Die Forschung von Meike N. Leiske adressiert eine zentrale Herausforderung der modernen makromolekularen Chemie: Wechselwirkungen von Polymermaterialien mit biologischen Systemen. Leiskes Arbeiten zielen darauf ab diese Wechselwirkungen genau zu steuern. Die Preisträgerin trägt dazu bei, die oftmals noch unzureichend verstandenen Struktur-Eigenschafts-Beziehungen biomedizinisch relevanter Polymere aufzuklären.
Dabei verbindet sie grundlegende polymerchemische Fragestellungen mit konkreten Anwendungen. Damit leistet sie einen Beitrag zur Entwicklung responsiver Materialien der nächsten Generation. Der Fachbeirat der Georg-Manecke-Stiftung hebt Leiskes bisherige wissenschaftliche Entwicklung hervor, ebenso die thematische Breite ihrer Forschung und ihr Engagement in der Fachgemeinschaft.
Die Nachwuchsgruppe von Matthias Hartlieb erhält eine Projektförderung der Georg-Manecke-Stiftung für die Entwicklung einer schnellen Analysemethode in der Polymerchemie. Photo-Polymerisationen, die im 96er-Mikrotiterformat ablaufen – also auf einer Platte mit 96 winzigen Reaktionsgefäßen –, sollen direkt in der Platte spektroskopisch vermessen werden.
Geprüft wird der Monomer-Umsatz, also der Anteil der Bausteine, der sich zu Ketten verbunden hat. Das soll zeitraubende kernresonanzspektroskopische Messungen (NMR) ersetzen. Bisher bremst die Analysedauer den Fortschritt.
Gelingt die Methode, lassen sich neue funktionale Materialien schneller finden. Das ebnet den Weg zu neuen Biomaterialien, etwa antimikrobiellen Polymeren.
Zur Person: Meike N. Leiske
Meike Nicole Leiske (geboren 1989) studierte Chemie und Biologie an der Carl-von-Ossietzky University Oldenburg und Chemische Biologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, bevor sie 2018 in Jena promovierte. Von 2018 bis 2021 forschte sie als Postdoktorandin an der Monash University und der University of Melbourne in Australien, ab 2019 als Feodor-Lynen-Stipendiatin. In den Jahren 2021 und 2022 war sie Doktorassistentin an der Universität Gent in Belgien. Seit Dezember 2022 ist sie Juniorprofessorin für Nachhaltige und Funktionale Polymersysteme an der Universität Bayreuth. Sie ist Vorstandsmitglied der GDCh-Fachgruppe Waschmittelchemie und engagiert sich für Frauen in der Wissenschaft.
Zur Person: Matthias Hartlieb
Matthias Hartlieb (geboren 1986) beendete 2010 sein Chemiestudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er 2015 auch promovierte. Nach Postdoc-Stationen in Jena (2015), an der University of Warwick in Coventry, Großbritannien (2015 bis 2017), am Helmholtz-Zentrum Geesthacht in Teltow (2017 bis 2019) und an der Universität Potsdam (2019 bis 2020) leitet er dort seit 2021 eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe. In den Jahren 2024 und 2025 vertrat er eine W2-Professur in Jena. Hartlieb verfasste 81 Publikationen und erhielt mehrere Preise, unter anderem den Reimund-Stadler-Preis 2024. Er ist zudem Vorsitzender des GDCh-Ortsverbands Potsdam.
Über die Georg-Manecke-Stiftung
Die Georg-Manecke-Stiftung wurde 1999 von Nina Manecke (1921–2024) bei der GDCh eingerichtet, um den wissenschaftlichen Nachwuchs auf den Arbeitsgebieten ihres verstorbenen Mannes zu fördern: Das Interesse Georg Maneckes (1916–1990) galt der präparativen makromolekularen Chemie und der Anwendung makromolekularer Stoffe für biochemische Zwecke. Die Stiftung vergibt den Georg-Manecke-Förderpreis für promovierte, unabhängige Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler, der mit 15.000 Euro dotiert und um 10.000 Euro Projektmittel ergänzt ist. Jährlich werden bis zu zwei Georg-Manecke-Stipendien à 10.000 Euro für Forschungsaufenthalte internationaler Forschender an deutschen Einrichtungen vergeben. Gefördert werden zudem Tagungen mit Polymerbezug sowie Projekte unabhängiger Nachwuchsgruppen mit bis zu 10.000 Euro.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 28 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Die GDCh verwaltet treuhänderisch eine ganze Reihe unselbstständiger Stiftungen, darunter auch die Georg-Manecke-Stiftung. Zweck dieser Stiftungen ist die Vergabe von Preisen, Förderpreisen und Stipendien. www.gdch.de
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