Presseartikel mit Niveau – Einfach gut!

Absaugtechnik in der Blechbearbeitung

Vorne der Laser, dahinter die Presse, in der Mitte die Schweißplätze, am Rand der Schleifbock. So sieht die typische Blechfertigung aus, mit einer Absauganlage, die für einen dieser Prozesse gerechnet wurde. Warum das im Regelwerk nicht mehr trägt.

Ein Schweißrauchpartikel ist rund tausendmal dünner als ein menschliches Haar. Messungen des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV ergaben ein Häufigkeitsmaximum der Medianpartikelgröße zwischen 40 und 60 Nanometern, in 90 Prozent der Messungen zwischen 50.000 und 200.000 Partikeln pro Kubikzentimeter. Damit liegt praktisch die gesamte relevante Masse in der alveolengängigen Fraktion.

Chrom(VI) wird in Mikrogramm gemessen, Staub in Milligramm

Der allgemeine Staubgrenzwert liegt bei 1,25 mg/m³ für die alveolengängige Fraktion, für Mangan gilt ein Arbeitsplatzgrenzwert von 0,02 mg/m³. Für Chrom(VI) nennt die TRGS 910 eine Akzeptanzkonzentration von 1,0 µg/m³. Für hochlegierten Stahl mit einem Chrom- und Nickelanteil über 30 Prozent ist die Abscheideklasse W3 erforderlich, mindestens 99 Prozent Abscheidegrad nach DIN EN ISO 21904.

Wer Rückluft plant, muss die Rechnung kennen. Nach TRGS 528 ist Rückführung bei krebserzeugenden Stoffen grundsätzlich unzulässig, Ausnahme nur bei einem Zehntel der Akzeptanzkonzentration, bei Chrom(VI) also 0,1 µg/m³. Als Stand der Technik nennt dieselbe TRGS Werte unter 10 bis 30 µg/m³. [Fachprüfung offen, siehe Freigabe-Hinweise unten]

Ein Kilogramm Aluminiumschleifstaub erzeugt 1.240 Liter Wasserstoff

Nach DGUV Regel 109-001 entsteht bei Kontakt von Aluminiumstaub mit Wasser Wasserstoff, ausdrücklich auch bei der Abscheidung im Nassabscheider. Aus einem Kilogramm oxidierten Aluminiums werden 111 Gramm Wasserstoff, also 1,24 Kubikmeter. Ab etwa 4 Volumenprozent bildet Wasserstoff mit Luft eine explosionsfähige Atmosphäre.

Die Regel verlangt deshalb, dass Gefahren durch Wasserstoff im Betrieb und im Stillstand vermieden werden, mit mindestens einem Luftwechsel pro Stunde am Aufstellungsort. Der Abscheider gast auch nach Feierabend aus.

Wer Alu und Stahl am selben Strang schleift, braucht einen Funkenvorabscheider

Für Aluminium neben funkenreißenden Werkstoffen verlangt die DGUV Regel 109-001, dass die Staubkonzentration im Rohgas 10 Prozent der unteren Explosionsgrenze nicht überschreitet, in den Absaugleitungen dauerhaft mindestens 20 m/s eingehalten werden und bei Trockenabscheidung ein Funkenvorabscheider vorgesehen ist.

Zwei Untersuchungen des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer zeigen, was sonst passiert. Im ersten Fall brannte eine Filteranlage mehrerer Schleifplätze der Edelstahlverarbeitung, im zweiten eine Schweißrauch-Filteranlage, wobei Laboruntersuchungen die Selbstentzündung der abgelagerten Stäube als möglich belegten. Die Schäden fallen hoch aus, weil das Feuer in der Regel nicht gelöscht werden kann, bevor die Anlage ausgebrannt ist.

Ein offenes Hallentor halbiert eine korrekt ausgelegte Anlage

Nach VDI 2262 Blatt 4 liegt die Erfassungsgeschwindigkeit beim Schweißen bei 0,3 bis 0,5 m/s. Störströmungen in Industriehallen erreichen 0,3 bis 0,7 m/s, bei natürlicher Lüftung bis 3 m/s. In einem Laborversuch sank der Erfassungsgrad bei 0,8 m/s Störströmung auf 50 Prozent, für 98 Prozent musste der Luftstrom nahezu verdreifacht werden.

Was Hallenlüftung kostet, hat die DGUV gerechnet. Eine Halle von 25 mal 40 Metern mit fünf Schweißplätzen braucht bei Hallenlüftung 30.000 m³/h, mit Absaugung an der Entstehungsstelle 6.000 m³/h. Ein Fünftel der Luftmenge bei besserem Schutz. Als alleinige Schutzmaßnahme für Schweißer ist Raumlüftung nach TRGS 528 ohnehin nicht zulässig.

„Ich habe selten einen Betrieb gesehen, in dem sich die Absaugung nicht über die Jahre verändert hat. Erst kommt ein Schweißplatz dazu, dann eine Schleifmaschine, später vielleicht noch eine Presse. Das Problem: Die Anlage wächst mit – die ursprüngliche Auslegung meistens nicht.“

— Maximilian Schuster, Vertriebsleiter, ULMATEC Filtration

ULMATEC Filtration konstruiert nach Auslegungsrechnung in Losgröße 1, erfüllt DIN EN ISO 21904 und liefert Standardkomponenten innerhalb von 24 Stunden. Zur Rechnung gehört der Gleichzeitigkeitsfaktor (GZF), die Frage, wie viele Erfassungsstellen im Alltag wirklich zusammen laufen. Diese Zahl steht in keiner Norm und entscheidet über Ventilatorgröße, Betriebskosten und Investitionssicherheit.

Fazit

Vier Prozesse in einer Halle bedeuten vier Filteranforderungen und vier Regelwerke. Wer die Anlage erneuert, sollte mit dem Prozessmix anfangen und nicht mit dem Gerät.

Auf der EuroBLECH 2026

ULMATEC Filtration zeigt vom 20. bis 23. Oktober 2026 in Hannover, Halle 13, Stand 13-D182, auf 126 m² Absauganlagen im laufenden Betrieb. Beratungstermine über das Kontaktformular auf www.ulmatec.com.

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