichtbarkeit spielt dabei eine unmittelbare Rolle, gerade in der dunklen Jahreszeit — was atmungsaktive Regenjacken mit Reflektoren zu einem Ausrüstungsteil macht, das über den Arbeitsplatz hinaus wirkt.
Die Zuständigkeit endet dabei nicht am Werkstor. Der Weg zur Arbeit steht in derselben Statistik, obwohl der Betrieb auf Strecke, Verkehr und Witterung keinen Einfluss hat — die Ausrüstung ist der Teil, den er beeinflussen kann.
Innerhalb des Betriebs bleibt die Grundausstattung entscheidend. Fuß-, Bein- und Rumpfschutz müssen dabei zusammenpassen, sonst entstehen genau an den Übergängen Lücken.
Was die Unfallstatistik für 2025 ausweist
Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung stellt sich das Jahr 2025 so dar:
- Die meldepflichtigen Fälle sanken um rund 24.000 auf 730.598.
- Die Zahl der tödlichen Verletzungen am Arbeitsplatz lag bei 335 und damit im dritten Jahr in Folge auf einem Tiefststand.
- Die Wegeunfälle stiegen um knapp ein Prozent auf 175.140 Fälle.
- Die Zahl der tödlichen Wegeunfälle nahm um 30 Fälle zu.
- Neue Arbeitsunfallrenten wurden in 9.690 Fällen bewilligt, 2,3 Prozent weniger als 2024.
Zwei Kurven, die auseinanderlaufen
Der Betrieb wird sicherer, der Weg dorthin nicht. Das ist kein Zufall, sondern eine Frage des Einflussbereichs: Auf dem Betriebsgelände lassen sich Abläufe, Ausrüstung und Unterweisung gestalten. Auf der Straße wirken Verkehrslage, Witterung und andere Verkehrsteilnehmer.
Besonders auffällig ist der Anstieg bei den tödlichen Wegeunfällen um 30 Fälle — gegenläufig zu den tödlichen Verletzungen am Arbeitsplatz, die den dritten Tiefststand in Folge markieren. Zwei Entwicklungen in derselben Statistik, mit entgegengesetztem Vorzeichen.
„Die Ausrüstung endet für viele am Werkstor, das Risiko nicht. Wer reflektierende Kleidung nur drinnen trägt, schützt sich genau dort, wo die Zahlen ohnehin fallen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Weniger Renten heißt auch weniger schwere Fälle
Der Rückgang der neuen Unfallrenten um 2,3 Prozent auf 9.690 Fälle ist der stillere, aber aussagekräftigere Wert. Eine Unfallrente wird bewilligt, wenn eine dauerhafte Beeinträchtigung bleibt.
Dass diese Zahl gemeinsam mit den Gesamtunfällen sinkt, spricht dafür, dass nicht nur weniger, sondern auch weniger schwer verunglückt wird. Steigende Meldezahlen bei sinkenden Renten hätten das Gegenteil bedeutet: mehr erfasste Bagatellen bei gleichbleibendem Risiko.
Wo Prävention jetzt am meisten bringt
Die endgültigen Zahlen für 2025 legt die Unfallversicherung im Laufe des Jahres vor; die vorläufigen aus dem März gelten als belastbar.
Für Betriebe verschiebt sich der Ansatzpunkt: Auf dem Werksgelände wirkt die etablierte Prävention. Der Zuwachs liegt auf dem Arbeitsweg — und der ist zwar nicht steuerbar, die Ausstattung dafür aber schon. Reflektierende Oberbekleidung, Beleuchtung am Rad und die Frage, ob Schichtbeginn und Dunkelheit zusammenfallen, sind die Stellschrauben, an denen sich diese Kurve überhaupt bewegen lässt. Auf dem Gelände selbst bleibt es bei der Grundausstattung; abgestimmte Sets aus Hose, Jacke und Sicherheitsschuhen sind dort die übliche Lösung.
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