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Innovationen, Trends und Anwendungen: Fachtag Polyurethane bietet wertvollen Input

Experten namhafter Unternehmen und Organisationen der Polyurethanbranche aus Deutschland und Europa tauschten sich vergangene Woche in Duisburg aus. Im Rahmen des Treffens wurden nicht nur aktuelle Herausforderungen sowie Chancen und Risiken beleuchtet, sondern auch klare Trends für die Zukunft der Branche aufgezeigt.

Die Fachgruppe Polyurethane – größte Fachgruppe des Fachverbandes Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK) – traf sich vergangene Woche in Duisburg zu ihrem jährlichen Fachtag. Der verbandsinterne Austausch im Rahmen der Fachgruppensitzung, das ansprechende Rahmenprogramm und die Fachvorträge zu aktuellen Themen und Herausforderungen hatten ein Publikum von Experten angezogen. Die Sprecher Sven Müller, Getzner Werkstoffe GmbH, Sebastian Schmidhuber, KraussMaffei Technologies GmbH und Dr. Thorsten Schollmeier, Klöckner polyPUR Chemie GmbH gestalten seit nunmehr einem Jahr die Lenkung der Fachgruppe und hatten sich für den Fachtag Polyurethane einiges einfallen lassen.

Die verbandsinterne Sitzung bot insbesondere Raum, die künftige Ausrichtung und Projekte innerhalb der Gruppe und des Verbandes zu besprechen. „Unsere Fachgruppensprecher sind hervorragend vernetzt und besonders engagiert. Wir können uns auf eine aktive Verbandsarbeit in den kommenden Monaten freuen“, kommentierte Ilona Kramer, FSK e.V., die Ausführungen der Sprecher nach der Sitzung. Aber auch Nichtmitglieder waren eingeladen, am fachlichen Austausch zu aktuellen Herausforderungen teilzuhaben. In sechs Fachvorträgen bot sich den Teilnehmenden ein Querschnitt durch aktuelle Themen der europäischen Polyurethanbranche.

Ein Hauptthema des Tages war die Nachhaltigkeit. So beschäftigte sich Dr. Christoph Herfurth vom Fraunhofer IAP in seinem Vortrag „Perspektive nachhaltige Polyurethane: CO2-basiert und isocyanatfrei“ mit den Fragen, wie Polyurethane künftig nachhaltiger hergestellt werden könnten, was isocyanat-freie Polyurethane, sogenannte NIPUs, bereits heute schon können und welche Vorteile und Anwendungsperspektiven es gibt. Beeindruckend war die aussagekräftige Gegenüberstellung der NIPUs zu den konventionellen Polyurethanen.   

Auch das multinationale Großunternehmen IKEA hat in dieser Hinsicht ehrgeizige Ziele. In seinem Vortrag „Better Everyday Foams for the Many“ stellte Jose Junior Naraval den Weg vor, den IKEA hin zu mehr Nachhaltigkeit einschlägt. Er berichtete anschaulich, mit welcher Konsequenz sich alle Aspekte der Produktentwicklung am übergeordneten Ziel des nachhaltigen Wirtschaftens orientieren. Bereits im Produktentwurf wird der Einsatz jeglicher Werkstoffe genauestens geprüft. Für Polyurethan werden biobasierte Rohstoffe in Betracht gezogen, Recyclingkreisläufe erwogen und neue, nachhaltige Designs angestoßen.

Theodorus Mardas vom europäischen Verband der Weichschaumblockhersteller EUROPUR gab einen Überblick über die derzeit wichtigsten europäischen Normen und die damit einhergehenden Herausforderungen für die Industrie. Den Fokus legte er auf die ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation, Ökodesign-Verordnung), die ELV (End-of-Life Vehicles, Altfahrzeugverordnung) und die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation, Verpackungsverordnung), die alle drei weitreichende Konsequenzen und Pflichten für die Industrie mit sich bringen, wie die strengen, zeitgebundenen Ziele zu recycelten Kunststoffen und Schaumstoffen, der erforderliche, rasche Übergang zu Recyclingtechnologien sowohl im offenen als auch im geschlossenen Kreislauf, die künftige Einhaltung der Vorschriften geht über die Materialzusammensetzung hinaus und erfordert „Design for Recycling“ sowie eine transparente Berichterstattung zum Lebenszyklus (z. B. CO₂-Fußabdrücke).

Das „PU-Recycling im Spannungsfeld zwischen technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen“ bildete Sebastian Schormann von der Remondis Elektrorecycling GmbH in seinem Vortrag ab. Er berichtete über das 2022 ins Leben gerufene Projekt PURec, das unter den Gesichtspunkten technische Machbarkeit, ökologische Vorteilhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit den Einsatz von Polyurethan-Produktionsabfällen für die Isolation von Kühlgeräten nutzbar macht. Er betonte, wie wichtig es sei, sich weiterhin als Gesellschaft und Industrie zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu bekennen und frühzeitig die entsprechenden Lösungen zu entwickeln.

Welche Rolle Künstliche Intelligenz für das moderne Arbeiten spielen kann, zeigte Carsten Bieker von Refine IT GmbH in seinem Vortrag „Die Zukunft von Unternehmenssoftware: KI, New Work und messbarer ROI“. Er konnte nicht nur darstellen, welche Verknüpfungen, Vereinfachungen und Zeitersparnisse sich für den Anwender ergeben, sei es durch optimiertes Projektmanagement, erleichterte Terminvorbereitungen und sinnvolles Dokumentieren. Darüber hinaus hielt er auch, was der Titel versprach und stellte anschaulich dar, dass sich das Invest in die richtige Unternehmenssoftware für Unternehmen schnell finanziell lohne.

Wie der Einsatz von elastischem Polyurethan nicht nur zu einem leisen Bahnverkehr führen, sondern tatsächlich auch zu einer verlängerten Lebensdauer der Bahngleise, führt präsentierte Sven Müller von der Getzner Werkstoffe GmbH in seinem Vortrag „Polyurethan im Bahnoberbau: Der Schlüssel zu leiseren und langlebigeren Gleisen“. Warum Polyurethan in dem anspruchsvollen Anwendungsbereich der Bahnakustik der einzig sinnvoll einsetzbare Werkstoff, ist konnte er nicht nur überzeugend darstellen, sondern sogar hörbar machen. Anhand einer akustischen Vorführung konnten die Teilnehmenden sehr gut nachempfinden, welche herausragende Rolle Polyurethan für die Schalldämpfung der Bahngeräusche spielt.  

Neben dem fachlichen Austausch kam natürlich auch das Networking und die Erkundung des Veranstaltungsortes Duisburg am Anreisetag nicht zu kurz. Bei einer geführten Besichtigung des Landschaftsparks Duisburg Nord konnten die Teilnehmenden tolle Einblicke in die Arbeit des ehemaligen Hüttenwerks gewinnen. Das Get-together fand im Walsumer Brauhaus Urfels statt. Zu niederrheinischen Tapas erfuhren die Teilnehmenden alles über die Feinheiten des Bierbrauens und die Vielfältigkeit der Biere.

Weitere Informationen zum Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK) und dessen Veranstaltungen sowie zur Arbeit der Fachgremien sind online erhältlich unter: www.fsk-vsv.de oder telefonisch: + 49 7153  61081 0.

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