Aktuelle BGM-Studie nimmt die digitale Transformation in den Blick

Zunehmende Arbeitsverdichtung  und schlechte Führungskultur sind die zentralen Ursachen für psychische Belastungen und Erkrankungen in Unternehmen.  Zu wenige Unternehmen schaffen es, diese Faktoren im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements nachhaltig zu betrachten und durch gezielte Maßnahmen zu minimieren. „Die BGM-Studie zeigt, Unternehmen wollen mit betrieblichem Gesundheitsmanagement in erster Linie die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen. Ein zweites Ziel sehen die Befragten in einem nachhaltigen Leistungsniveau.“, wertet Dr. Alexandra Schröder-Wrusch, Vorstand der ias Aktiengesellschaft, die Resultate der Studie „BGM im Mittelstand 2019/2020“ aus, die die Zeitschrift Personalwirtschaft  mit der ias-Gruppe, dem Fürstenberg Institut und der Techniker Krankenkasse durchgeführt hat.

Bewegungsangebote dominieren

Rückenkurse, Betriebssport und andere Bewegungsangebote werden von 63 Prozent der Befragten als im Unternehmen durchgeführte BGM-Maßnahme angegeben. Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden von gut 50 Prozent der Befragten angeboten. Das Thema Stressmanagement/Resilienz wird von 45 Prozent der Befragten in den Blick genommen.


Die psychische Gefährdungsbeurteilung gewinnt an Bedeutung

55 Prozent der befragten Unternehmen führen eine Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastungen (GB Psych) durch. Im Vergleich zur Studie 2015 hat die Zahl deutlich zugenommen (plus 20 Prozentpunkte), gemessen an den gesetzlichen Anforderungen sind es aber zu wenig. „Hier gäbe es viel mehr Potential, Problemfelder zu erfassen bevor sie sich in erhöhtem Krankenstand, sinkender Leistungsfähigkeit oder steigender Fluktuation manifestieren“, so Dr. Schröder-Wrusch. Größere Unternehmen sind hier weiter (72 Prozent führen die Beurteilung durch). Nur ein Fünftel (21 Prozent) der Unternehmen, die die GB Psych umsetzen, berücksichtigen allerdings alle Prozessschritte, die vom Gesetzgeber empfohlen werden.

Zusammenhang von digitaler Transformation und BGM wird unzureichend erkannt

Organisatorische Veränderungen, Arbeitsplatzunsicherheit, kürzere Innovationszyklen, höhere Lernanforderungen, neue Führungskonzepte – in fast der Hälfte der befragten Unternehmen stellen diese Punkte große Herausforderungen dar. Die digitale Transformation wird aber nur selten mit BGM in Verbindung gebracht. In nur 12 Prozent der befragten Unternehmen stellt die Begleitung der digitalen Transformation ein BGM-Ziel dar. Und fast die Hälfte der Befragten sagen, dass BGM bei einer organisatorischen Veränderung im eigenen Unternehmen keine wichtige Rolle spielt.

Immer noch zu viele Eintagsfliegen

Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer empfindet das BGM des eigenen Unternehmens als nicht nachhaltig genug.  Anspruch und Wirklichkeit klaffen noch auseinander: Nur 26 Prozent der befragten Unternehmen haben ein übergreifendes BGM-Konzept. Es mangelt auch an klaren Zuständigkeiten und qualifizierten BGM-Beauftragten.

Zur Studie „BGM im Mittelstand 2019/2020“

Die Studienergebnisse basieren auf einer Online-Befragung, an der 284 Unternehmen teilgenommen haben. Zwei Drittel der Befragten arbeiten in Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern. Studienpartner sind das Fürstenberg Institut, die ias-Gruppe und die Techniker Krankenkasse. Marktforschungspartner ist die Lueerssen GmbH.

Link zur vollständige Studie

Über ias Aktiengesellschaft

Die ias-Gruppe hat sich seit 40 Jahren durch die Begleitung von Veränderungen in der Arbeitswelt einen Namen gemacht. Als führender Anbieter für Betriebliches Gesundheits- und Leistungsfähigkeitsmanagement, entwickelt sie Lösungen, die Führungskräfte, Mitarbeiter und ganze Organisationen gesund und leistungsfähig halten. Der Mensch in seinen physischen, psychischen und sozialen Zusammenhängen steht dabei stets im Mittelpunkt.

Die im betrieblichen Arbeitsalltag gewonnenen Erkenntnisse werden regelmäßig durch Forschungsprojekte und Studien ergänzt. Hiermit entspricht die ias-Gruppe dem Stiftungsauftrag der ias Stiftung.

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